Das Grundstück liegt in prominenter Lage – und das Interesse ist groß: Was passiert denn nun auf dem Breucha-Areal in Rottweil? Wir haben mit Investor Thomas Grimm gesprochen.
Direkt am Kreisverkehr an der Heerstraße/Stadionstraße wartet das große Areal – das unter dem Namen des einst dort ansässigen Malerbetriebs immer noch als Breucha-Areal bekannt ist – auf seine Neubebauung.
Für die Stadtentwicklung kommt dem Standort eine enorme Bedeutung zu, weshalb die Stadt 2022 einen Investorenwettbewerb gestartet hatte. Die GVS-Unternehmensgruppe aus Rottweil hatte mit ihrem Konzept überzeugt und 2023 den Zuschlag für den Kauf des 3456 Quadratmeter großen Areals erhalten. Entstehen soll dort ein Neubau mit Pflegeeinheiten und Betreutem Wohnen.
Wie viele Rottweiler seither gespannt auf die weitere Entwicklung an der prominenten Ecke warten, weiß Investor Thomas Grimm, geschäftsführender Gesellschafter der GVS-Unternehmensgruppe, aus eigener Erfahrung. Auf kaum ein Projekt werde er so oft angesprochen, berichtet er schmunzelnd. Aber: Der Prozess bis zur Neubebauung dauert seine Zeit, bislang seien ihm schlicht die Hände gebunden gewesen.
Jetzt aber naht ein wichtiger Meilenstein: Der Architektenwettbewerb zur Bebauung des „Areals Heerstraße 79“, den die Stadt zur Voraussetzung gemacht hatte, geht in die Zielgerade. Am Donnerstag wird ein Preisgericht aus Sach- und Fachpreisrichtern die zahlreich eingegangenen Entwürfe begutachten und die drei besten küren. Diese werden dann am Samstag und Sonntag in der Stadthalle auch für die Öffentlichkeit zu sehen sei.
Thomas Grimm freut sich, dass es damit einen großen Schritt weiter voran geht. Wenn der Siegentwurf feststeht, habe man ein Dreivierteljahr Zeit, um die Baugenehmigung einzureichen – „im Herbst dürften wir die Baugenehmigung dann in den Händen haben“. Grimm rechnet mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren. Rund 35 Millionen Euro wird die GVS hier investieren.
45 Pflegeplätze und 19 Betreute Wohnungen
Nach vorläufiger Planung entstehen auf dem Areal 45 Pflegeplätze, 19 Betreute Wohnungen und 13 Mietwohnungen, davon werden ein Drittel sozial gefördert, wie der Investor erklärt. Ebenfalls geplant ist eine Wohngemeinschaft für acht Senioren sowie ein separater Gemeinschaftsraum, der auch Platz für Angebote von außen bieten soll. Und eine Tiefgarage sorgt dafür, dass sich der Parkdruck im Bereich Stadionstraße/Heerstraße nicht erhöhen wird.
Die Dimensionen sind enorm: Die Nutzfläche des Neubaus liegt gemäß der GVS-Planungen bei rund 4900 Quadratmetern. Es sei schön, dass man in der Stadt „etwas bewegen kann“, sagt der Rottweiler Investor. Bei der GVS habe man viele Ideen – auch was die „Alte Post“ in der Fußgängerzone betrifft. Das Gebäude hatte die GVS Mitte 2023 gekauft. Dort allerdings laufen die bestehenden Mietverträge – auch mit der Telekom, erst einmal weiter, erklärt Grimm.
Mit der Stadt sei man jedenfalls in sehr gutem und angenehmem Kontakt, betont er. „Wie schauen gemeinsam, wo man in der Stadt etwas bewegen kann“, so der Investor, dem seine Heimatstadt trotz vieler auch internationaler GVS-Projekte sehr am Herzen liegt.