Vornamensvetter der Pixibuch-Figur: Cem Özdemir Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Warum heißt eine Hauptfigur in einem Pixi-Heft des Verkehrsressorts wie der Grünen-Spitzenkandidat? Mit Cem Özdemir habe das nichts zu tun, lässt Minister Hermann versichern.

Die Justizministerin machte es spannend. Marion Gentges (CDU) lud eigens zum Pressetermin, um den Namen des Maskottchens für einen familienfreundlichen Strafvollzug zu enthüllen. „Toni“ heißt das freundliche Erdmännchen, das Kinder inhaftierter Eltern begleiten soll. Hätte Gentges die Figur zum Beispiel „Manu“ getauft – nach dem CDU-Vormann Manuel Hagel –, wären ihr wohl giftige Fragen gewiss gewesen.

 

Genau die könnten nun auf ihren Kabinettskollegen Winfried Hermann (Grüne) zukommen. Denn in einem vom Verkehrsminister herausgegebenen Pixi-Buch, das Kindern Lust auf den Fußweg zur Kita machen soll, heißt eine der beiden Hauptfiguren just „Cem“ – genau wie der designierte Grünen-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Cem Özdemir. „Fritzi und Cem“ erleben darin kleine Abenteuer, wie schon im ersten Büchlein für Schulkinder. Ohne das Elterntaxi, so das Lernziel, mache der Weg zu Kita oder Schule viel mehr Spaß.

Der kleine Cem und sein großer Namensvetter

Macht Hermann also nun schon bei den Kleinen subtile Werbung für Özdemir? Nicht doch, versichert sein Sprecher. Der kleine Cem sei ohne jeden politischen Hintergrund so benannt worden, lange bevor die Kandidatur des großen klar gewesen sei. Man habe bewusst Namen gewählt, die „unsere Zivilgesellschaft widerspiegeln“. Wegen des prominenten „Doppelgängers“ habe man den Jungen im zweiten Pixi-Buch nicht umbenennen wollen. Wie das erste erscheint es in einer Auflage von gut 100 000, zu Kosten von 90 000 Euro. Die ersten Rückmeldungen aus Testgruppen seien positiv, 2025 liege das Büchlein bei den Gesundheitsämtern aus. Bei der zweiten Figur, „Fritzi“, handelt es sich übrigens um ein Mädchen. Schon deshalb, so der Sprecher, wäre es abwegig, einen Bezug zum grünen Alt-OB Fritz Kuhn zu vermuten.