Der Kreisverkehr im Mittelfeld III ist fertig. Je nach Witterung soll bis etwa Ende März auch der endgültige Straßenbelag aufgebracht werden und die Erschließung abgeschlossen sein. Solange bleibt die Sperrung beim Mönchswasen laut Gemeindeverwaltung bestehen. Foto: Jeanette Tröger

Die Vergaberichtlinien für die kommunalen Grundstücke in dem Areal stehen. Auch die Grundstückspreise für eine erste Ausschreibungsrunde sind festgelegt worden.

Die Gemeinde verfügt im neuen Baugebiet über 32 Bauplätze, zwei davon sind Bauplätze für Mehrfamilienhäuser, die an Bauträger oder Baugenossenschaften veräußert werden. Die anderen 30 Grundstücke teilen sich auf in Bauplätze für Einfamilienhäuser (EFH), Doppelhaushälften (DHH) sowie Reihenhäuser (RH), für welche die in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag beschlossenen Vergaberichtlinien bindend sind. Der Verkauf der gemeindeeigenen Grundstücke soll nicht so schnell wie möglich, sondern in mehreren Ausschreibungsrunden passieren, „wir wollen gesund wachsen, auch mit Blick auf unsere Infrastruktur wie Kindergarten und Schule,“ sagte Bürgermeister Stefan Feigl in der Diskussion.

 

Erste Ausschreibungsrunde im Frühjahr 2025

Für die erste Ausschreibungsrunde, die im Frühjahr 2025 ansteht, hat der Gemeinderat die anzubietenden Grundstücke festgelegt. Das sind zwei bis drei für je eine Doppelhaushälfte, zwei Grundstücke für die Bebauung mit je einem Einfamilienhaus sowie drei Reihenhaus-Bauplätze. Für die Ermittlung der Quadratmeterpreise orientiere sich die Verwaltung nach Aussage von Kämmerin Renate Meier am Bodenwert in Simmozheim wie auch in den umliegenden Gemeinden. Den Quadratmeterpreis für eine DHH (222 Quadratmeter) hat der Gemeinderat auf 580 Euro festgelegt und den für ein EFH (470 Quadratmeter) auf 570 Euro. Die RHH-Bauplätze (232, 236 oder 383 Quadratmeter) kosten 490 Euro je Quadratmeter.

Punktesystem für Bewerber

Mit einem Katalog an Vergabekriterien, der soziale wie ortsbezogene Aspekte der Bewerber nach einem Punktesystem bewertet, „will die Gemeinde ein transparentes und diskriminierungsfreies Verfahren bei gleichzeitiger Erreichung städtebaulicher und im Allgemeinwohl begründeter Ziele erreichen“, heißt es in der Präambel zu den Vergaberichtlinien.

Die soziale Gewichtung berücksichtigt die Anzahl der Kinder sowie das ehrenamtliche Engagement im Katastrophenschutz der Bewerber. In beiden Bereichen zusammen sind maximal 50 Punkte zu erreichen. Die ortsbezogenen Kriterien sind die Dauer des Hauptwohnsitzes in Simmozheim, die Zeitdauer einer Erwerbstätigkeit sowie ehrenamtliches Engagement jeweils in der Kommune. Auch in diesem Kriterien-Komplex können maximal 50 Punkte erreicht werden. Bei Punktegeichstand entscheidet das Los.

Erste Kaufverträge

Die Verwaltung setzt die Software Baupilot.com zur Vermarktung ein. Mit dieser werde das Angebot der Grundstücke sowie der Vermarktungsprozess transparent und übersichtlich sowie in allen Schritten nachvollziehbar und rechtssicher, informierte Meier. Ab 1. Januar 2025 werden die Informationen zur ersten Ausschreibungsrunde auf der Seite öffentlich gemacht, ab da wird auch eine noch unverbindliche Interessenliste geführt. Sobald auch die konkreten verbindlichen Vergaberichtlinien und alle nötigen Formulare vollständig eingepflegt sind, startet das sechswöchige Bewerbungsverfahren über diese digitale Möglichkeit. Auch die Auswertung braucht eine gewisse Zeit, laut Bürgermeister Stefan Feigl könnten im Lauf des Frühjahrs erste Kaufverträge geschlossen werden.

Stimmen aus dem Gremium

Für die erste Ausschreibungsrunde hatte die Verwaltung zunächst nur einen EFH-Bauplatz vorgesehen. „Ich kenne drei Familien, die darauf warten, hier bauen zu können“, sagte Etienne Jourdan (afS). Die würden sich veralbert vorkommen, denn sie müssten sich dann in einer zweiten Runde erneut bewerben und würden sich vielleicht in der Zwischenzeit entscheiden, in einer anderen Gemeinde zu bauen. „Wenn wir nur einen EFH-Platz hätten, wäre das ok, aber wir haben ja mehrere“, so Jourdan.

Ihm stimmte Fraktionskollege Richard Auwärter grundsätzlich zu, wollte aber die erste Runde abwarten und bei wirklich großer Nachfrage schnell eine zweite Runde anschieben. Schnell gehe nicht, denn es dauere sicher ein halbes Jahr, bis die erste Runde abgeschlossen ist, sagte dazu der Schultes. Auch Jörg Uwe Koske und Jennifer Lachenmann (UW) sahen die Problematik wie Jourdan und forderten drei EFH-Plätze auszuschreiben.

Plätze für Einfamilienhäuser am begehrtesten

„EFH-Plätze sind die begehrtesten und die würde ich nicht gleich am Anfang alle auf den Markt werfen“, gab Feigl zu bedenken. Man einigte sich nach weiterer Diskussion darauf, in der ersten Runde zwei EFH-Plätze auszuschreiben und auch das Angebot an DHH-Bauplätzen auf bis zu drei zu erweitern.

Zusätzlich wurde das Vergabekriterium Hauptwohnsitz in Simmozheim auf Vorschlag von Alexander Lang (afS) ausgeweitet auf mindestens sieben Jahre, in der Beratungsvorlage waren hier nur fünf Jahre gefordert. So hätten auch Simmozheimer, die ihren Hauptwohnsitz wegen eines Studiums beispielsweise für einen gewissen Zeitraum verlegt haben, eine Chance, betonte der Rat. Die Richtlinien und Grundstückspreise beschloss das Gremium einstimmig.