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Grosselfingen Zu wenig freie Kindergartenplätze

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Erneut waren in der Gemeinderatssitzung viele Besucher anwesend. Die meisten von ihnen sind Eltern, die auf einen Betreuungsplatz im Kindergarten St. Josef hoffen. Foto: Kauffmann

Grosselfingen - Wie kann es sein, dass aus heiterem Himmel die Betreuungsplätze im Kindergarten St. Josef so knapp sind? Die Gemeinderäte haben ihrem Unmut darüber Luft gemacht. Jetzt müssen so schnell wie möglich Antworten gefunden werden.

In der Sitzungsvorlage heißt es, die Kindergartenleiterin habe sich an die Gemeinde gewendet: Vermehrt würde es vorkommen, dass sie Anfragen von Eltern ablehnen müsse. "Der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren ist höher als der Bestand an verfügbaren Plätzen." Benötigt werden laut Möller zehn Plätze für Kinder von einem bis drei Jahren und weitere fünf Plätze für eine altersgemischte Gruppe. Abschließend fragt die Verwaltung in der Vorlage: "Mit welcher Lösung könnte dem Mangel an Betreuungsplätzen in der Kleinkindbetreuung Abhilfe geschaffen werden?"

Es sei "schade", dass die Gemeinde vom Mangel an Betreuungsplätzen nicht schon vorher gewusst hat. Die Leidtragenden seien die Eltern, klagt Elmar Kleinmann. Er sieht die Gemeinde in der Verantwortung. Kleinmann weiter: "Der Bedarf ist nicht in den letzten zwei Wochen entstanden. Das Thema wurde von der Verwaltung nicht ernst genommen." Der Bürgermeister kontert: "Man kann nicht pauschal sagen, dass die Gemeinde schuld ist." Er verweist auf die Sanierung des Kindergartens und dass man die Situation hätte früher wissen müssen. Dann hätte man "sinnvoll Weichen stellen" können. Bei der Kindergarten-Verwaltung sieht Möller die "Bringschuld".

Für übernächstes Jahr liegen bereits sieben feste Anmeldungen vor

Jennifer Pflumm dazu: "Warum gibt es keinen Bedarfsplan? Den müssen sie jedes Jahr machen", fragt sie Möller. Einen Kindergartenbedarfsplan stellt jede Gemeinde zumeist einmal jährlich auf. Dieser Plan fasst die aktuelle Auslastung der Kinderbetreuungseinrichtungen zusammen und prognostiziert, wie sich die Nachfrage in den kommenden Jahren voraussichtlich entwickelt. Weiter merkt sie kritisch an, dass es ohne Bedarfsplan kaum möglich sei, weitere Entscheidungen zu treffen. Die Tischvorlage, welche die Verwaltung vorbereitet hat, sei "ein Witz mit Anlauf", weil wesentliche Inhalte fehlten.

Pflumm ist sauer: "Das ist ein Unding. Es ist mehr als ärgerlich, dass wir bei diesem Thema in Verzug sind." Sie weist auch auf die Eltern hin, die beide arbeiten müssen und deshalb dringend einen Betreuungsplatz benötigen. Für das Jahr 2021 liegen ihren Angaben zufolge bereits sieben feste Anmeldungen vor, obwohl die Kinder noch nicht einmal auf der Welt seien. Und zudem: Tagesmütter seien keine Alternative, zumal es in Grosselfingen keine gibt. In anderen Kindergärten in der Umgebung würden Grosselfinger Kinder nicht genommen.

Sie weist außerdem darauf hin, dass die katholische Kirche die Bedingungen verschärft habe, unter denen sie die Trägerschaft von Kinderbetreuungs-Einrichtungen übernehme. Und die Kriterien könnten durchaus "Kopfzerbrechen" bereiten. Thomas Haug wirft ein: Wenn es gar nicht anders gehe, müsste vielleicht die Gemeinde einspringen. Dieser Vorschlag ist schnell vom Tisch, weil die kleine Gemeindeverwaltung des 2000-Einwohner-Orts Grosselfingen, wie sich während der Diskussion gezeigt hat, gar nicht die Ressourcen hat, eine Trägerschaft zu verwalten.

Was also tun? Pflumm schlägt vor: Mit der katholischen Kirche verhandeln, ob und unter welchen Bedingungen die Übernahme der Trägerschaft möglich ist. Doch selbst, wenn die Erzdiözese Freiburg für die Trägerschaft entscheidet, gibt es weitere offene Fragen. Zum Beispiel: Wo sollen die zusätzlichen Knirpse untergebracht werden? Robin Lohmüller hat die Nutzung der Räume im Neubau der Hainburgschule ins Gespräch gebracht. Wie sich bei der Diskussion erwiesen hat, seien diese zu klein. Friedbert Dieringer hat eine Container-Lösung vorgeschlagen, allerdings müssten diese erst geplant und gebaut werden. Aber selbst, wenn Trägerschaft und Ort geklärt sind, wartet die nächste Herausforderung: Woher Betreuungspersonal nehmen? Pflumm weist darauf hin, wie schwierig es derzeit ist, in diesem Bereich Fachkräfte zu finden. Und die Zeit drängt: Benötigt wird eine Lösung bis zum 1. März 2020. Ab diesem Zeitpunkt benötigen sieben Kinder einen Betreuungsplatz.

In kürzester Zeit muss nun ein Ort, ausreichend Personal und eine Einigung mit dem Träger gefunden werden. Ob das in etwas mehr als vier Monaten möglich ist? Bürgermeister Möller dazu: "Wir werden mit Blaulicht an der Geschichte arbeiten."

Oktober-Sitzung:

Fraktionsübergreifend hat der Gemeinderat im September den Antrag auf eine Sitzung im Oktober beschlossen. Elmar Kleinmann monierte, dass das Gremium erst auf Anfrage erfahren habe, dass diese Sitzung nicht stattfinde. Dieter Noll von der Gemeindeverwaltung antwortete, dass die Vertreter der Landsiedlung in diesem Zeitraum für eine Gemeinderatssitzung nicht verfügbar waren. Kleinmann: "Da ist kein Zug drin, das muss ich einfach sagen."

Aktueller Stand:

Die BfG haben in der vergangenen Sitzung 17 Anträge gestellt. Und Möller hat den jeweils aktuellen Stand dazu mitgeteilt. Konkrete Ergebnisse liegen noch nicht vor. Bei den Anträgen geht es unter anderem um den Neubau des Bauhofs, der Turnhalle und die kostenfreie Verteilung des Amtsblatts. Aus der Idee, die Container, die bisher bei der Hainburgschule stehen, als Asylunterkunft zu nutzen, wird aus Kostengründen nichts. Stattdessen schlägt die Verwaltung das Rosa-Riester-Haus am Marktplatz vor. Nun sollen die Kosten einer Container-Lösung und der Sanierung gegenübergestellt werden. Dann will der Gemeinderat entscheiden.

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