Helga Friedrich (rechts) sammelt Spenden für die Blumen ein. Foto: Dahms

Damit die Blütenpracht der Chrysanthema nicht weggeworfen wird, wurden am Montag in der Innenstadt Blumen auf Spendenbasis verkauft.

Nach und nach leeren sich die Beete, Menschen laufen bepackt mit riesigen Sträußen über den Schlossplatz. Am vergangenen Sonntag ging die Chrysanthema mit einer großen Lasershow zu Ende. So langsam kehrt der Alltag zurück in die Stadt. Dazu gehört, dass die Tausenden Blumen wieder aus den liebevoll gestalteten Beeten entfernt werden.

 

Wer sich nach dem Blumenfestival immer noch nicht an den Chrysanthemen satt gesehen hat, kann sich am Montagmorgen gegen eine Spende Blumen für Zuhause mitnehmen. Helga Friedrich vom Freundeskreis Lahrer Stadtpark organisiert den Verkauf auf dem Schlossplatz mit anderen Freiwilligen.

Früh da sein lohnt sich

„Das geht jedes Jahr sehr schnell, es dauert nicht lange, bis alles weg ist“, erzählt sie unserer Redaktion. „Dieses Mal läuft es auch wieder sehr gut. Also, wenn man noch etwas Auswahl haben will, muss man eigentlich morgens um acht schon da sein“.

Die Spendenkasse füllt sich schnell. Es gibt keinen festen Preis für die Blumen, wer besonders viele mitnimmt, zahle aber in der Regel weniger, so Friedrich. Die Spenden kommen dem Stadtpark zugute.

Eine Mitarbeiterin eines Lahrer Pflegeheims hat einen besonders großen Strauß gekauft. „Die kommen auf die Balkone bei unseren Bewohnern“, erzählt sie. „Die freuen sich sehr, wenn wir es ihnen da ein wenig schön machen“. Insbesondere die gelben Chrysanthemen kommen an diesem Morgen gut an, die rosafarbenen halten sich etwas länger im Beet.

Gelbe Blumen für den Friedhof

Eine Frau entscheidet sich nach einigem Hin und Her für einen bunt gemischten Strauß. „Die Gelben pflanze ich auf dem Friedhof ein, da fahre ich gleich hin. Gelbe Blumen machen einfach gute Laune“, freut sie sich. „Und die Weißen kommen bei mir auf den Esstisch. Es sind noch ein paar Knospen an der Pflanze dran, das heißt sie wird sich noch eine Weile halten“.

Im vergangenen Jahr habe sie bereits Blumen auf der Chrysanthema gekauft, die sich dann noch mehr als zwei Wochen bei ihr im Vorgarten hielten. „Es ist ja auch viel zu schade, sowas wegzuschmeißen, nur weil die Chrysanthema vorbei ist.“

Sie freue sich vor allem auch über das Bezahlsystem durch Spenden: „In einer Gärtnerei würde das sehr teuer werden, wenn man so viele Blumen kauft. Hier ist das anders, da spende ich auch sehr gern etwas. Das ist einfach eine gute Sache“.

Viele der durch die Beete wuselnden Menschen geben an, sich jedes Jahr mit den übrig gebliebenen Blumen einzudecken. „So bleibt noch was von der Chrysanthema übrig, aber bei uns daheim“, lacht einer der Blumenfreunde.