Die Umstellung der Heizungsanlage für die Grundschule Besenfeld auf Flüssiggas lehnte der Gemeinderat von Seewald in seiner vergangenen Sitzung ab. Foto: Stadler

Die Gemeinde Seewald hat sich für das Risiko entschieden und lehnte in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats die Umstellung der Heizungsanlage für die Grundschule Besenfeld mit Seewald-Halle auf Flüssiggas ab.

Seewald - Bereits mehrfach hatten die Seewälder Räte das Thema Gasmangellage in diskutiert, denn die drei großen kommunalen Gebäude in der Gemeinde werden seit Jahren mit Erdgas versorgt.

Bürgermeister Gerhard Müller fasste die Thematik nochmals zusammen, lediglich eine Umstellung der Heizanlage für die Grundschule Besenfeld mit der Seewald-Halle sei möglich. "Wenn wir auf Flüssiggas umstellen, könnten wir einem Ausfall der Schule vorbeugen, sollte es zu einer Gasknappheit kommen", so Müller. Die Kosten für die Umstellung würden bei rund 15.000 bis 20.000 Euro liegen. Laut ersten Einschätzungen könnte es bis zum Februar kommenden Jahres noch eine ausreichende Belieferung mit Erdgas geben.

Langfristige Überlegungen anstellen

Müller erklärte, dass im vergangenen Jahr die Jahreskosten für Erdgas für die Seewald-Halle und die Grundschule bei rund 13.000 Euro lagen, nun rechne die Kommune mit einem Anstieg auf 45.000 Euro. Bei der Umstellung auf Flüssiggas könnten aber auch Kosten von rund 39.000 Euro anfallen. "Wir können weiterhin mit Erdgas heizen, eine Umstellung auf Heizöl kommt aufgrund der langen Lieferzeit des Brenners nicht in Frage oder wir haben zum Jahreswechsel vielleicht die Möglichkeit auf Nahwärme umzusteigen", erklärte Müller.

Kurzfristig machbar sei die Umstellung auf Flüssiggas, damit erkaufe man sich eine gewisse Versorgungssicherheit und damit die Option bei Gasmangel nicht schließen zu müssen.

Der Argumentation der Verwaltung wollten sich die Gemeinderäte nicht anschließen. Carmen Lehmann von der Frauenliste plädierte dafür die Sache auszusitzen und langfristige Überlegungen anzustellen. "Ich denke wir sollten nichts überstürzen, im April wird es wieder wärmer und wir wissen gar nicht wie sich alles entwickelt", so die Gemeinderätin.

"Wir sollten die Vorschläge zur Nahwärme abwarten, für mich wäre das die ideale Lösung", so Gemeinderätin Monika Stelzer-Podschwadt (Frauenliste). "Ich würde nicht ganz so schwarzsehen, für die Umstellung auf Flüssiggas müssen wir bestimmt 20.000 Euro investieren, ich finde man kann im Moment auf gar nichts mehr etwas geben", so Gemeinderat Jochen Bier (Vereinigter Seewald). "In die Kristallkugel kann keiner schauen, wir haben auch Corona rumgebracht", stimmte Gemeinderatskollege Karl Lutz zu.

Strategiepläne um Strom und Gas einzusparen

"Es ist gefährlich, persönlich sehe ich es nicht so kritisch, aber Leute das kann schief gehen", warnte Gemeinderat Martin Rebstock.

Auf die Nachfrage von Gemeinderätin Ursula Mertzig-Stein ob es Empfehlungen für Verhaltensweisen für die Kommunen gebe, erklärte Bürgermeister Müller, dass jede Kommune anders versorgt werde und selber Lösungen finden müsse. "Es gibt Strategiepläne Strom und Gas einzusparen bei der Straßenbeleuchtung und der Weihnachtsbeleuchtung, auch bei der Beheizung der öffentlichen Gebäude, aber sonst müssen wir schauen", so Müller.

Richard Koch nutzte die Gelegenheit, um auf die Regierung zu schimpfen. "Wenn Strom und Gas ausgehen kriegen wir endlich eine neue Regierung, wir machen das, was wir am besten können: nichts tun und alles auf uns zukommen lassen", so Koch. Mit zwei Ja-Stimmen und einer Enthaltung lehnte der Gemeinderat die Umstellung auf Flüssiggas für die Grundschule Besenfeld und die Seewald-Halle mehrheitlich ab.