Die Grünen wollen auch im Bund über sich hinauswachsen – schaffen sie es ohne die Lichtgestalt Winfried Kretschmann? Foto: dpa/Marijan Murat

Beflügelt vom Wahlsieg im Land steuern die baden-württembergischen Grünen auf die Bundestagswahl zu – doch dort sind die Verhältnisse andere, meint StN-Autorin Annika Grah.

Stuttgart - Die Grünen formulieren ihren Führungsanspruch. Nicht nur für Baden-Württemberg, sondern auch für den Bund. Was in Baden-Württemberg seinen Ursprung nahm, soll nach dem Wunsch von Leit- und Lichtgestalt Winfried Kretschmann auch auf Bundesebene passieren.

 

Kretschmann beschwört dafür beim Landesparteitag die Ursprünge in der Anti-Atomkraftbewegung in den 1970er Jahren. Schon bei den Protesten gegen das Atomkraft Wyhl sei die Bewegung „breit und bunt im besten Sinne“ gewesen. Später sei die Partei „Premiumopposition“ gewesen – bevor sie bei der Landtagswahl zur Baden-Württemberg-Partei wurde.

Ist die Hoffnung im Bund berechtigt?

Staatspartei könnte man auch sagen. Aber das ist kein Attribut, das Kretschmann seiner Partei zuschreiben will. Dabei machen sie im realo-geprägten Südwesten vor, wie es geht. Auf Bundesebene fehlen da noch ein paar Prozentpunkte. Aber die Hoffnung ist da. Auch im Bund könne man es schaffen, meint Kretschmann.

Dieser Ansicht ist auch die baden-württembergische Spitzenkandidatin Franziska Brantner. Die Frage ist, zu welchem Preis - ohne Kompromisse wird es nicht gehen. Denn im Bund kann die Baden-Württemberg-Partei nicht durchregieren, wie sie es jetzt im Land versucht – noch nicht.