Die Ettenheimer Bibliothek schließt am 2. April und öffnet sie wieder am 8. Mai in der neuen Mediathek. Zum Abschluss war das letzte Jahr in den alten Räumen ein Erfolg.
Ein bisschen Nostalgie war mit dem üblichen Jahresrückblick der Stadtbücherei am Dienstagabend im Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss (VKS) doch unvermeidbar. Als „letzten Jahresbericht“ hatte Büchereileiterin Heike Labusga ihren aufschlussreichen Rückblick der Stadtbücherei überschrieben, um dann auf dritten Seite ihrer Sitzungsvorlage Klartext zu reden: „Genug der Rückschau – Blick in die Zukunft.“
Am 2. April wird die Stadtbücherei im ehemaligen Gefängnis ein letztes Mal die Türen für die Leseratten öffnen – ehe die neue, moderne Mediathek der Stadt dann ab 8. Mai im ehemaligen Volksbankgebäude in der Friedrichstraße 38 der Bevölkerung zur Verfügung steht und ein neues Zeitalter in diesem Bereich einläutet. Und dies fast auf den Monat genau 70 Jahre, nachdem Adele Hügel 1956 die „Volksbücherei“ im Rathaus der Stadt mit einem Bestand von 378 Büchern eröffnet hat.
In den Regalen der Bibliothek stehen heute rund 12 000 Bücher
Natürlich nicht vergleichbar mit heute: Der Printbestand beziffert sich aktuell auf 11 954, der E-Medienbestand (im Verbund) auf 30 178. Adele Hügel und ihre damalige Leserschaft hätten wohl niemals für möglich gehalten, dass die Stadtbücherei 70 Jahre später eine Zahl von 44 020 an Entleihungen durch 2239 Entleiher im Jahr zu verzeichnen hat. Für die Anziehungskraft der Stadtbücherei spricht zweifellos, dass etwas mehr als ein Viertel der Nutzer aus dem Umland kommen (27 Prozent) – die meistens davon aus Mahlberg, Kappel-Grafenhausen und Rust. Zudem waren in 2025 wieder etliche Neuanmeldungen zu verbuchen – um genau zu sein: 179.
Die Begleitung der räumlichen, technischen und medialen Neukonzeption in der künftigen Mediathek verlangte der Leiterin und dem Personal bereits einiges ab. Dennoch kamen die gewohnten Veranstaltungen nicht zu kurz. Vorlesestunden, die Ferienaktion „Heiß auf Lesen“, Klassenführungen, Vorlesewettbewerbe, Kindergartenwoche und Frederick-Tag – und dies zusätzlich zu den insgesamt 797 Jahresöffnungsstunden (17 in der Woche).
Der Bau der Mediathek schreitet immer weiter voran
Anknüpfend an die Rückschau kam der Blick in die Zukunft. „Der anstehende Umzug in die neue Mediathek erweckt große Neugierde und hohe Erwartungen beim Bücherei-Team und den Nutzern“, so Labusga. Mit jedem Besuch auf der Baustelle sei der Fortschritt zu sehen, gewinnen Räume an Kontur, werden Strukturen greifbar, werde „das große Ganze“ erkennbar. Der Innenausbau geht in die Endphase, das Team für die Bewältigung der neuen Anforderungen geschult, die Nutzer für die neue Mediathek fit gemacht. Und auch im Bereich Medien laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, so die Büchereileiterin in ihrem Rechenschaftsbericht vor den Gemeinderäten im VKS.
Bezüglich der Mediengruppen erweitert die neue Einrichtung die Entleihmöglichkeiten wie Brettspiele, Konsolenspiele, „Bibliothek der Dinge“. Und auch räumlich macht die künftige Mediathek den Sprung in ein neues Zeitalter, orientiert sich am Gedanken des „Dritten Ortes“ – eines offenen, niederschwelligen Treffpunkts neben Zuhause und Arbeitsplatz.
Info – Zahlen und Bestseller des vergangenen Jahres
Entleiher:
1760 Familien, 227 Erwachsene und Senioren, 221 Kinder und Jugendliche. Am öftesten ausgeliehen: Romane:
Soraya Lane „Die verlorene Tochter“; Carolin Wahl „Vielleicht jetzt“; Anne Gesthuyen „Vielleicht hat das Leben Besseres vor“Kinder- und Jugendbücher: Jeff Kinney „Gregs Tagebücher“ Sachbuch Erwachsene:
Yuval Noah Harari „Nexus“; Jenny Tschiesche „Airfryer Kochbuch“; Karin Kuschik „50 Sätze, die das Leben leichter machen“ Sachbuch Jugend:
Guinness World Records 2025; Lotta-Lebe-Kochbuch