Die Fraktion äußert sich zum Beschluss, eine Stelle an der Astrid-Lindgren-Grundschule einzurichten.
Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Gemeinderat Lörrach begrüßt den Beschluss, an der Astrid-Lindgren-Schule in Hauingen eine Schulsozialarbeitsstelle im Umfang von 0,6 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) zum neuen Schuljahr ab September 2026 einzurichten.
Damit wurde ein tragfähiger Kompromiss gefunden, der sowohl der angespannten Haushaltslage der Stadt als auch dem fachlich eindeutig festgestellten Bedarf gerecht wird, heißt es in einer Stellungnahme. Die von Landkreis und Schulverwaltung vorgenommene Bedarfsanalyse beruht auf Kriterien, die objektive, transparente und vergleichbare Ergebnisse für alle Schulen erbringen. Für die Astrid-Lindgren-Schule, die mit stetig steigenden Schülerzahlen, einer hohen Heterogenität, einem beträchtlichen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund und zahlreichen sozialen Herausforderungen konfrontiert ist, war das Ergebnis eindeutig: Eine professionelle Schulsozialarbeit ist dringend erforderlich.
In den bisherigen Debatten wurde die schwierige Haushaltslage der Stadt mehrfach betont. Die Grünen zeigen dafür Verständnis, weisen aber darauf hin, dass Einsparungen an dieser Stelle nicht zu verantworten wären: Denn ohne Schulsozialarbeit drohen Folgekosten in anderen Bereichen, etwa Jugendhilfe oder Sonderpädagogik, die am Ende deutlich höher ausfallen können. Ein sozialer, frühzeitiger und präventiver Kontakt unterstütze Kinder und Familien bereits dort, wo Probleme entstehen, anstatt sie später mit höherem Aufwand zu bearbeiten.
Gerade dort, wo Lebenswelten vielfältig und Belastungen groß sind, brauche es verlässliche Ansprechpartner vor Ort, die Schule, Eltern und Kinder unterstützen. In einer Zeit, in der Kinder und Familien mit Nachwirkungen der Pandemie, zunehmender Komplexität sozialer Herausforderungen, Sprachbarrieren und psychischen Belastungen konfrontiert sind, wäre ein Verschieben auf unbestimmte Zeit ein falsches Signal gewesen.