Der Brigachtaler Gemeinderat stimmte den Plänen des Regierungspräsidiums Freiburg zu: An der Brigach werden nun umfangreiche Maßnahmen durchgeführt. Foto: Hella Schimkat

Die Renaturierung der Brigach geht weiter: Auf einer rund drei Kilometer langen Strecke sollen neue Gewässerstrukturen geschaffen werden. Der Brigachtaler Gemeinderat gab grünes Licht.

In der letzten Gemeinderatssitzung stimmten der Gemeinderat und die Verwaltung dem Antrag des Regierungspräsidiums Freiburg, die Ufersicherung der Brigach mit Einbau von Gewässerstrukturen herauszunehmen, zu. Der wasserrechtliche Plan wurde von Michael Koch und Stefan Müller vom Regierungspräsidium vorgestellt.

 

Im Frühsommer 2025 war im Rahmen eines Pilotprojektes ein erster, circa ein Kilometer langer Teilabschnitt der rund vier Kilometer langen Gesamtstrecke renaturiert worden. Die gewonnenen Erkenntnisse an der Pilotstrecke sollen nun an der verbleibenden Reststrecke von circa drei Kilometern angewandt werden. Hierbei sollen vergleichbare Maßnahmen wie auf der Pilotstrecke von der Mündung des Holenbachs bis zum Weiler in Beckhofen durchgeführt werden.

Die Umsetzung der Maßnahme soll nach und nach durch die Betriebsbauhöfe des Regierungspräsidiums innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre erfolgen. Michael Koch und Stefan Müller erläuterten die Maßnahmen: Die vor vielen Jahrzehnten eingebauten Bruchsteine unterschiedlichster Größe sind nahezu durchgängig an beiden Ufern vorhanden und sollen herausgenommen werden. In den Uferbereichen mit Gehölzbewuchs auf den Böschungen soll nur ein oberflächlicher Abtrag der Ufersicherungssteine erfolgen, um die Gehölze und ihre Wurzeln nicht zu beeinträchtigen, so Koch.

Die Steine sollen zu deklinanten und inklinanten Buhnen (Damm, der den Gewässerquerschnitt verengt) am Ufer umgebaut werden. Weiter sollen die Steine zu Trichterbuhnen in der Gewässermitte umgebaut werden, erklärte Müller. Im Bachbett könnten Steininseln und Dreiecksbuhnen aufgeschüttet werden, ergänzte er.

Weitere Maßnahmen werden der Einbau von Raubäumen, Totholz, Wurzelstöcken sowie einzelnen Störsteinen sein, um den Abfluss zu verschmälern, die Strömungsverhältnisse variabler und damit auch die Lebensräume vielfältiger zu gestalten, so die Planer. Zusätzlich sind auf circa 2000 Metern an den beiden Brigachufern Bepflanzungen von mehrreihigen Gehölzgruppen aus Bäumen und Sträuchern innerhalb des Gewässerrandstreifens vorgesehen, ergänzten sie.

Biber sei kein Problem

Josef Vogt hatte vorab in der Bürgerfrageviertelstunde vorgeschlagen, auf Tafeln entlang des Fußgängerpfads die Maßnahmen darzustellen. Die Brigach führe jetzt schon wenig Wasser, daher sei es umso wichtiger, die Maßnahmen in den nächsten Jahren durchzuführen, erklärte Müller.

Markus Rist glaubte, dass man die Brigach nach den Maßnahmen nicht mehr wiedererkennen werde. Joachim Eichkorn stellte die Frage, ob der Biber nicht zu viel von den Maßnahmen zerstören würde? „Das schafft er nicht“, antwortete Müller. Theo Effinger gefielen die vorgestellten Maßnahmen, durch die auch mehr Schatten entstehen werde: „Die Brigach war schon zu warm, es gab kaum noch Forellen“, beklagte er. Heike Stöckmeyer wollte wissen, ob die Finanzierung der Maßnahmen sicher sei? „Wir sind ein Eigenbetrieb und können Kontinuität zusichern“, antwortete Koch.