Der Containerplatz am Sportplatz auf dem Lindenhof ist sehr beliebt für die Müllablagerung. Foto: privat

„Lindenhof erstickt im Müll“: Die wachsenden Müllberge in Oberndorf werden zunehmend zum Ärgernis. Wir klären, wer zuständig ist – und was nun geschieht.

Die Altkleidercontainer beim Sportplatz auf dem Lindenhof quellen über, davor und daneben türmen sich die bunten Müllsäcke. Es ist nicht die einzige Stelle in Oberndorf, an der immer wieder wilde Müllablagerungen zu finden sind, erreichen uns immer wieder verärgerte Hinweise aus der Bevölkerung. „Oberndorf muss jetzt reagieren“, fordert nun ein Bürger.

 

Die Stadt könne oder wolle das Problem offenbar nicht lösen, kritisiert der Oberndorfer die Umstände. Man müsse diesen Missstand der wilden Ablagerung beenden, fordert er – und dürfe keine Angst vor unpopulären Maßnahmen haben.

Als Gegenbeispiel nennt er andere Städte ähnlicher Größe, in denen die Container zugunsten eines Wertstoffhofs ganz verschwunden seien, die Umgebung aber dennoch nicht vermüllt sei.

Für die Stadt Oberndorf ist das Problem wilder Müllablagerungen alles andere als neu. Sie hat der Firma TEXAID Collection GmbH öffentliche Flächen für die Aufstellung von Altkleidercontainern überlassen.

Bei vollen Containern müssten Altkleidersäcke eigentlich an einen anderen Container-Standort gebracht oder wieder mit nach Hause genommen werden. Außerdem könne das Unternehmen über eine aufgedruckte Telefonnummer informiert werden, klärt die Stadt auf. So viel zur Theorie.

In der Praxis werden die Säcke oftmals einfach vor den Containern stehengelassen und stapeln sich dann dort. Und manches Mal werden dort nicht nur Kleider entsorgt, sondern auch Hausmüll, was wiederum auch schon Ratten angezogen hat, wie uns Bürger geschildert haben.

Wer ist zuständig?

Das Bußgeld bis zu 50 000 Euro bei einer widerrechtlichen Ablagerung von Müll scheint indes niemanden abzuschrecken. Kontrollfahrten fänden bereits statt, meinte Bürgermeister Matthias Winter auf eine frühere Anfrage von uns und verwies ansonsten auf das Entsorgungsunternehmen.

Der Landkreis Rottweil ist beim Thema Altkleidercontainer nicht involviert, kommt aber manchmal trotzdem ins Spiel. Der Grund: Auf Plätzen mit Altkleidercontainern sind oft auch Altglascontainer nicht weit. Während die Betreiber von Ersteren direkte Verträge mit Kommunen schließen, gibt es in Sachen Altglas eine andere Vereinbarung, erklärt Andrea Schmider vom Landratsamt Rottweil.

Man stelle dem Unternehmen „Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH“ mehr als 180 Plätze für mehr als 600 Container im gesamten Landkreis zur Verfügung. Das Unternehmen habe wiederum den Entsorger Alba mit der Leerung beauftragt. Der Vertrag laufe unabhängig vom Landkreis.

Die Stadt ist nicht verantwortlich

In Sulz und Oberndorf sei es so geregelt, dass die Städte lediglich die Plätze zur Verfügung stellen, für die Sauberhaltung aber der Landkreis zuständig sei, der wiederum Alba damit beauftragt habe, erklärt Schmider.

Man werde Alba nun nochmals auf das Thema Müll an Containerplätzen ansprechen, jetzt, wo man wisse, dass das offensichtlich nicht klappe, teilt sie außerdem mit. Und: „Der Rhythmus zur Anfahrt und Sauberhaltung der Containerplätze an Problemstandorten in Oberndorf und Sulz wurde unseres Wissens schon vor zwei Jahren erhöht.“

Es gibt Erfahrungswerte

Zur Frage, wie oft die Standorte angefahren würden, teilt das Landratsamt mit, dies erfolge an den Problemstandorten nach Bedarf, mindestens aber wöchentlich. „In der Regel gilt, dass die Container je nach Bedarf geleert werden – nicht alle Standorte werden genau gleichstark genutzt, es gibt inzwischen Erfahrungswerte.“

Was die Menge an Müll angehe, so genüge nach Auskunft von Alba nach wie vor ein Transportfahrzeug und ein Mitarbeiter pro Tag für das Sauberhalten der Stellplätze in Oberndorf und Sulz.

Um wilder Müllablagerung Herr zu werden, sei es sinnvoll, Stellplätze für Container an gut einsehbaren Stellen aufzustellen. Wer sich beobachtet fühle, habe größere Hemmungen, Müll zu hinterlassen, so Schmider. Auch regelmäßige Kontrollen durch die Ordnungsämter der Gemeinden und Städte könnten helfen.

Was nun den Vorschlag unseres Lesers bezüglich des Wertstoffhofs angeht, meint das Landratsamt, der Betrieb eines solchen sei mit hohen Personalkosten verbunden und rechne sich erst dann, wenn dort sehr viel mehr als nur Altglas abgeben werden könne – „und es wäre als dezentrale Lösung nicht optimal für eine Wertstoffart, die überall anfällt“.

Standorte

Altkleidercontainer
gibt es laut der Stadt Oberndorf (Stand Mai 2025) hier: Riedwiesen (Flößerhalle) Altoberndorf, Bochinger Straße (Mehrzweckhalle) Boll, Am Brühlbach (Verkehrsübungsplatz) Bochingen, Stuttgarter Straße (Rathaus) Aistaig, Hochmössinger Straße (Friedhof) Beffendorf, Friedrich-List-/Steinbeisstraße und Hohenbergstraße Lindenhof, Austraße/Werkstraße in der Kernstadt.

Altglascontainer
sind unter anderem über die Abfall-App des Landkreises abrufbar.