Ein Großaufgebot aus Feuerwehr und vielen weiteren Rettungskräften übte in einem Tanklager in Rheinau den Ernstfall. Foto: Landratsamt

Ein Tankstellenbrand mit Schwerverletzten war das Übungsszenario in Rheinau. Auch ein Rettungshubschrauber war mit dabei.

Ein Unfall in einer Tankstelle und ein daraus entstehender Brand, während sich dort nicht nur Tankstellenpersonal, sondern auch Mitarbeiter mehrerer Fremdfirmen befinden, um Wartungsarbeiten durchzuführen: Diesen potenziellen Ernstfall probte das Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Ortenaukreises bei einer Katastrophenschutzübung in einem Tanklager in Rheinau.

 

Mit dabei waren neben den Feuerwehren aus Rheinau, Lahr und Achern alle im Ortenaukreis vertretenen Leistungsträger im Rettungsdienst, die Kehler Einsatzeinheit des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Einsatzkräfte der Polizei und – als besonderer Höhepunkt – die Deutsche Rettungsflugwacht mit einem Rettungshubschrauber. Die insgesamt 155 Einsatzkräfte waren zudem mit fünf Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeugen, fünf Fahrzeugen der Einsatzeinheit, zwei Löschzügen der Feuerwehr Rheinau sowie der Drehleiter aus Kehl und dem Höhenrettungszug aus Achern vor Ort, so das Offenburger Landratsamt.

Höhenrettung und Vernetzung als Übungsinhalte

„Ziel der Übung war insbesondere die Vernetzung der beteiligten Kräfte des Katastrophenschutzes von Feuerwehr, Rettungsdienst und Sanitätsdienst“, erläuterte Urs Kramer, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz. „Wichtig war uns auch, das Management bei der Versorgung von Schwerstverbrannten und die Rettung aus Höhen zu proben. Dabei freut es mich besonders, dass erstmals auch Auszubildende zum Notfallsanitäter teilnahmen“, so Kramer weiter. Um die Vernetzung der beteiligten Einsatzkräfte zu üben, wurden mehrere Ereignisse und Aufgaben eingespielt. Dabei wurden Verletztendarsteller durch ein Team der realistischen Unfalldarstellung des DRK aus Wolfach und Emmendingen wirklichkeitsgetreu geschminkt.

Aufgabe der Feuerwehr war es, verletzte Personen aus dem Gefahrenbereich der Tankstelle zu retten und an die Kräfte des Rettungs- und Sanitätsdienst zu übergeben. Diese richteten eine sogenannte strukturierte Verletztenablage ein. Schwerstbrandverletzte Personen mussten als Teil der Übung vital stabilisiert werden, damit diese mit dem Rettungshubschrauber in Spezialkliniken wie die BG-Klinik in Ludwigshafen geflogen werden konnten.

Arbeiter musste von Tank gerettet werden

Eine weitere Herausforderung war es, einen Arbeiter vom Dach eines Tanks zu retten. Hierfür wurde der Höhenrettungszug aus Achern und die Drehleiter aus Kehl alarmiert.

„Eine weitere Aufgabe bestand darin, eine gemeinsame Einsatzleitung mit Feuerwehr, Rettungsdienst, leitendem Notarzt, betroffener Firma und Katastrophenschutz zu bilden“, erklärte Kramer. Denn im Ereignisfall sei es von Vorteil, „wenn alle Führungskräfte der Einsatzleitung den gleichen Wissensstand haben und eine gemeinsame Lageeinschätzung teilen“. Laut dem Amtsleiter konnte genau das in Rheinau erfolgreich geübt werden.                                                                        red/vks

Info: Das Brandschutz-Amt

Das in Offenburg ansässige Amt für Brand- und Katastrophenschutz erstellt Gefahrenabwehrpläne, um bei Katastrophen möglichst schnell mit Hilfsdiensten der Bevölkerung zu helfen. Im Sachgebiet Brandschutz agieren der Kreisbrandmeister und seine Mitarbeiter als Aufsichtsbehörde über die Gemeinde- und Werksfeuerwehren im Kreis und bearbeiten die feuerwehrtechnischen Angelegenheiten des Landratsamts.