Einstimmig hat der Gemeinderat Malsburg-Marzell die vorübergehende eigenständige Organisation der Schülerbeförderung durch die Gemeinde beschlossen.
Darüber hinaus genehmigte das Gremium in der jüngsten Sitzung die hierfür entstehenden Kosten. Parallel wird die Verwaltung damit beauftragt, weiterhin auf eine maximale Kostenübernahme beziehungsweise Bezuschussung durch den Landkreis hinzuwirken.
Die Interimslösung gilt für die rund 150 Schultage bis zum 14. Dezember. Am Wochenende und in den Schulferienzeiten fährt der Bus nicht. Im Zuge des Fahrplanwechsels im Linienbündel Markgräflerland wird ab dem 15. Dezember die Schülerbeförderung durch die neue Buslinie 210 abgedeckt.
Für die Eltern bedeutet die Interimslösung eine Entlastung, für die Gemeinde entstehen dadurch Kosten von 4400 Euro – so hoch ist der geschätzte Eigenanteil der Gemeinde, wenn man den Zuschuss des Landkreises Lörrach in Höhe von maximal 1400 Euro pro Kind und Jahr abzieht. Die derzeit hohen Spritpreise wurden mit einem Durchschnittspreis von 2,30 Euro pro Liter Diesel oder Benzin bereits in der Kostenkalkulation berücksichtigt.
Förderung durch Landkreis
Die Genehmigung des Landkreises liege vor, sagte Bürgermeister Mario Singer. Die Fragen der Kosten, Konditionen, Haftung und Versicherung sind geregelt. Die Gesamtkosten der Interimsleistung in Höhe von 18 440 Euro fördert der Landkreis Lörrach mit 14 040 Euro.
Die Linienführung ab Mai wird dieselbe sein wie zuvor. Seit 2022 beförderten Kleinbusse der Kanderner Firma Heckert die Schulkinder aus den Teilorten. Seit Anfang des Jahres fällt die Beförderung aus Krankheitsgründen aus und die Eltern bildeten Fahrgemeinschaften. Nun mietet die Gemeinde einen Kleinbus von „Otto’s Bustouren“ aus Müllheim und fand zwei Rentner aus Malsburg-Marzell als auf geringfügiger Basis beschäftigte Fahrer.
Aktuell müssen insgesamt 17 Kinder befördert werden. Für das kommende Schuljahr ist mit 20 Schülern zu rechnen, darunter elf Schüler aus Vogelbach und Käsacker. Ab dann wird ein Kleinbus mit acht Sitzen nicht mehr ausreichen. Annika Weltin sagte dazu, für die aktuell neun Kinder aus Lütschenbach und Kaltenbach würden bereits jetzt die Plätze nicht reichen.
Größerer Bus viel teurer
Für einen größeren Bus benötige man eine Konzession, stellten André Hintenaus und der Bürgermeister klar. Wie Singer ausführte, sei dann trotz Personenbeförderungsschein der Fahrer eine Konzession erforderlich – und dann würde die Beförderung keine 85 Euro pro Einsatztag kosten, sondern 700 Euro. Das könne die Gemeinde nicht bezahlen, zumal Schülerbeförderung keine Pflichtleistung der Gemeinde sei.
Für diejenigen Schüler, die ab Schuljahresbeginn am 14. September im Kleinbus keinen Platz hätten, müssten daher Eltern deren Beförderung übernehmen, Lösungen sollen in einem Gespräch mit den betroffenen Familien erörtert werden.
Die Eltern könnten für ihre Beförderungsleistung beim Landratsamt einen Zuschuss beantragen und sich in dieser Angelegenheit an die Malsburg-Marzeller Verwaltung wenden, stellte Hauptamtsleiter Patrick Seemann fest.