Ein Haftgebäude der neuen JVA in Rottweil. Beim Besuch im Oktober vor Ort war von Verzögerungen noch keine Rede. Foto: Otto

Wie unsere Redaktion exklusiv berichtet hat, gibt es enorme Probleme beim Neubau der JVA in Rottweil. Unsere Autorin Corinne Otto hat dazu eine klare Meinung

Als sich die Hinweise verdichten, dass es beim JVA-Neubau nicht so läuft wie es soll, fordere ich beim Ministerium in Stuttgart Antworten. Verzögert sich die Fertigstellung? Von wie vielen Monaten sprechen wir da? Drei, vier?

 

Dass es bei solch einem Großprojekt irgendwo hakt ist ja zugegebenermaßen nicht ungewöhnlich.

Die Auflösung haut aber vermutlich nicht nur mich aus den Socken. 18 Monate!? Satte eineinhalb Jahre Verzögerung bei einem Projekt, das seit mehr als zehn Jahren intensiv geplant wird! Das ist unfassbar.

Es geht an die Risikovorsorge

Die Begründung aus dem Ministerium klingt lahm. Der Architekt habe seine Leistung nicht so erbracht wie gedacht, der Terminplan sei „sehr komplex“ – ah ja. Was diese Verzögerung für die Kosten bedeutet, mag man sich nicht vorstellen. Der Rahmen liegt bei 280 Millionen Euro, es wird nun vom Ministerium auf die „Risikovorsorge“ von zusätzlichen 97 Millionen Euro verwiesen. Ob das reicht, wird sich erst am Schluss zeigen.

Wo genau beim JVA-Neubau der Hund begraben ist, bleibt letztlich unbeantwortet. Klar ist aber: Diese Verzögerung ist ein Armutszeugnis.