Bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Cem Özdemir kam es zu einem Zwischenfall mit einem brennenden Gegenstand. Foto: imago/Frank Turetzek

Bei einer Wahlkampfveranstaltung des Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir in Metzingen entdeckt ein Polizist einen brennenden Gegenstand im Gebälk. Das LKA ermittelt.

Der Wahlkampf für die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März ist in vollem Gange, auch der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir tourt durchs Land – am vergangenen Freitagabend war der Politiker in Metzingen zu Gast. Dort ist es zu einem Zwischenfall gekommen, den nun das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) und die Staatsanwaltschaft Tübingen beschäftigt.

 

Ein anwesender Polizist habe vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung mit fast 400 Zuschauerinnen und Zuschauern einen kleinen, brennenden Gegenstand im Gebälk der Metzinger Festkelter entdeckt, dieser habe einen Balken „angekokelt“, teilt eine LKA-Sprecherin unserer Zeitung auf Anfrage mit. Zuerst hatte der „Reutlinger Generalanzeiger“ über den Vorfall berichtet. Der Gegenstand konnte schnell gelöscht werden, es kam lediglich zu einem geringen Sachschaden, ein Feuerwehr-Einsatz war nicht nötig.

Grünen-Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg: „Wir sind schockiert“

Manche Medien titelten von einem möglichen „Brandanschlag“, so weit gehen die ermittelnden Behörden noch nicht. Erst einmal prüfe man den „Zwischenfall am Rande einer Wahlkampfveranstaltung“, heißt es vom LKA. Um welchen konkreten Tatbestand es sich möglicherweise handele, dazu sei man in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft in Tübingen. Von dort teilt ein Sprecher mit: „Wir ermitteln in jede Richtung.“

Cem Özdemir lässt über eine Sprecherin gegenüber unserer Zeitung mitteilen: „Wir warten die Arbeit der Ermittlungsbehörden ab. Wir sind dankbar für die umsichtige und schnelle Reaktion der Polizei vor Ort. Wir hoffen, dass die Hintergründe schnell und umfassend aufgeklärt werden.“ Mit dabei in Metzingen war auch die Grünen-Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg (Wahlkreis Hechingen-Münsingen).

Grünen-Politikerin: „Gegenstand kann dort nicht unabsichtlich gelandet sein“

Anders als die Behörden spricht Holmberg bereits von einem Angriff. „Wir sind schockiert, dass es offensichtlich Menschen gibt, die bereit sind, ein historisches Gebäude mit fast 400 Anwesenden in Brand zu setzen und dabei billigend in Kauf nehmen, dass Menschen verletzt werden könnten“, erklärte Holmberg gegenüber der „Südwest Presse“: „Von solchen Taten lassen wir uns weder einschüchtern noch davon abhalten, für unsere Überzeugungen einzustehen. Im Gegenteil: Solche Angriffe schweißen zusammen“, so die Grünen-Politikerin.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg war dabei, als der brennende Gegenstand entdeckt wurde. Foto: Dominik Butzmann/photothek

Holmberg berichtet am Montagmittag im Gespräch mit unserer Zeitung: „Der Gegenstand war so drapiert, dass er da nicht unabsichtlich gelandet sein kann.“ Ein Zufallsfund, sagt sie: „Es ist Rauch aufgestiegen und da war ein Licht, das da nicht hingehört.“ Mehr wolle sie mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht sagen, auch nicht, um welchen konkreten Gegenstand es sich gehandelt habe. Die LKA-Sprecherin sprach von einem „Docht“. Trotz des Vorfalls konnte die Veranstaltung wie geplant über die Bühne gehen.