Im Obergeschoss der Grundschule Mühlheim werden neue Räume und ein zusätzlicher Fluchtweg geschaffen, ab 2027/2028 wird das Dach des roten Erweiterungsbaus mit einer PV-Anlage ausgerüstet. Foto: Daniel Schneider

Um den steigenden Schülerzahlen in Mühlheim zu begegnen, hat der Sulzer Bauamtsleiter Reiner Wössner die Maßnahmen im Ausschuss Technik und Umwelt auf den Tisch gelegt.

Ein ungewohnter Anblick im Ausschuss Technik und Umwelt: Die Stühle für interessierte Bürger jenseits des Ratstisches sind dicht besetzt. So etwas ist eigentlich nur dann der Fall, wenn das Thema „Windkraft in der Umgebung“ lautet.

 

Doch in dieser Sitzung standen vergleichsweise „unspektakuläre“ Dinge wie der Umbau der Ortsmitte in Bergfelden zu einem verkehrsberuhigten und grüneren Gebiet mit mehr Lebensqualität auf der Tagesordnung. Und Kinder – speziell die Umbauarbeiten an der Grundschule Mühlheim.

Weniger Babys

Doch zeigte schon die Vergangenheit, dass nicht nur „Windkraftindustrie“ und postulierter „Infraschall“ die Menschen bewegen kann, sondern auch die Bildungszukunft der jungen Generation. So waren die hohen Schülerzahlen bei gleichzeitig fehlenden Räumen eines der bestimmenden Themen beim Mühlheimer Bürgerdialog im Dezember.

Im Zuge der daraus resultierenden Diskussion hatte Hartmut Walter, Leiter des Fachbereichs Innere Dienste und Verwaltung, Bildung und Betreuung, einen Höhepunkt an ABC-Schützen festgestellt. Und gleichzeitig auf seit Jahren rückläufige Geburtenzahlen verwiesen.

Drei Optionen im Raum

So gehe die Schulentwicklungsplanung 2025/26 von 85 Schülern aus, 2026/27 könnten es 104 Kinder sein – ebenso wie 2027/28. Den Scheitelpunkt sehe man im Schuljahr 2028/29 mit 108 Schülern, während für 2029/30 nur noch 99 Schüler prognostiziert würden.

Im Ausschuss geht Reiner Wössner, Leiter für Planen und Bauen, nun auf konkrete Maßnahmen ein. So habe die Aufstellung von Containern, die Auslagerung von Schülern in Räume der Kirchengemeinde oder die Reaktivierung von Klassenraum im Gebäude zur Auswahl gestanden.

Mehrkosten: 90.000 Euro

Entschlossen habe man sich zu Letzterem – und im Obergeschoss, wo zwei vollwertige Klassenzimmer entstehen sollen und ebenso die Vergrößerung von Lehrerzimmer und Rektorat geplant ist.

„Wir werden Wände herausnehmen, um eine großzügige Raumsituation zu schaffen“, erläutert Wössner. Darüber hinaus ist über den bisherigen Balkon ein zweiter Rettungsweg geplant. Der Rück- und Ausbau bedeute jedoch auch zusätzliche Kosten von rund 90.000 Euro.

Straffer Zeitplan

„Die Treppe ist schon in Auftrag gegeben“, spricht er die künftige Fluchtmöglichkeit an. Die Bauarbeiten selbst sollen in den Pfingstferien beginnen, um den Unterricht nicht zu stören.

„Die Baustelle wird mit einer Staubwand vom Rest des Gebäudes abgetrennt. Der laufende Betrieb wird also nicht wesentlich beeinträchtigt“, erklärt Wössner. Der Aufbau der Treppe sei für Juni angesetzt, stehen solle alles bis Ende August.

Wärmepumpe und PV

„Dann haben wir zwei Wochen zur Reinigung, bevor der Schulbetrieb Mitte September beginnt“, skizziert er den Zeitplan. Darüber hinaus solle das Gebäude in den Jahren 2027/2028 umfassend energetisch saniert werden. Die entsprechenden Anträge werde man stellen.

Dies schließe die Fenster und Fassade sowie die oberste Geschossdecke und Heizung mit ein. Muss man jetzt noch auf eine Ölheizung zurückgreifen, könnte in den nächsten Jahren eine Wärmepumpe für eine Wohlfühlatmosphäre, auch im Winter, sorgen. Der Erweiterungsbau erhalte darüber hinaus eine PV-Anlage.

Einstimmiges Votum

„Die Lösung, die wir jetzt auf dem Tisch haben, ist eine, die funktioniert“, ist sich Wössner sicher. Und Walter erinnert: „Vor Jahren hatten wir in Holzhausen eine ähnliche Diskussion“. Auch da sei man zu einer pragmatischen Lösung im Gebäude – zu wirtschaftlichen Kosten – gekommen.

„Danke, dass eine vernünftige Lösung gefunden wurde“, freut sich Mühlheims Ortsvorsteher Giuseppe Mastragostino. Die Stadträte stimmen den außerplanmäßigen Kosten geschlossen zu.