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Grosselfingen Urteile gegen die "friedhässigen Gemüter"

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Der Major erhebt beim Narrengericht Anklage gegen die Delinquenten. Foto: Privat

Grosselfingen - Die Urteile des Narrengerichts können dramatisch sein: Wem nur eine Geldstrafe aufgebrummt wird, kommt noch glimpflich davon, denn den Delinquenten drohen Peitschenhiebe und sogar der Tod. Ein närrischer Spaß für Zuschauer und Spieler. Die Verhandlungen des Narrengerichts in der Alten Schule sind einer der zentralen Handlungsstränge des Grosselfinger Narrengerichts. Wir stellen die wichtigsten Abläufe dieses Teils des Spiels vor.

 Major erhebt Anklage

Der Narrenvogt befragt den Major nach den Untaten dieser Delinquenten. Respekteinflößend zieht der Major den Degen und klagt an, zum Beispiel so: "Die freien Söhne unserer adligen Nation sollen hören und wissen, warum diese Damen und Herren verhaftet und hierher geführt wurden." Und weiter: "Unter Führung gefährlicher Aufstifter haben die friedhässigen Gemüter die Zollschranken des Venezianischen Reiches auf unerlaubte Weise überschritten." Ohne Pass und Papiere seien sie ins Venezianische Reich eingedrungen. Weiter könnten ihnen Verschwörungen vorgeworfen werden, den hochgrobgroßgünstigen Vogt samt seinem Stabe zu entmachten. Die Liste der Anklagepunkte kann lang sein: Die Vernichtung der Nation die Plünderung von Gärten und Schatzkammern könnten die weiteren Anklagepunkt sein.   Magistrat konkretisiert An dieser Stelle kommt der Magistrat ins Spiel, den der Vogt zu Rate zieht. Er konkretisiert, was der Major zuvor gesagt hatte. In diesem Teil des Narrengerichts wird den Delinquenten auf humorvolle Art unter die Nase gerieben, was sie tatsächlich "verbrochen" haben. Aufgrund ihrer Klugheit genießen die Magistrate im Venezianischen Reich ein sehr hohes Ansehen.

 Redmänner verteidigen

Falls sich die Delinquenten nicht selbst verteidigen, können sie einen Redmann als Anwalt hinzuziehen. Er rettet für seine Mandanten, was noch zu retten ist: Er hat schon so manches Todesurteil mit umsichtigem Handeln abgewendet. Die Höchststrafe ist ein Drittel des Kopfes und zweimal das halbe Leben des Angeklagten.

 Doktoren untersuchen

Werden bei einem Angeklagten aber "geistige Verwirrungen" diagnostiziert, kann das Gericht ihn zur weiteren Untersuchung zu den Doktoren schicken. Auf Anweisung des Vogts untersuchen sie den körperlichen und geistigen Zustand der Delinquenten. Weil nur gesunde Angeklagte verurteilt werden sollen, geben die Doktoren dem Gericht närrische Heil-Empfehlungen ab.

 Furiere übergeben den Pass

Das Urteil fällt: In den meisten Fällen ist es die Todesstrafe. Meist wird diese in eine Geldstrafe umgewandelt. Diese können die Angeklagten in zwei Raten begleichen: Wenn sie den Geldbeutel aus der Hosentasche holen und wenn sie ihn wieder zurück in die Hosentasche stecken. Die Delinquenten werden nach der Verhandlung durch die Leibgarde des Vogts zur Pritschenbank auf den Marktplatz geleitet. Und nachdem sie ihre Strafe bezahlt haben, kommen die Furiere zum Einsatz: Von ihnen erhalten die Delinquenten einen Pass für das Venezianische Reich in Spiegelschrift.

 Stubenklepfer schließen Tür

Während der Gerichtsverhandlung ist das Gerichtsgebäude verschlossen. Niemand kommt rein, niemand mehr raus, nachdem die Glocke ertönt. Das Zu- und Aufschließen ist die Aufgabe der Stubenklepfer. Sie als Bewacher stellen auch sicher, dass es nicht zu Übergriffen auf das Gericht kommt. Außerdem achten sie streng darauf, dass die Besucher und die Angeklagten die Hausordnung des Gerichts einhalten, sodass die Verhandlungen nicht gestört werden.

Grenadiere schützen

Sie halten Wache vor dem Gerichtsgebäude und sollen dieses vor Angriffen schützen. Bewaffnet sind sie mit einem langen Holzgewehr und treten soldatisch auf. Sie lösen sich vor dem Gerichtsgebäude regelmäßig ab.  

Vogt spricht Urteile

Der Narrenvogt, gespielt von Manfred Ostertag, ist sozusagen der Chef des Narrengerichts. Er hat im Venezianischen Reich den höchsten Rang. Während der Gerichtsverhandlung führt er den Vorsitz. Bei ihm liegt zudem die Verantwortung, dass das Narrengericht streng gemäß den alten Statuten und Satzungen abgehalten und in guter Ordnung durchgeführt wird. Bei Versammlungen jeglicher Art (auch außerhalb der Spieltage) führt er den Vorsitz und ist mit einer großen "Machtfülle" ausgestattet. Vogt zu sein, ist die höchste Ehre, die einem Mitglied Narrengericht zuteil werden kann.

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