Die Stadt will mehr Geld durch die Grundsteuer einnehmen. Gleichzeitig verteilt die Grundsteuerreform des Landes die Lasten neu. Manche Freudenstädter zahlen künftig mehr – andere weniger. Mehrere Rechenbeispiele zeigen nun, auf was sich die Bürger einstellen müssen. Manche wird es besonders heftig treffen.
Für einige Freudenstädter wird es jetzt richtig teuer. Wie ein Rechenbeispiel der Stadt zeigt, müssen manche Hausbesitzer damit rechnen, das Achtfache an Steuern für ihr Grundstück zu zahlen.
So mussten laut dem Rechenbeispiel für ein Wohnhaus auf einem Grundstück mit 704 Quadratmetern und einem Bodenrichtwert von 340 Euro pro Quadratmeter bisher 175,46 Euro Grundsteuer bezahlt werden. Künftig werden 1470,27 Euro für ein solches Grundstück fällig.
Deutlich teurer wird die Steuer auch für Eigentümer unbebauter Grundstücke. So musste bisher für ein 620-Quadratmeter-Grundstück bei einem Bodenrichtwert von 340 Euro pro Quadratmeter 474,36 Euro Grundsteuer bezahlt werden. In Zukunft müssen für dasselbe Grundstück 1096,16 Euro bezahlt werden.
Entlastung für Wohnungen
Günstiger wird es hingegen für sogenannte Teileigentümer – für all jene also, die eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus besitzen. Für 88,33 Quadratmeter –Grundstücksgröße, nicht Wohnungsgröße – bei einem Bodenrichtwert von 250 Euro mussten bisher 192,47 Euro bezahlt werden. Hier sinkt die Steuer nun auf 135,64 Euro.
Entlastet werden auch Unternehmen. Eine Firma im Gewerbegebiet Sulzhau mit einem Grundstück von 38 849 Quadratmetern bei einem Bodenrichtwert von 50 Euro zahlte bisher 53 485,38 Euro Grundsteuer. Dieser Betrag sinkt künftig auf 17 044,56 Euro.
Natürlich muss nun jeder Grundstückseigentümer erstmal abwarten, wie hoch die eigene Steuer tatsächlich ausfällt. Die hier beschrieben Rechenbeispiele können dafür nur einen groben Eindruck geben. Sie wurden auf Anfrage unserer Redaktion von der Stadt zur Verfügung gestellt, nachdem die Grundsteuer Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung war.
Denn die Grundsteuerreform des Landes hatte eine Anpassung der Hebesätze erforderlich gemacht. Das Gremium hatte deshalb höhere Hebesätze beschlossen. Schon allein um die ursprünglich angestrebte Aufkommensneutralität zu erreichen, wäre eine Anhebung erforderlich gewesen.
Mehreinnahmen geplant
Doch letztendlich entschieden sich Stadtverwaltung und Stadträte dafür, die Hebesätze soweit hochzuschrauben, dass die Stadt jährlich mit Mehreinnahmen in Höhe von 550 000 Euro rechnen kann. Dass künftig einige Grundstückseigentümer stärker belastet werden, andere hingegen mit Entlastungen rechnen dürfen, war schon in der Sitzung klar und wurde von den Stadträten kontrovers diskutiert.