Volles Haus im Sitzungssaal: Rund 50 Bürger waren zur Sitzung des Gemeinderats gekommen. Foto: Reimer

Der Sitzungssaal des Oberndorfer Rathauses platzte fast aus allen Nähten. Mehr als 50 Schüler, Eltern, Lehrer und Ganztagskräfte des Schulverbunds waren zur Sitzung des Gemeinderats gekommen, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.

Oberndorf - Die Ganztagssituation an der Grundschule spitzt sich seit Jahren zu. Eine Aussicht auf Besserung gab es bisher aber nicht. Schulleiter Michael Schwarz schilderte die Lage bereits in einer vergangenen Ausschusssitzung und warnte davor, die geplanten Maßnahmen weiter aufzuschieben.

Maßnahme verschieben?

In der Karl-Wider-Schule sollen neue Räume für die Ganztagsbetreuung entstehen. Fachklassenräume, die sich derzeit noch im dortigen Bau befinden, sollen in den Fachklassenbau umziehen. Im Hochbau-Programm für das kommende Jahr sind 321 000 Euro für die Maßnahme vorgesehen, weitere 450 000 Euro im Jahr 2024. Der Gemeinderat sollte nun entscheiden, ob das Vorhaben in den Haushalt aufgenommen oder verschoben werden soll.

Vor der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend hatten sich Eltern mit einem Schreiben an die Gemeinderäte gewandt. Das Schreiben liegt der Redaktion vor. Darin wird der Frust der Eltern mehr als deutlich. Sie haben das Warten auf die Schulsanierung satt – seit Jahren tue sich nichts, heißt es darin. Der Schulverbund dürfe nicht weiter vernachlässigt werden. Auch wenn die Turnhallen- und Gymnasiumssanierung viel Geld und Kapazitäten fordere, die steigenden Schülerzahlen erforderten ein Handeln am Schulverbund.

Wann wird gebaut?

Rund 50 Bürger kamen zur Sitzung, um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen. Angesichts der vielen Zuhörer wurde dieser Tagesordnungspunkt gleich zu Beginn beraten. Der Ausschuss hatte sich bereits einstimmig dafür ausgesprochen, diesen Kostenpunkt im Programm für das kommende Jahr zu behalten. Bürgermeister Hermann Acker stellte klar: "Die Mittel sind im Plan eingestellt". Jetzt musste nur noch das Gremium grünes Licht geben.

Doch zwischen der Planung und der Realisierung eines Projekts liegen oft Welten. Dieter Rinker (FWV) fragte daher, ob es einen Zeitplan für die Umsetzung gebe. "Wir nehmen uns viel vor, das weckt natürlich die Hoffnung, dass es zeitnah umgesetzt wird. Doch wir sollten ehrlich sein und in Aussicht stellen, wann das Ganze realisiert werden kann."

Sorge vor Bausünden

Stephan Ruff vom Hochbauamt erklärte, dass zunächst einmal die Sanierung am Gymnasium abgeschlossen werden müsse. Denn neben Gymnasium und Turnhallen eine dritte Baustelle aufzumachen, sei aus personellen Gründen im Hochbauamt nicht möglich.

Etwa zur Mitte des Schuljahres sollen die Arbeiten am Gymnasium abgeschlossen sein, so Ruff. Danach könne man sich dem Schulverbund widmen.

"Der erste Schritt ist, dass die Mittel eingestellt sind. Das ist die Grundlage dafür, dass die Maßnahme angegangen werden kann", so Bürgermeister Acker. Eine Vorhersage, wann die Arbeiten losgehen können, sei nicht möglich. Auch aufgrund der derzeitigen Situation in der Baubranche.

Im Hinblick auf mögliche Kostensteigerungen seien ebenfalls keine Prognosen möglich. Dass wie bei der Turnhallen- und Gymnasiumssanierung Bausünden aus den 70er-Jahren zutage treten könnten, sei auch nicht auszuschließen, sagte Bürgermeister Acker.

Das Hochbau-Programm, in dem die Mittel für die Schulverbund-Sanierung eingestellt sind, wurde vom Gremium einstimmig abgesegnet. Die zahlreichen Zuhörer applaudierten.