Auch an der Binsdorfer Grundschule ist seit 15. März wieder Präsenzunterricht erlaubt.Foto: Schnurr Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Rektorin Melanie Ott berichtet über die derzeitige Situation der Geislinger Grundschule / Schnelltests ab Montag

Der digitale Unterricht stellt Familien und Lehrer vor Herausforderungen

Geislingen-Binsdorf. Auch der Alltag der Grundschulen in Geislingen und Binsdorf ist seit Frühjahr 2020 von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Darüber hat die Rektorin Melanie Ott jüngst detailliert dem Binsdorfer Ortschaftsrat berichtet.

Derzeit gehen 52 Kinder in die Binsdorfer Außenstelle der Geislinger Grundschule am Schlossgarten. "Trotz aller Vorgaben kommen die Kinder noch gerne in die Schule", nimmt Ott wahr.

Die Schulleiterin berichtete davon, was das Kollegium in den monatelangen Homeschooling-Phasen geleistet hat. Angefangen hat das bereits mit dem kurzfristigen Auftrag im März 2020, das Lernen für zuhause zu organisieren: In einer Hauruck-Aktion schnürten die Lehrenden Lernpakete, um die Kinder auf das folgende Schuljahr vorzubereiten. Das habe viel Einsatz von den Kolleginnen und auch den Elternvertretern erfordert.

Indessen hat das nicht in allen Fällen ausgereicht, trotz Corona-Bedingungen das nötige Wissen zu vermitteln: Einige bisherige Drittklässler sind im laufenden Schuljahr schon wieder in Klasse 2 zurückgestellt worden. Ihnen hatte der erste Lockdown den Übergang erschwert.

Ott zeigte auch die Probleme auf, vor die viele Familien infolge der sonst viel gepriesenen Digitalisierung stehen: Diese fangen damit an, dass gar nicht alle Eltern über Drucker oder Scanner verfügen, um die Unterrichtsmaterialien auszudrucken und fertige Aufgaben zurück an die Schule zu schicken.

Die Ausführungen der Schulleiterin verdeutlichten, welche logistische Leistung das Homeschooling Eltern und Lehrkräften abverlangt. Aber: "Trotz aller Sorgen und Nöte sind wir auf einem guten Weg", ist Ott überzeugt.

Während der vergangenen Monate hat die Grundschule am Schlossgarten hinter den Kulissen einen Medienentwicklungsplan aufgestellt: Was es hinsichtlich der Digitalisierung in der Grundschule gab, sei bislang "überschaubar" gewesen, so Ott. Inzwischen sei man aber endlich soweit, dass es ans Bestellen neuer technischer Ausstattung gehen könne.

Überrascht sei man von der schnellen Rückkehr zum Präsenzunterricht am 15. März gewesen, sagt Ott – und jetzt gespannt, wie sich die Situation weiter entwickle. Auch nachdem momentan wieder Präsenzunterricht erlaubt ist, wird der Schulalltag von den Corona-Schutzbestimmungen geprägt: Alles, was Bewegung erfordert, fällt derzeit weg. Es gibt keinen Sport, man darf nicht singen, und die Kinder müssen auf ihren Plätzen bleiben.

Deshalb findet der Unterricht kompakt an den Vormittagen statt. Nachmittags ist keine Schule, aber auch keine Hausaufgabenbetreuung. Die Beratung der Eltern, auf welche weiterführende Schule die derzeitigen Viertklässler ab dem Herbst gehen können, findet ausschließlich telefonisch statt. Voraussichtlich ab Montag kommender Woche soll es auch in der Geislinger Grundschule Corona-Schnelltests geben. Ein Testzentrum für die Schüler hat die Schule gemeinsam mit dem DRK-Ortsverein vorbereitet.

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