Bei der Übung AAO Nacht der Meßstetter Feuerwehr kommen besondere Fähigkeiten zum Tragen. Dieses Mal geht es in eine Scheune mit Feuer und Rauch.
Sie hatten sich vorbereitet, die Feuerwehrabteilungen Meßstetten, Tieringen, Hossingen und Oberdigisheim. Mit von der Partie waren die Führungsgruppe Heuberg, sowie der DRK-Ortsverein Meßstetten. Die Großübung „AAO Nacht“ fand auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Mannke in Hossingen statt. Dem Hof gehört eine große Stallung an.
Gesamtkommandant Ralf Smolle eröffnete die Übung und erklärte per Mikrofon und Lautsprecher der großen Anzahl an Zuschauern das Übungsszenario in seinen einzelnen Phasen. Die Örtlichkeit und Situation im heimeligen Teil Hossingens hielt für die Wehr einige besondere Herausforderungen bereit. So waren die Zufahrt und der Platz vor Ort beengt.
Zudem machte die Meldung, dass gelagerte Düngemittel vorhanden sind, das Löschen und die Rettung eingeschlossener Personen nicht einfacher. Die AAO (Alarm- und Ausrücke Ordnung) Nacht der Feuerwehr regelt die Einsatzbereitschaft und das Vorgehen der Feuerwehr während der Nachtstunden. Sie legt fest, welche Einheiten alarmiert werden, welche Fahrzeuge ausrücken und welche Ausrüstung mitgeführt werden muss. Die AAO berücksichtigt die spezifischen Gegebenheiten und Risiken, die in der Nacht auftreten können, wie etwa reduzierte Sichtverhältnisse. Sie dient der Optimierung von Reaktionszeiten und der Sicherstellung eines effektiven Einsatzes. Zudem werden spezielle Maßnahmen für die Kommunikation und Koordination der Einsatzkräfte festgelegt, um eine reibungslose Zusammenarbeit zu gewährleisten.
Ein zeitkritisches Szenario
Aus diesen Gründen nahmen die Abteilungen die nachts zwischen 18 und 6 Uhr bei zeitkritischen Einsätzen gemäß der Alarmordnung AAO alarmiert werden am Einsatz teil. Der Leiter der Führungsgruppe Holger Hermann entlastete den Einsatzleiter Alexander Maurer. Er koordinierte die Kommunikation, dokumentierte das Geschehen und überwachte die taktischen Einheiten. Übungsannahme war ein Brandausbruch durch einen technischen Defekt. Zudem hielten sich mehrere Personen an unterschiedlichen Plätzen im Brandobjekt auf. Rauch und Feuer hatte den Betroffenen bereits den Fluchtweg aus einer Scheune abgeschnitten. Dementsprechend brach auch Panik aus. Die Wehrleute versuchten unter Atemschutz die Menschenrettung aus dem großen dunklen und verrauchten Objekt so schnell und professionell wie möglich durchzuführen.
Die Brandbekämpfung fand zusammen mit dem kräftezehrenden Aufbau der längeren Wasserförderstelle an zwei Stellen aus dem Ortsgebiet heraus statt. Im besonderen Fokus standen hierbei die beiden Fahrzeuge GW Logistik 2 aus Tieringen und der LF 16 TS aus Meßstetten. Eine Riegelstellung, die das Übergreifen auf weitere Gebäude verhindern sollte, wurde zeitgleich zur Rettung aufgebaut. Eine eingesetzte Drohne vor Ort half dabei, die Lage aufzuklären. An der Übung nahmen 50 Wehrleute und sieben Angehörige des DRK-Ortsvereins teil. Zehn Fahrzeuge befanden sich im Einsatz. Gerettet wurden 13 Verletzte. Darunter befanden sich neun leicht-, zwei mittel- und zwei schwerverletzte Personen, denen sich das DRK an der Verletztenübergabestelle rasch annahmen. Die Verletzten wurden bei der Übung durch die engagierte Jugendfeuerwehr dargestellt.
Die Nachbesprechung mit Vesper fand in der Turn- und Festhalle Hossingen statt. Hier versorgte die Abteilung Hossingen unter der Leitung von Abteilungskommandant Dominik Gemlin wieder einmal hervorragend. Mit seinen abschließenden Worten bedankte sich Gesamtkommandant Smolle unter anderem noch einmal bei der Familie Mannke, die diese Übung erst möglich machte.