Richard Sottru freut sich, dass die meisten Tulpen im Stadtpark rechtzeitig aufblühen. Foto: Schabel

Vor dem Tulpenfest am Sonntag hat sich unsere Redaktion mit Richard Sottru im Stadtpark umgesehen. Die „Hauptdarsteller“ der Veranstaltung sind schon in guter Form.

Als der Autor und Richard Sottru sich gerade auf eine Bank im Stadtpark gesetzt haben, um sich über Lahrs grüne Oase zu unterhalten, wird Sottru von einem Bekannten angesprochen, der zufällig vorbeikommt. „Du hast ja jetzt viel Zeit, seit du Rentner bist“, sagt der Mann zu ihm. Sottru erwidert mit einem Schmunzeln: „Schön wär’s.“

 

Ehe Richard Sottru im Mai 2024 in den Ruhestand ging, hatte er 26 Jahre die städtische Abteilung Grün und Umwelt geleitet. In dieser Funktion war er auch mit Entwicklung und Pflege des Stadtparks betraut. Dem städtischen Kleinod ist er verbunden geblieben – nun als Vorsitzender des Freundeskreises Lahrer Stadtpark. Am Mittwoch, als er mit unserer Redaktion verabredet ist, steckt er mitten in den Vorbereitungen für das Tulpenfest am Sonntag, das der Verein ausrichtet.

Auf dem Platz vor dem großen Pavillon stehen bereits Tische und Stände für die Bewirtung, man habe aber noch genug zu tun, betont Sottru. Zum Beispiel müssten Stühle, Faltpavillons oder Kühlschränke herangeschafft sowie Elektrokabel verlegt werden.

Die wichtigste Arbeit ist indes schon im Herbst erledigt worden – da haben Stadtgärtner 25 000 Tulpenzwiebeln, gestiftet vom Freundeskreis, in die Erde gesteckt. Die Saat ist aufgegangen – wo man jetzt im Park hinblickt, sind die Frühlingsblüher in einer immensen Vielfalt an Farben und Formen zu sehen, sei es auf den Wiesen oder aber in großen Töpfen, die neben den Wegen Spalier stehen. Man habe Glück mit dem Wetter gehabt, der „verhaltene, nicht zu warme Frühling“ (Sottru) sei ideal für die Entwicklung der Tulpen gewesen. Beim Fest am Sonntag werden sie sich in Bestform präsentieren, ist er überzeugt.

Verein plant wieder kräftige Investitionen

Vorsitzender der Stadtparkfreunde zu sein, sei eine schöne Aufgabe, man könne etwas bewirken, woran andere Menschen eine Freude haben, so Sottru. Nämlich zu einem attraktiven Stadtpark beitragen. Es sei ein friedvoller, gesunder Verein, auch finanziell. In diesem Jahr plane man Investitionen von 60 000 Euro – für eine Fontäne im Parkteich und einen Hoflader, eine kompakte, wendige Baumaschine, die vor allem für Transportarbeiten im Park eingesetzt werden soll.

Bereits installiert ist ein großes Rankgitter auf der Nordseite der Anlage, ebenfalls eine aktuelle Anschaffung des Freundeskreises. Als Sottru und der Redakteur dort vorbeikommen, setzt Agnes Isenmann von BGL am Fuß des blütenweißen Lattenwerks gerade Jungstauden in die Erde.

Vor Ort, in der Nähe der Parkmauer, ist aber auch zu sehen, dass sich nicht alle Wünsche erfüllen: Dort befinden sich vier große Tulpenbeete, wobei aber nur auf zwei Beeten auch wirklich blühende Tulpen (in einem intensiven violetten Farbton) zu sehen sind. Auf den anderen beiden haben Mäuse gewütet, ist zu hören. Auch solche Herausforderungen gelte es zu bewältigen, so Sottru.

Rund 900 Mitglieder hat der Freundeskreis, womit er zu den größeren Vereinen in Lahr zählt. 20 von ihnen sind am Sonntag als Helfer eingeteilt. Man werde in einem Zwei-Schicht-System arbeiten, so Sottru. Zwar gehe das Fest nur über drei Stunden, von 14 bis 17 Uhr, aber bereits für die Vorbereitungen ab 12 Uhr würden Helfer gebraucht – und hinterher zum Aufräumen.

Abgesehen von der Vereinsarbeit – wie fühlt sich das Rentnerleben so für Sottru an? Er sei immer noch Frühaufsteher, komme vor 7 Uhr aus dem Bett, erzählt er. Aber er genieße es, nun mehr Zeit für das Frühstück und die Zeitung zu haben. In seiner Freizeit fahre er gern mit dem Rennrad – „da beginnt jetzt ja die Saison“, freut er sich.

Das Programm am Sonntag

Tulpenfest: „
Es lohnt sich, durch dieses Blütenmeer unter den altehrwürdigen riesigen Bäumen zu wandeln, die Seele baumeln zu lassen, Freunde zu treffen und sich auf ein neues Parkjahr einzustimmen“, heißt es in der Ankündigung für das Tulpenfest. Zur Eröffnung spielt am Sonntag ab 14 Uhr der Musikverein Kuhbach unter der Leitung von Ellen Förster im großen Pavillon.

Bei der Bewirtung könne man wählen zwischen Kaffee und Kuchen, gebacken und serviert vom Lions-Clubs Lahr/Ortenau. Außerdem werden Crêpes frisch zubereitet. Wer es deftiger mag, für den halten die Lionsfreunde Grillwurst und Bier parat. Die Stadtparkfreunde werden frische Lachsbrötchen und gekühlten Sekt anbieten.

Gezeigt werden neben Abertausenden Tulpen die winzigen Zöglinge der Bonsaifreunde Ortenau, die auch praktische Ratschläge zu Aufzucht und Pflege geben. Eine Pflanzentombola gehört ebenfalls zum Fest.

Pflanzenflohmarkt: Der Stadtpark-Freundeskreis veranstaltet auch wieder einen Pflanzenflohmarkt beim Tulpenfest. Wer schon im Garten gearbeitet, Stauden geteilt sowie umgepflanzt und dabei überzählige Pflanzen entdeckt hat, kann diese im Stadtpark an der Kasse abgeben, heißt es. Die Stadtparkfreunde werden diese dann in ihrem Flohmarkt verwerten. Neben Stauden und Gehölzen seien auch Zimmerpflanzen oder Kübelpflanzen für den Pflanzenflohmarkt sehr willkommen.

Eintritt: Auch wenn es sich um eine Sonderveranstaltung handelt, wird kein gesondertes Entgelt erhoben, die Besucher müssen nur den normalen Parkeintritt entrichten. Jahres- und Familienkarten sind uneingeschränkt gültig. Die Veranstaltung wird es bei jedem Wetter geben – bis 17 Uhr.