Die Lahrer Amtsleiterin hat beim Badminton-Turnier der Ü 35 im Mixed zusammen mit ihrem Sportpartner Gregory Schneider die Erwartungen übertroffen. „Wir hatten von Anfang an ein gutes Gefühl, wussten aber nicht, was uns erwartet“, so die 40-Jährige.
Das größte Turnier ihrer bisherigen Laufbahn war für Senja Dewes eine große Unbekannte. „Die Setzliste ist nicht sehr aussagekräftig und von den Gegnern dort kannten wir keinen“, sagt die Amtsleiterin für Kinder, Jugend, Familien, Soziales, Bildung und Sport bei der Stadt Lahr im Gespräch mit unserer Zeitung in Erinnerung an die Altersklassen-Europameisterschaft in Belgien. Mit dem Olympischen Motto „Dabei sein ist alles“ war sie dann auch mit ihrem Mixed-Partner Gregory Schneider angetreten – doch die eigenen Erwartungen wurden bei weitem übertroffen: Am Ende des Tages bekamen Dewes und Schneider die Bronzemedaille angehängt.
Gegner nutzen Netzroller als taktisches Mittel geschickt aus
„Von Anfang an hatten wir ein gutes Gefühl, wussten aber nicht, was uns erwartet“, berichtet Dewes. Gegen Romain Martin und Lise Deneuville gab es zum Auftakt einen Erfolg in zwei Sätzen. Ganz groß spielte das Duo anschließend ausgerechnet gegen die Lokalmatadoren auf. Die Belgier Francois Janssens und Jolien Decoster sahen bei 21:8 und 21:8 gegen Schneider/Dewes überhaupt kein Land und auch im Achtelfinale gegen die Dänen Lars Rusz Kaysen und Mai Hasle brauchte das Team aus der Ortenau nur zwei Sätze.
Spannender wurde es anschließend gegen die Engländer William Hilton-Jackson und Hannah Seagraves. Doch mit einem 21:17 und 21:17 brauchten Schneider und Dewes wiederum nur zwei Sätze und der Weg ins Halbfinale war frei. „Mit dem Sieg im Viertelfinale waren wir richtig drin im Turnier“, freut sich Dewes. Trotzdem war für das Duo im Halbfinale Endstation. Anthony Nelson, an der Spitzenposition gesetzt, und Maily Turlan waren eine Nummer zu groß.
„Sie waren einfach besser. Acht bis neun Netzroller haben sie absichtlich erfolgreich gegen uns zu Punkten verwandelt. Wenn wir einen Netzroller haben, entsteht der nur mit Glück“, gesteht die 40-Jährige Amtsleiterin ein.
Ein Spiel um Platz drei gab es nicht. Alle Halbfinal-Verlierer hatten damit Bronze bereits sicher im Heimgepäck.
Dewes trat auch in der Damen-Doppel-Konkurrenz zusammen mit Kerstin Wagner an – und hatte nach dem Turnier sogar Grund, etwas enttäuscht zu sein. „Wir waren gut drin und immer schnell am Ball. Leider hatten wir im Viertelfinale aber nicht unseren besten Tag erwischt. Da wäre mehr drin gewesen“, ärgert sich das Lahrer Badminton-Ass. Gegen Mai Hasle und Ulla Pedersen gab es ein spannendes Spiel. Im ersten Satz unterlagen die Ortenauerinnen denkbar knapp mit 20:22 und im zweiten Satz gab es eine 16:21-Niederlage.
In der Liga regelmäßig am Ball, aber jedes Spiel muss es nicht mehr sein
„Die Rahmenbedingungen in Belgien waren sensationell und durch die Erfolge habe ich durchaus Lust auf mehr bekommen. Vielleicht wechsel ich jetzt doch noch in den Profisport“, scherzt Dewes und fügt dann sachlich an: „Die Altersklasse macht schon viel Spaß. Welche Turniere ich in Zukunft spiele, ist jedoch noch nicht geplant. Ich habe ja auch noch Beruf und Kinder. Es muss ins Leben passen, aber ich wäre definitiv noch einmal bereit für ein großes Turnier.“
Fakt ist, dass Dewes bei ihrem Verein, dem BSV Eggenstein-Leopoldshafen, weiterhin regelmäßig am Ball sein wird. Die Saison geht in diesem Monat wieder los. „Ich spiele da schon regelmäßig, da immer mal wieder jemand fehlt. Da ich dann aber nur einspringe, werde ich nicht mehr jedes Spiel machen“, hält die Lahrer Amtsleiterin fest.