Dutzende Polizisten und Statisten bereiten sich in der Gemeinschaftsschule Neubulach auf das vor, was keiner erleben will: eine Bedrohungslage. Das Schulgelände ist abgesperrt.
Wenn vor einer Schule ein Polizeiauto nach dem anderen vorfährt, dann ruft das Erinnerungen wach. Schlechte Erinnerungen: Zu präsent sind die Bilder von diversen Amokläufen in der Vergangenheit, oder – selbst wenn es nicht zum Äußersten kommt – von Amoklagen an öffentlichen Schulen.
Am Donnerstag bietet sich an der GMS Neubulach genau dieses Bild. Allerdings gibt das Polizeipräsidium am späten Vormittag über die sozialen Medien Entwarnung: „In Neubulach an der Gemeinschaftsschule findet aktuell eine Übung der Polizei statt. Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung. Aufgrund der Ferien findet derzeit kein Schulbetrieb statt“, teilt die Polizei mit.
Solche Großübungen finden regelmäßig statt
Warum aber ausgerechnet im Kreis Calw und in der Bergwerksstadt? „Wir üben immer wieder verschiedene Einsatzlagen. Größere Einsatzlagen“, erklärt Benjamin Koch, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit im Polizeipräsidium Pforzheim. Und das in den verschiedenen Landkreisen und der Stadt Pforzheim, für die das Präsidium zuständig ist. Solche Übungen fänden regelmäßig statt. Schließlich mache Übung den Meister.
Dieses Mal, in Neubulach, nehmen laut Koch vorwiegend Polizisten aus dem Calwer Bereich an dem Training teil. Aber genauso ein Kollege aus der Pressestelle, denn auch die Kommunikation im Krisenfall muss geprobt werden, damit sie funktioniert.
Auch Statisten kommen zum Einsatz
Das Schulgelände ist laut Koch entsprechend abgesperrt, wegen der Ferien herrscht an der GMS ohnehin kein Betrieb. Das bedeutet für die Polizei sicheres Terrain und die nötige Ruhe zum Trainieren.
Die Übung erstreckt sich über Donnerstag und Freitag. Allzu viel verrät der Pressesprecher nicht darüber, schließlich wird Einsatztaktik geübt. Das Wort Amoklauf benutzt Benjamin Koch nicht, allerdings könnten verschiedene Szenarien durchgespielt werden, erklärt er. „Zum Beispiel eine Bedrohungslage.“
Die Übung an der Gemeinschaftsschule in Neubulach sei über Wochen geplant worden. Mehrere Dutzend Kollegen aus verschiedenen Bereichen der Polizei sind nach Angaben von Koch daran beteiligt. „Wir haben auch Statisten mit im Boot, weil wir es recht realitätsnah üben wollen.“