Nach fast 50 Jahren Stillstand startet Sulz die Sanierung des Werkhofs – mit einem Millionenbudget und Bauarbeiten bei laufendem Betrieb.
Die Stadt Sulz plant die umfassende Sanierung der Gesamtanlage des städtischen Werkhofs im Gewerbegebiet Kastell.
Der Technische Ausschuss befasste sich in seiner jüngsten Sitzung ausführlich mit dem Projekt und besichtigte gemeinsam das Gelände, auf dem neben dem Werkhof auch das Feuerwehrhaus untergebracht ist.
Bereits im Jahr 1976 hatte die Stadt die Liegenschaft nach der Insolvenz der Firma Fernmeldebau Ulrich Eggenweiler übernommen. Während das Feuerwehrhaus mittlerweile vollständig energetisch saniert wurde, befinden sich die Gebäude des Werkhofs nach wie vor im Zustand der damaligen Übernahme vor knapp 50 Jahren.
„Beengte Platzverhältnisse, keine Sanitärräumlichkeiten für weibliche Mitarbeitende und der Bedarf einer umfassenden energetischen Sanierung der Gebäudehülle“, machen die Maßnahmen jetzt notwendig, erklärt Reiner Wössner, Amtsleiter des Stadtbauamts.
Gebaut wird bei laufendem Betrieb
Das Sanierungsprojekt ist komplex, da es mehrere Eigentümer innerhalb des Gesamtkomplexes betrifft – neben der Stadt sind auch Stadt Sulz inklusive Feuerwehr, Stadtwerke sowie die Stromversorgung dort angesiedelt. Um den laufenden Betrieb des Werkhofs aufrechterhalten zu können, soll die Sanierung in mehreren Bauabschnitten erfolgen.
Den Beginn macht ein Neubau mit Büro- und Sanitärbereichen. Im Anschluss folgt der Umbau im Bestand, bei dem Umkleiden, sanitäre Anlagen und ein Aufenthaltsraum neugestaltet werden. Daraufhin ist die Sanierung der Werkhalle vorgesehen. Weitere Maßnahmen umfassen die energetische Ertüchtigung des angrenzenden Wohngebäudes sowie die Erneuerung der Hofflächen – zunächst auf dem Gelände des Werkhofs, anschließend bei der Feuerwehr.
Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf knapp 2,1 Millionen Euro. Im städtischen Haushalt sind derzeit 800 000 Euro eingeplant. Darüber hinaus prüft die Stadt eine Anmeldung für Fördermittel aus dem sogenannten Ausgleichsstock des Landes. „Ob das Projekt mit einer Finanzhilfe aus dem Ausgleichsstock unterstützt werden wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden,“ sagt Reiner Wössner.
Umsetzung in den kommenden Jahren
Der Technische Ausschuss sprach sich nach der Besichtigung des Geländes und der Vorstellung der Planung einstimmig für das Vorhaben aus. Die ersten beiden Bauabschnitte – der Büroanbau sowie die Sanitärräume mit Aufenthaltsraum – sollen wie geplant in den Jahren 2026 und 2027 umgesetzt werden. Die Vorbereitung der weiteren Ausschreibungen und Vergaben kann nun erfolgen. Damit ist der Startschuss für die Modernisierung des städtischen Werkhofs gefallen.