Elterntaxis schlängeln sich an parkenden Autos vorbei, die Schulkinder müssen auf eine Lücke warten, um die Straße sicher zu überqueren. Foto: Hoffmann

Ob der Schulweg für Bisinger Grundschüler wirklich sicher ist, scheint angesichts der Elterntaxis fraglich. Eine Lösung bietet die Gemeinde nicht an. Es bleibt der Appell: Kinder sollen zu Fuß gehen.

Mülltonnen, die Gehwege versperren, Autos, die einen Stau verursachen, ein Bus, der sich durch den Verkehr schiebt und dazwischen zahlreiche Schulkinder, die auf eine seltene Autolücke hoffen, um die Straße überqueren zu können – so geht es morgens um 8 Uhr an der Grundschule Bisingen zu. Kein Unfallschwerpunkt zwar, sagt die Polizei, aber allemal gefährlich, finden viele Eltern.

 

Ein Problem, so Michael Breimesser, Fachbereichsleiter des Bisinger Hauptamtes, seien die Elterntaxis. Er empfiehlt, dass Eltern ihre Kinder an leichter zugänglichen Punkten absetzen sollten.

Paradebeispiel hierfür sei die Bahnhofstraße: Dort gebe es eine große Parkfläche, ein „Schulweghelden“-Schild markiert zusätzlich einen Punkt, von dem aus die Schule zu Fuß gut erreichbar sei. Überhaupt habe man vor einigen Jahren gemeinsam mit der Grundschule und den Eltern einen Schulwegeplan entworfen, welcher Empfehlungen für einen sicheren Weg zur Schule gebe.

Absolut sicher sind die Schulwege nicht

Doch wie „sicher“ sind diese Strecken für die Kinder wirklich? „Sicher wäre es, wenn ein Schulweg komplett abgeschottet wäre von anderen Verkehrswegen, beleuchtet und überdacht wäre – aber diesen Weg gibt es so nicht“, so Breimesser. Stattdessen entstünden im öffentlichen Raum immer wieder gefährliche Situationen, es gehe also darum, die Gefahren zu entschärfen, wie auch Carolin Landenberger, stellvertretende Leitung des Fachbereichs, erklärt.

Zudem: Was vor zehn Jahren noch keinerlei Probleme verursacht habe, kann den Schulweg heute unsicherer machen – immerhin seien heute deutlich mehr Schüler und Autos unterwegs als früher, gibt Michael Breimesser zu bedenken.

Neue Verordnung für Brücke Richtung Steinhofen

Und auch in puncto Autochaos geht es voran: Schon in wenigen Tagen werde es eine neue Verordnung für die schmale Brücke am Hallenbad Richtung Steinhofen geben, um den Verkehrsfluss dort zu ändern, kündigt das Hauptamt an. Details sind noch nicht bekannt. Trotzdem: „Von heute auf morgen ist es schwer zu realisieren“, sagt Carolin Landenberger. Sie spricht von einer Vorlaufzeit von drei bis vier Monaten, erst dann sei mit einer Umsetzung der neuen Verordnung zu rechnen.

Oft versperren Mülltonnen den Gehweg – Schüler müssen dann auf die Straße ausweichen. Foto: Hoffmann

Doch wieso das, wenn eine offensichtliche Gefahr für Autofahrer und Schüler besteht? Wegen der „großen Kommission“, die an solch’ einer Änderung beteiligt ist, lautet die Antwort aus der Verwaltung. Polizei, Ordnungsamt, Schule, Verkehrs- und Straßenbauamt sowie Straßenmeisterei und Bauhof – die Liste der Beteiligten ist lang.

Keine neuen Fußgängerüberwege

Und wie steht es um neue Fußgängerüberwege, um den Schülern die Querung der Straßen zu erleichtern? Aktuell sei nichts in Planung, so Breimesser. Immerhin gebe es gewisse Anforderungen an die Installation solcher Überwege, wie etwa eine hohe Frequentierung der jeweiligen Straße, sagt Carolin Landenberger.

Hier soll eine Neuregelung her: die Brücke beim Hallenbad Richtung Steinhofen. Foto: Hoffmann

Alternativen seien aber möglich; so seien im vergangenen Jahr Bremsschwellen bei der Bushaltestelle am Schulzentrum aufgebaut worden, wo die Schule eigentlich einen Fußgängerüberweg gewünscht hatte. In der Steinhofener Straße hingegen stehen ein Schulwegkreuz und ein Schild mit der Aufschrift „Achtung Kinder“. Auch Pfosten – wie in der Humboldtstraße vor dem Kindergarten) – und ausgeweitete Halteverbots-Regeln oder Zickzack-Linien würden für mehr Sicherheit auf den Bisinger Schulwegen sorgen.

Der Appell von Polizei und Verwaltung lautet, das Auto stehenzulassen und die Anzahl der Elterntaxis zu reduzieren. Es sei nicht sinnvoll, diese Fahrten zu fördern, neue Parkplätze werde es am Schulzentrum daher nicht geben.