Gruppenbild vor der Büsten von Kardinal Augustin Bea im Museum (von links) Sabine Föhrenbacher, Pfarrer Fabian Schneider, Bodo Schreiber, Lothar Degen, Tanja Weinmann, Ulrike Knöpfle, Kardinal Philippe Barbarin, Antoine Bulber, Birgit Schotten, Rainer Gradinger sowie Ekkehard Faller. Foto: Kardinal-Bea-Förderverein

Großer Bahnhof in Kardinal-Bea-Museum. Philippe Barbarin aus Frankreich informiert sich. Lothar Degen hat dabei eine besondere Rolle.

Große Aufregung herrschte unlängst beim Kardinal-Bea-Förderverein in Riedböhringen. Der Grund: An diesem Nachmittag erwartete der Verein hohen kirchlichen Besuch aus Frankreich. Der französische Kardinal Philippe Barbarin war zu Gast im Haus Maria Lindenberg bei St. Peter. Von dort aus plante er einen Tagesausflug nach Riedböhringen, um das Grab und das Geburtshaus von Kardinal Augustin Bea zu besuchen.

 

Zum Empfang des französischen Kardinals waren verschiedene Vertreter des Kardinal-Bea-Fördervereins, der Stadt Blumberg sowie der Kirchengemeinde anwesend. Vom Vorstand des Fördervereins kamen Sabine Föhrenbacher, Ulrike Knöpfle, Birgit Schotten und Tanja Weinmann. Rainer Gradinger und Ortsvorsteher Bodo Schreiber haben zu diesem Anlass die Stadt Blumberg und Riedböhringen vertreten. Aus dem Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit Blumberg waren Ekkehard Faller und Birgit Greif gekommen. Zudem begleiteten Lothar Degen, der später durch die Kirche und das Museum führte, sowie Pfarrer Fabian Schneider, Leiter der neuen Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit, gemeinsam mit einem Theologiestudenten den Empfang.

Grabbesuch bei Orgelklängen

Kardinal Philippe Barbarin und sein Begleiter Antoine Bulber besuchten zunächst das Grab von Kardinal Bea in der St.-Genesius-Kirche. Die Begleitung von Birgit Greif an der Orgel stieß dabei auf große Begeisterung. Anschließend stand der Besuch des Geburtshauses von Kardinal Bea auf dem Plan. Das Geburtshaus wurde mittlerweile zu einem Museum umgebaut und stellt persönliche Gegenstände aus dem Nachlass von Kardinal Bea, Dokumente sowie Erinnerungsstücke aus.

Bevor Lothar Degen sein Wissen über Kardinal Bea in einer Führung weitergab, organisierte der Förderverein Kaffee und Häppchen. Degen erzählte viel Wissenswertes über das Leben und Wirken von Augustin Bea. Philippe Barbarin zeigte sich nicht nur von Degens Führung, sondern auch vom Wirken Kardinal Beas sehr beeindruckt. Auch die liebevolle Gestaltung des Kardinal-Bea-Museums fand großen Anklang bei Kardinal Philippe Barbarin.

Ein besonderes Ereignis

Bei seinem Besuch hinterließ der französische Kardinal mit seinem bodenständigen Auftreten einen ausgesprochen positiven Eindruck. So war die Begegnung mit Philippe Barbarin für den Förderverein und die Gemeinde ein besonderes Ereignis, das die Wertschätzung für Kardinal Bea und sein Wirken besonders verdeutlichte. Augustin Bea, dem an diesem Tag die Aufmerksamkeit galt, wurde am 28. Mai 1881 in Riedböhringen geboren und starb am 16. November 1968 in Rom.

Im Jahr 1959 wurde er zum Kardinal der römisch-katholischen Kirche ernannt. Kardinal Augustin Bea gilt als treibende Kraft hinter der Öffnung der katholischen Kirche gegenüber dem Judentum und anderen Religionen im Zweiten Vatikanischen Konzil. Durch seine Arbeit prägte er den interreligiösen Dialog.

Bei Konklave dabei

Zur Person
Philippe Barbarin wurde am 17. Oktober 1950 in Marokko geboren. Im Jahr 2003 wurde er zum Kardinal erhoben. Im Laufe seiner kirchlichen Karriere war er Erzbischof des Erzbistums Lyon und zählt damit als einer der einflussreichsten Vertretern der katholischen Kirche in Frankreich. Später trat er von dieser Position zurück. Seinen Besuch in Riedböhringen plante der Kardinal ursprünglich bereits im Frühjahr. Er wurde allerdings von der Papstwahl in Rom verhindert, wo er an der Papstwahl (Konklave) teilnahm.