Perspektivisch, so viel ist bereits klar, wird es in Schwenningen zu wenig Grundschulplätze geben. Zu diesem Zwecke wurde ein neuer Schulstandort auf der Hallerhöhe bereits als feste Maßnahme beschlossen, jetzt berät der Verwaltungsausschuss über weitere Details.
Schwenningen hat zu wenig Grundschulplätze. Das hat die Schulentwicklungsplanung festgestellt. Deshalb wurde bereits im Mai 2022 die Umsetzung einer zwei-zügigen Grundschule am Standort Hallerhöhe beschlossen, mit Option zum Ausbau einer Ganztagsschule.
Für Schulplätze sieht die Prognose düster aus: Wie eine Auflistung in der Beschlussvorlage des Verwaltungsausschuss sagt, reichen die Schulplätze in Schwenningen auch bei einer maximalen Auslastung der Klassenzimmer bei den bestehenden Schulen und einer damit verbundenen Erhöhung der Zügigkeiten an der Garten- und Friedensschule nicht aus. Die höchste Zahl der Fehlplätze werde demnach im Schuljahr 2026/2027 mit 163 Fehlplätzen erreicht.
Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung
Außerdem gebe es laut der Beschlussvorlage ab dem Schuljahr 2026/2027 einen bundesweiten Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung an Grundschulen, welcher ein Betreuungsangebot für Grundschulkinder an Werktagen acht Stunden bei maximal vier Wochen Schließzeit in den Schulferien vorsieht. Im Stadtteil Schwenningen stehen momentan 586 Ganztagsplätze für Grundschüler zur Verfügung.
15 Klassenzimmer für die Schüler
Um die Bedarfe der Eltern abzudecken, soll laut Beschlussvorlage am Standort Hallerhöhe eine Ganztagsgrundschule entstehen. Das bereits bestehende Gebäude biete dafür die räumlichen Voraussetzungen. 15 Klassenzimmer mit Räumen für Lehrerzimmer, Sekretariat sollen Platz für 300 oder mindestens 200 Schulplätzen bieten.
Der Standort, so formuliert es die Beschlussvorlage, liege „sozialräumlich“ in einem Bereich, in dem derzeit noch keine Grundschule verortet ist.
Für den Schulsport geht es an den Deutenberg-Schulverbund
Auch für den Schulsport sieht die Beschlussvorlage einen Plan vor: Es werde empfohlen, am benachbarten Standort, der Deutenbergschule, die bestehende Sporthalle um einen zweiten Gymnastikraum sowie Umkleidekabinen zu erweitern. Die neuen Räumlichkeiten könnten dann von den Schülern der Hallerhöhe genutzt werden. Die Schüler soll es dann stets über einen Fußweg zu ihrer Sportstätte gelangen können.
Das Schulgebäude Hallerhöhe werde demnach laut den Planungen bis Ende des Schuljahres 2024/2025 als „Teil-Ausweichschulgebäude“ für den Schulverbund am Deutenberg genutzt.
Die Verwaltung geht derzeit von einer Umbauzeit an der Hallerhöhe von einem Jahr aus.
Wahl der Grundschule könnte wegfallen
Für die Planungen müssen allerdings die bestehenden Grundschulbezirke angepasst werden.
2010 wurden diese durch einen Gemeinderatsbeschluss in größere Schulbezirke zusammengefasst, 2022 hat sich der Gemeinderat erneut für die größeren Schulbezirke des Stadtteil Schwenningen und Stadtteil Villingen ausgesprochen.
Eltern haben keine Wahl mehr bei der Grundschule
Das sollte Eltern eine Wahl der Grundschule ermöglichen – diese Wahlmöglichkeit will das Regierungspräsidium Freiburg jedoch einschränken. Für jede Grundschule sei ein eigener Grundschulbezirk festzulegen. Die Wahl einer Grundschule bleibe somit grundsätzlich ausgeschlossen, wie es aus einem Schreiben des Präsidiums hervorgeht.
Die Stadt Villingen-Schwenningen ist damit angehalten, den Forderungen des Regierungspräsidiums nachzugehen. Eltern dürften damit künftig keine Wahl mehr bei der Frage nach der Grundschule für ihren Nachwuchs haben.