Auf dieser Fläche sollen mehrere Häuser mit insgesamt 33 Wohnungen entstehen. Foto: Kauffmann

Hinter dem Fristo, zwischen Breitenwasen und Hechinger Straße, ist eines der größten Immobilienprojekte Bisingens geplant. Dahinter steckt ein Bauherr, der sagt: „Ich will, dass die Leute hier günstig wohnen.“

Wer am Bauzaun steht, kann es sich noch nicht so recht vorstellen: Wo heute Schlaglöcher sind und Aushubmaterial lagert, sollen sechs Gebäude mit 33 Wohnungen samt Tiefgarage entstehen. Über das Großprojekt berät der Gemeinderat an diesem Dienstag (siehe Info) – gleichwohl hat die Baubehörde des Landratsamts das letzte Wort in allen Belangen:

 

Bauherr hat bereits den Fristo in Bisingen realisiert

Erfahrene Bauherren Hinter dem Projekt stehen Yusuf Özgezer mit seinem Bruder. Er ist kein Unbekannter, hat er doch schon mehrere Bauprojekte in der Gegend realisiert. Dazu gehört unter anderem der Neubau des Fristo-Getränkemarkts oder die Sanierung des Gebäudes direkt an der Salinenstraße (B 463) in Haigerloch-Stetten und viele mehr.

Das Projekt in Bisingen wird indes eine andere Hausnummer: Um die zehn Millionen Euro will der Baustellen-Erfahrene, ein gelernter Maschinenbautechniker in das Projekt investieren. Wie beim Neubau des Fristo-Markts werden er und seine Familie viele Leistungen in Eigenarbeit erbringen. Özgezers Bruder ist Polier, ebenso wie sein Vater und Bruder. Sie haben schon von Berufs wegen das Know-How, das nötig ist, um ein solches Projekt zu stemmen. Und all das macht Özgezer im Nebenberuf.

Unterlagen des Zollernalbklinikums waren in Lagerhalle

Hohe Kosten Der Abriss des ehemaligen Lagergebäudes war der erste Schritt. Dort lagerten einst Unterlagen aus dem Archiv des Zollernalbklinikums. Danach entstand im Bereich direkt an der Hechinger Straße das neue Fristo-Gebäude, das im September 2023 eröffnete. Nun soll das Areal dahinter folgen. Allerdings rechnet Özgezer nicht damit, dass das Projekt in den kommenden Wochen startet. Gründe dafür sind insbesondere die derzeit hohen Bau- und Finanzierungskosten. Die Pläne wären inzwischen gleichwohl schon fertig, „wir könnten gleich morgen anfangen“ (Özgezer).

Sämtliche Wohnungen werden vermietet

Günstiger Wohnraum Wenn er zu den aktuellen Konditionen mit dem Bauen starten würde, wären die Kosten für die künftigen Bewohner spürbar höher. Özgezer: „Ich bin Schwabe, ich verkaufe nichts, alles wird vermietet.“ Und weiter: „Ein normaler Mitarbeiter soll die Wohnung mit seinem Lohn finanzieren können. Ich will, dass die Leute hier günstig wohnen.“

Der Neubau müsse deshalb „gut, effizient und günstig“ entstehen, damit es sich künftige Mieter nicht nur leisten, sondern dazu noch gut leben könnten. Das sei wichtig für die Familie Özgezer, erklärt er beim Vor-Ort-Termin. Deshalb bliebe nun erst einmal die Entwicklung der Baukosten abzuwarten. Er macht deutlich: „Es wird auf jeden Fall gebaut.“ Der Gemeinderat muss darüber allerdings noch entscheiden.

Aufgeschüttetes Recyclingmaterial

Recycelter Schutt Derzeit sind direkt hinter dem Fristo noch Schutthaufen zu sehen, die beim Abbruch der ehemaligen Gebäude auf dem Gelände angefallen waren. Wie Özgezer erklärt, sei es Recyclingmaterial, das zum Beispiel zum Verfüllen auf anderen Baustellen wiederverwendet werden könnte, Anfragen dazu lägen bereits vor. Bevor die Bauarbeiten starten können, müssen aber nicht nur die Baukosten stimmen, es muss darüber hinaus ein weiteres gewerblich genutztes Gebäude auf dem Areal abgebrochen werden.

Jede Wohnung hat eine Terrasse

Jeweils mit Terrasse Geplant sind sechs Gebäude mit Wohnungen, die jeweils zwei, drei, vier und fünf Zimmer haben. Die Wohnungen haben demnach verschiedenste Größen (unter anderem: 33, 48, 67, 83, 92 und 128 Quadratmeter). Jedes Haus hat ein Erdgeschoss, ein erstes und ein zweites Obergeschoss. Die Wohnungen sind jeweils mit einer Terrasse ausgestattet, in jedem Haus finden fünf bis sechs Wohnungen Platz. Ein Spielplatz ist auch geplant.

Bisingen ist der perfekte Standort

Perfekter Standort Bisingen Warum Özgezer dieses Projekt ausgerechnet in Bisingen realisiert? Auf diese Frage nennt er ein Bündel von Gründen: Zum einen, weil die Gemeinde in den Ort investiert. Der Ort biete mit Nahversorgung und Geschäften, gepaart mit der Nähe zu Stuttgart, ein „Gesamtpaket“. Man könne hier arbeiten, leben und den Nachwuchs in den Kindergarten oder zur Schule bringen. Özgezer: „Bisingen spielt in einer Liga mit Balingen.“ Und überhaupt: „Die Burg Hohenzollern ist etwas Schönes.“

Gemeinderatssitzung im Feuerwehrhaus

Termin
 Die nächste Sitzung des Gemeinderats findet am heutigen Dienstag, 20. Februar, von 19 Uhr an im Feuerwehrhaus in Bisingen statt.

Tagesordnung
 Auf der Agenda steht nicht nur das Immobilienprojekt, sondern auch um ein die Anschaffung eines Bauwagens für den künftigen Waldkindergarten, die Bildungs des Gemeindewahlausschusses für die Kommunalwahl und ein Konzept zur Sanierung der Leichenhallen.