Einstige Internatsschüler des Franziskanerkollegs feiern großes Wiedersehen im Haus St. Antonius. Sogar Alphörner erklingen zur Mittagsstunde.
Ihre Schulzeit liegt zwar mehr als 60 Jahre zurück, doch als sich die Ehemaligen des Franziskanerkollegs vor wenigen Tagen in ihrem einstigen Internat, dem heutigen Haus St. Antonius, dem hübschen Backsteingebäude in der Johanniterstraße, treffen, könnte man meinen, sie hätten sich gerade vorgestern zum letzten Mal gesehen. Die Freude über das Wiedersehen ist groß, sind die einstigen Schüler doch in alle Himmelsrichtungen verteilt. Ihre Schulzeit in Rottweil, am Albertus-Magnus-Gymnasium, liegt zwischen 1956 und 1973. Das ist lange her.
Doch bereits beim Anblick des schmucken Gebäudes in der Johanniterstraße kommen Erinnerungen und vielleicht beim einen oder anderen auch ein wenig Wehmut auf. Noch ein Mal möchte man einen gemeinsamen Tag verbringen. Die letzten Treffen waren 1999, 2008 und 2023. Einige der Männer sind erstmals dabei. „Ich habe manche von meinen Kameraden mehr als 60 Jahre nicht gesehen“, sagt einer der Teilnehmer voller Vorfreude auf den Austausch. Und dennoch soll heuer wohl das letzte Treffen gewesen sein. „Es sind einfach schon so viele gestorben“, bedauert ein anderer.
Aber umso größer ist die Wiedersehensfreude bei allen, die dabei sind. Nach dem Gruppenfoto ging’s auch gleich zur Meditation in die Hauskapelle, mit Pater Helmut Alfons Schlegel, selbst einstiger Kollegianer und einer von denen, die damals nach der Schulzeit in den Orden eintraten. Geblieben sind nur wenige.
Bilder, Briefe und Texte aus alten Zeiten
Und das Mittagessen in dem Speisesaal, in dem sie einst als junge Burschen schon saßen, lässt ebenfalls Erinnerungen aufkommen. Schnell sind die Männer in Gespräche vertieft, die dann in Gesprächsgruppen fortgesetzt werden. Besucht werden bei dieser Gelegenheit auch der Friedhof der Franziskaner sowie die Johanniterschule. Pater Helmut Alfons Schlegel berichtete über sein Leben im Franziskanerorden und es wurden Fotos aus alten Zeiten gezeigt, sowie Bilder, Briefe und Texte von damals ausgetauscht.
Helmut Alfons Schlegel lebte seinerzeit wie die anderen im Kolleg und absolvierte sein Abitur im Jahr 1963. In den Jahren 1986 bis ‘88 lebte er erneut in Rottweil, als Vorsteher der geschrumpften Gemeinschaft, einer Handvoll Ordensbrüdern im „Schwarzwaldhaus“ auf dem Kolleg-Gelände. „Wo zu meiner Zeit in den 1960er Jahren ein Kartoffelacker war und die Schweine des Bruders Theoderich zu uns herüber gequietscht hatten“, wie Leonhard Kleiser erzählt, der das Treffen organisiert hat.
Zwei Alphörner erklingen
Neben dem bischöflichen Konvikt und dem Internat der Eucharistiner gab es damals auch das der Franziskaner. Und zur Nachmittagsstunde erklangen dann dort, wo noch bis vor wenigen Jahren der Ziegenstall beheimatet war, zwei Alphörner und grüßten die Nachbarschaft.