Der Gütenbacher Gemeinderat hat beschlossen, den städtebaulichen Vertrag mit der Badenova Konzept für das Baugebiet Wirtsbuck zum Jahresende zu kündigen und setzt auf eine neue, günstigere Finanzierungsstrategie.
Beschlossen wurde vom Gütenbacher Gemeinderat, den städtebaulichen Vertrag mit der Badenova Konzept für die Entwicklung des Baugebiets Wirtsbuck fristgerecht zum Jahresende zu kündigen.
Die Details dazu erläuterte Marcel Dold, der als Furtwanger Kämmerer inzwischen auch für die Gütenbacher Finanzen zuständig ist. Zur Aufgabe der Badenova Konzept gehörte auch der Verkauf der Grundstücke. Ebenso lief die Finanzierung der Maßnahme über Badenova Konzept.
Inzwischen hat sich allerdings ergeben, dass der Verkauf der Grundstücke nur sehr schleppend verläuft. Neben drei Arrondierungen wurde bisher lediglich ein Grundstück verkauft und inzwischen notariell beurkundet. Entscheidend für den schleppenden Verkauf ist die Tatsache, dass mit dem Baubeginn für das neue Wohngebiet gleichzeitig die Zinsen und die Baukosten deutlich angestiegen sind und damit das Interesse am Neubau einbrach.
Zinssatz liegt bei fünf Prozent
Marcel Dold hatte nun verschiedene Szenarien durchgespielt, wie die aktuell rund zwei Millionen Euro noch vorhandenen Erschließungskosten günstiger finanziert werden können. Aktuell liegt der Zinssatz seit 1. Januar bei fünf Prozent, was jährliche Zinsen von rund 100 000 Euro verursacht. Dazu kommen Fixkosten pro Jahr bei der Badenova von 2900 Euro pro Jahr für das Finanzierungsmanagement und die Grundstücksverwaltung sowie 350 Euro je Grundstücksverkauf.
Nach verschiedenen Gesprächen schlug Marcel Dold nun vor, das Darlehen zum Jahreswechsel mit einem endfälligen Darlehen der Sparkasse zu finanzieren. Bei endfälligen Darlehen muss nur der laufende Zins bezahlt werden. Aktuell liegt der Zinssatz hier bei 3,35 Prozent und damit 67 000 Euro pro Jahr mit einer Zinsbindung von zehn Jahren. Sondertilgungen von fünf Prozent der Darlehenssumme sind möglich.
Günstigerer Zinssatz
Parallel soll ein Bausparvertrag mit mindestens 48 000 Euro je Jahr über diese Kreditsumme abgeschlossen werden. Nach zehn Jahren wären hier 828 000 Euro angespart. Mit der Zuteilung des Bausparvertrages könnte dann der Kredit abgelöst werden, und dies mit einem wesentlich günstigeren Zinssatz von 1,95 Prozent. Diese Kombination der zwei Kredite wird für Kommunen nur noch bei der LBS Bausparkasse angeboten.
Für diese Übernahme der Restschuld wird eine Kreditermächtigung in Höhe von zwei Millionen Euro benötigt. Hier liegen aktuell aus den Jahren 2022 bis 2024 Kreditermächtigungen von 3,55 Millionen Euro vor, die dann aber im Haushaltsplan 2025 buchungstechnisch neu veranschlagt werden sollen. Einnahmen aus dem Verkauf von Grundstücken können für diese Kosten von Kredit und Bausparvertrag verwendet werden. Bei höheren Einnahmen aus Verkäufen kann auch der Bausparvertrag durch zusätzliche Einzahlungen früher zuteilungsreif werden.
Alternativ können diese Einnahmen aber auch, so erläuterte Marcel Dold, für andere anstehende Maßnahmen in der Gemeinde genutzt werden. Auch eine zwischenzeitliche Anlage bei Tagesgeld wäre denkbar. Genauere Prognosen lassen sich aber aktuell nicht treffen, so Marcel Dold. Denn weder kann man vorhersagen, wie viele Grundstücke verkauft werden, noch wie sich die Zinsen entwickeln.