Bürger verfolgen mit großem Interesse die Debatte im Gemeinderat. Foto: Wagner

Eine hitzige Diskussion entwickelte sich im Epfendorfer Gemeinderat über die Schule in Trichtingen. Eine Analyse zeigt, welche Kosten auf die Gemeinde bei der Beibehaltung des Standorts zukommen würden. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache – die Entscheidung fiel dennoch knapp aus.

Die Entscheidung ist gefallen. Am Dienstagabend entschied sich der Epfendorfer Gemeinderat bei seiner Sitzung in der Festhalle vor einer großen Zuschauerkulisse mit neun Ja- und fünf Nein-Stimmen mehrheitlich für eine Unterrichtsversorgung der Grundschulkinder der Gesamtgemeinde am Standort Epfendorf. Damit gehört die Grundschule in Trichtingen ab dem Ende des Schuljahres 2024/2025 der Vergangenheit an.

 

Vollzug ausgesetzt

Bereits am 27. Juli 2021 war das Gremium zum selben Entschluss gekommen, allerdings wurde dieser Beschluss am 25. Januar 2022 von der Vollziehung ausgesetzt. Nach Gesprächen mit dem Kommunal- und Prüfungsamt Rottweil musste die Gemeinde die Lebenszykluskosten für die verschiedenen Varianten der Schulen mit zwei Standorten, beziehungsweise einem Standort ermitteln lassen.

Mit dieser Aufgabe wurde das Büro „Drees & Sommer“ aus Stuttgart beauftragt und Marc Flögerhöfer, „Manager Building Performance“, stellte die Ergebnisse dem Gemeinderat und den Bürgern vor.

Drei Möglichkeiten standen zur Debatte und Flögerhöfer präsentierte unter anderem Belegungspläne, Gebäudezustandserfassungen, Neubau und Erweiterungsbedarfe und belegte sie mit Zahlen.

Nach einer ausführlichen Vorstellung der Kosten für die verschiedenen Maßnahmen stellte Flögerhöfer die Kostenrahmenermittlung der verschiedenen Varianten gegenüber, die eine eindeutige Sprache sprachen.

Knapp 14 Millionen Euro

Bei einem Schulstandort Trichtingen würden auf die Gemeinde Kosten in Höhe von 8 962 000 Euro zukommen, bei einem Standort in Epfendorf 8 483 000 Euro und bei Beibehaltung beider Standorte würde die Gemeinde Epfendorf 13 814 000 Euro berappen müssen.

Das Büro „Drees & Sommer“ hatte bei der Berechnung die Baukosten von 2020 hinterlegt. Diese sind jedoch nicht mehr aktuell, so dass Jürgen Behr den Antrag stellte, dass man zu einer Entscheidung aktuelle Zahlen benötige.

Diese lieferte Flögerhöfer, indem er nach einer Unterbrechung der Sitzung berichtete, dass man seit 2020 eine Preissteigerung von 17,6 Prozent bei den Baukosten zugrunde legen müsse. Danach gab er die neuen Zahlen bekannt, die zwar höher waren, aber an der Tatsache, dass eine Beibehaltung beider Schulstandorte für die Gemeinde Epfendorf finanziell wohl kaum leistbar sein dürfte, nichts änderte.

Keine Zuschüsse zu erwarten

Zudem sei mit nennenswerten Zuschüssen von Land und Bund nicht zu rechnen, erklärte Flögerhöfer auf Anfrage von Gemeinderat Alexander Merkt. Im Gremium war man sich daher weitestgehend darüber einig, dass die Beibehaltung beider Standorte wohl als Lösung nicht infrage kommen wird, weshalb man sich nun über die beiden verbliebenen Varianten auseinandersetzte.

Vor- und Nachteile wurden abgewogen, um eine Entscheidung zu finden, was allerdings verhärtete Fronten verhinderte. Markus Giesa stellte den Antrag, die Abstimmung zu vertagen, was allerdings vom Gremium abgelehnt wurde.

Mehrfach wurde erklärt, dass man zu einer Lösung finden müsse. Dies im Interesse der Kinder, aber auch deshalb, weil jeden Monat Kosten auf die Gemeinde zukommen würden. Auch die zu erwartende Preissteigerung im Baugewerbe dürfe man nicht außer Acht lassen. Letztendlich konnte Bürgermeister Mark Prielipp zur Beschlussfassung kommen, bei der die Entscheidung vom Juli 2021 bestätigt wurde.