Sie bilden den Vorstand des neuen Vereins (von vorne links): Michael Jerg, Camen Rübesamen, Emine Sems, Anita Maus, Isabella Bolli, Lars Hauser sowie ( hinten von links) Patrick Haas, Marita Wagner, Beate Buhl, Sandra Rauth und Gerhard Hogg. Foto: Johann Müller-Albrecht

Die Beteiligung an der Vereinsgründung in Hüfingen ist hoch. Jetzt gibt es einen Vorstand. Und auch die ersten Helferkurse sind bereits ausgebucht.

Sichtlich beeindruckt von der großen Zahl an Mitgliedern zur Gründung des neuen Vereins in Hüfingen begrüßte Bürgermeister Patrick Haas die Anwesenden am Montag. Ihm sei es ein besonderes Anliegen, den Verein Nachbarschaftshilfe Hüfingen mit auf den Weg zu bringen.

 

Dieser Verein werde künftig eine wichtige Säule für die Versorgung hilfsbedürftiger Menschen jeden Alters in Hüfingen und den Ortsteilen sein. Deswegen werde sich der künftige Vorstand aus Mitgliedern der Kernstadt und der Ortsteile zusammensetzen. Haas freue sich auch über die große Bereitschaft, aktiv zu helfen. Es habe 52 Anmeldungen gegeben, die Helferkurse seien bereits alle ausgebucht.

Susanne Bucher, die mit Julia Gemeinder die Gründungsversammlung vorbereitet hatte, präsentierte im Weiteren das Konzept, die Ziele und Aufgaben des Vereins: „Hilfe zu geben für Menschen in Bedrängnis, in Notlagen, bei Bedürftigkeit oder einer plötzlich eingetretenen Zwangslage gehört zu den unverzichtbaren Merkmalen lebendiger und lebenswerter Gemeinden.“ Die Nachbarschaftshilfe sei eine Möglichkeit, diesem Anliegen Ausdruck und Gestalt zu geben.

Die Angebote der Nachbarschaftshilfe sollen sich an Menschen richten, die in ihrer häuslichen Umgebung Unterstützung im Alltag oder soziale Kontakte benötigen. Tätigkeitsbereiche seien unter anderem die stundenweise Betreuung zu Hause, das Erledigen von Einkäufen und Besorgungen sowie Fahrten, beispielsweise zum Arzt, zur Behörde, zur Kirche oder zu Veranstaltungen. Darüber hinaus sollen Spaziergänge, Vorlesen, Gespräche, Unterstützung bei der Gartenarbeit und beim Winterdienst in Notfällen sowie die Versorgung und kurzzeitige Betreuung von Kindern, beispielsweise bei Erkrankung eines Elternteils, zum Angebot gehören.

Keine Pflegeleistungen

Auch Hilfestellung beim Umgang mit digitalen Medien sowie Hilfe in wirtschaftlichen Notlagen im rechtlichen Rahmen sollen angeboten werden. Pflegeleistungen werden hingegen nicht erbracht.

Der Verein erledige seine Aufgaben mit ehrenamtlichen Helfern, die entsprechend ihrer Fähigkeiten ihre Unterstützung anbieten.

Die Hüfinger Rathausgalerie ist bei der Gründung der Nachbarschaftshilfe fast komplett gefüllt. Foto: Johann Müller-Albrecht

Hilfsbedürftige können sich an die Einsatzleitung des Vereins wenden. Diese werde die Koordination zwischen Helfern und Hilfesuchenden übernehmen. Die Helfer werden vom Verein regelmäßig geschult, sind über diesen versichert und erhalten für ihre Leistungen eine Ehrenamtsvergütung im Rahmen der gesetzlichen Übungsleiterpauschale, heißt es bei der Vereinsgründung.

Susanne Bucher präsentierte, digital unterstützt, den Entwurf der Vereinssatzung, der im Anschluss einstimmig von den anwesenden Mitgliedern beschlossen wurde. Wahlleiter Bernhard Lutz stellte den Beschluss zur Vereinsgründung zur Wahl, die ebenfalls einstimmig erfolgte.

Patrick Haas Vorsitzender

Als es um die Wahl des künftigen Vorstands ging, stellten sich die jeweiligen Kandidaten kurz vor, bevor sie gewählt wurden. Einstimmig gewählt wurden Patrick Haas als Vorsitzender sowie sein Stellvertreter Lars Hauser. Emine Sems übernimmt das Amt der Kassiererin, Schriftführerin ist Carmen Rübesamen. Zu Beisitzern und Vertretern ihrer Ortsteile wurden ebenfalls einstimmig Marita Wagner (Hüfingen), die auch die fachpflegerische Aufsicht übernimmt, sowie Michael Jerg (Mundelfingen), Beate Buhl (Behla), Anita Maus (Hausen vor Wald), Isabella Bolli (Sumpfohren) und Gerhard Hogg (Fürstenberg) gewählt. Der Vorstand wird Sandra Rauth zur Einsatzleitung berufen, die künftig die Organisation der Hilfeleistungen sowie die Abrechnungsverfahren aller Beteiligten übernehmen soll.

Im ersten Quartal soll es losgehen

Damit die Hilfeleistungen im ersten Quartal 2026 starten können, sind noch einige bürokratische Maßnahmen zu bewältigen. Dazu gehört die Eintragung ins Vereinsregister sowie der Aufbau einer digitalen Infrastruktur, etwa einer Internetseite.

Die Nachbarschaftshilfe Hüfingen ist unter Telefon 0771/6 00 92 30 oder per E-Mail an Susanne.Bucher@huefingen.de zu erreichen.

Die Einzelkosten

Die Versammlung
beschließt einen Jahresbeitrag von mindestens 15 Euro für persönliche und fördernde Mitglieder. Die Kosten für die Klienten beziehungsweise Hilfebedürftige sollen bei 14 Euro pro Stunde liegen, wovon der Helfer zwölf Euro pro Stunde erhalten soll. Mit der Differenz sollen die Kosten des Vereins bestritten werden. Das Fahrgeld soll für die Klienten 30 Cent pro gefahrenem Kilometer betragen. Damit sollen für den Helfer die Kosten für sein privat bereitgestelltes Fahrzeug ersetzt werden, da Fahrdienste nur im Fahrzeug des Helfers erfolgen dürfen.