Vor allem ein Thema beschäftigt die Bad Liebenzeller Jugendlichen: ein Bolzplatz für die Kernstadt. Der Jugendgemeinderat diskutiert auch ein Open-Air-Kino und Aktionen im Freibad.
Der Bad Liebenzeller Jugendgemeinderat gibt jungen Menschen in der Stadt die Möglichkeit, ihren Belangen politisch Gehör zu verschaffen. Das Gremium wurde im Oktober neu gewählt. Der neue Jugendgemeinderat hat sich mittlerweile konstituiert – und erste Themen gesetzt.
Emil Hubert haben die Jugendlichen zum Vorsitzenden bestimmt. Bei einem Kennenlernwochenende auf der Burg Bad Liebenzell erarbeitete das Gremium erste Themen und knüpfte Kontakte zu seinem erwachsenen Pendant. Die Jugendlichen kamen dort mit den Stadträten ins Gespräch. Und Emil Hubert nutzte nun in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Möglichkeit, über die Tätigkeiten des Jugendgemeinderates zu informieren.
Die Jugendlichen haben in jeder Sitzung einen eigenen Tagespunkt. Allerdings wurde dieser in der Vergangenheit oft mit der Aussage der Verwaltung abgehandelt, dass es aus dem Jugendgemeinderat nichts Neues gebe.
Das will Hubert nun ändern. Ein Ziel des Jugendgemeinderates sei es, sich stärker im Gemeinderat zu beteiligen. „Wir wollen immer informieren“, so Hubert.
Bekommt Bad Liebenzell den Bolzplatz?
Hubert sprach direkt ein Thema an, welches die Jugendlichen in Bad Liebenzell mittlerweile seit Jahrzehnten umtreibt: ein Bolzplatz. Der fehlt in der Kernstadt nämlich. Und er steht auf der Wunschliste der Jugendlichen laut diversen Umfragen aus den vergangenen Jahren immer ganz oben. Doch realisiert hat sich dieser Wunsch bisher noch nicht.
Erst scheiterte es an fehlenden Flächen, dann an fehlendem Geld. Der Gemeinderat strich finanzielle Mittel für den Bolzplatz im Haushalt immer wieder zusammen. Doch die Jugendlichen blieben hartnäckig. Schließlich entstand mit der Verwaltung die Idee, die Fläche hinter Halle und Lidl für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dort gibt es einen Tartanplatz, der aber vor allem von Schulen und Vereinen genutzt wird.
Der Jugendgemeinderat schlug ein personalisiertes Schließsystem per App vor, um den Platz vor Vandalismus zu schützen, den Jugendlichen den Zugang aber trotzdem zu ermöglichen.
Mit diesem System sollte man sich ein Zeitfenster buchen können. Vereine und Schulen blieben weiterhin bevorzugt. Allerdings war der Kommune das Schließsystem zu teuer. Wie das Bauamt im vorigen Sommer mitteilte, hat die Stadt über die großen Ferien eine Testphase durchgeführt.
Testphase am Bolzplatz Bad Liebenzell lief zufriedenstellend
Der Platz war offen für alle. Die Hausmeister kontrollierten. Dieser Test verlief wohl zufriedenstellend. Denn wie Hubert nun mitteilte, plane man, den Platz in diesem Jahr dauerhaft öffentlich zugänglich zu machen.
Hubert erklärte, dass sich der Jugendgemeinderat über weitere Projekte Gedanken mache. Man plane Aktionen im Freibad. Und auch ein Open-Air-Kino könne sich das Gremium vorstellen.
Jugendgemeinderat will Erstwähler aufklären
Der Jugendgemeinderat möchte zudem vor der Landtagswahl die jungen Menschen in der Stadt informieren. Erstmals dürfen bei der Landtagswahl alle ab 16 Jahren wählen, erstmals haben alle Wähler zwei Stimmen.
Gerade den Erstwählern wolle man helfen, dieses System zu verstehen, so Hubert. Schon bei der vergangenen Kommunalwahl hatte der Jugendgemeinderat mit kurzen Videos in den sozialen Medien erklärt, wie die Stimmabgabe funktioniert.