Akkus müssen auf dem Wertstoffhof entsorgt werden – und nicht im gelben Sack oder dem Restmüll. Foto: Pixabay

Immer mehr technische Geräte mit Akkus befinden sich im Umlauf. Diese werden nicht immer auf dem Wertstoffhof abgegeben – und bereiten Entsorgungsbetrieben, wie „Bogenschütz Entsorgung“ in Grosselfingen einige Probleme.

Alle haben sie und alle benutzen sie, ohne weiter darüber nachzudenken: eine Lithium-Ionen-Batterie. Aus dem Alltag sind diese nicht mehr wegzudenken: Viele Akkus für Bohrmaschinen, Fahrräder, Fotos und Smartphones funktionieren damit. Es gibt kaum ein modernes technisches Gerät, das noch ohne Akku funktioniert. Der Energiespeicher ist deshalb weit verbreitet und das führt zu ganz neuen Problemen.

 

Akku bläht sich auf, platzt und fängt Feuer

Einer, der sich damit auskennt, ist Uwe Bogenschütz von der gleichnamigen Entsorgungsfirma in Grosselfingen. Vor einigen Jahren musste wegen eines brennenden Akkus gar die Feuerwehr ausrücken. Feuer in einem Gelber-Sack-Lastwagen sind zwar nicht an der Tagesordnung, kommen aber hin und wieder vor. Bogenschütz: „Schlimm wird es, wenn das Presswerk auf den Akku drückt.“ Dann bläht sich das Gerät auf, platzt und fängt Feuer.

Wichtiges Thema auch bei Akkus: Mülltrennung. Die Geräte müssen generell auf dem Wertstoffhof abgegeben werden, erklärt Bogenschütz. Sie gehören weder in den gelben Sack, noch in Papiertonne oder Restmüll. Ganz offensichtlich wird dies nicht immer mit der nötigen Konsequenz gemacht. Bogenschütz wirbt also nicht umsonst „mit Nachdruck bei der Politik“ für Lösungen.

Idee: ein Pfand auf Akkus

Der Entsorgungsunternehmer aus Grosselfingen ist auch stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft, Regionalverband Südwest. In dieser Funktion besuchte er mit weiteren Vertretern im Dezember Andre Baumann, Staatssekretär im Umweltministerium Baden-Württemberg. Bogenschütz: „Wir setzen uns dafür ein, dass dringend etwas passiert“, zum Beispiel mit einem Pfand auf Akkus.

Wer einen Akku falsch entsorgt, entzieht ihn der Kreislaufwirtschaft

Nicht richtig entsorgte Akkus sorgen nämlich für eine Reihe von Folgeproblemen. Zum einen bringen sie Mitarbeiter der Versorgungsbetriebe durch plötzlich ausbrechende Brände in Gefahr. Zum anderen gibt es wenige Versicherer, die noch Gebäude, Anlagen und Maschinen dieser Firmen versichern wollen, zu unkalkulierbar wird das Risiko durch Akkus inzwischen angesehen.

Darüber hinaus: Wer einen Akku falsch entsorgt, entzieht ihn der Kreislaufwirtschaft. In den Energiespeichern sind seltene Erden und andere Rohstoffe verbaut, die wieder aufbereitet und neu verwendet werden können. Das geht aber nur, wenn die Akkus zuvor beim Wertstoffhof abgegeben wurden. Bei der Firma Bogenschütz werden sie zwischengelagert und danach an spezialisierte Aufbereitungsanlagen geschickt. Bogenschütz im Hinblick auf das Thema Mülltrennung: „Bei jedem Einzelnen fängt es an.“