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Grosselfingen "Ich bin kein Spaßkandidat, ich will gewinnen"

Von
Foto: Jannik Nölke

Bürgermeisterkandidat Martin Hall hat Grosselfingen erkundet und die Einrichtungen im Mehrgenerationenpark besucht. Wir haben ihn bei seiner Werbetour begleitet.

Grosselfingen. Wahlkampf in Grosselfingen. Einer, der hier neuer Bürgermeister werden will, ist Martin Hall. Seine erste Station führt ihn an diesem Vormittag zur Hainburgschule – das derzeit größte Investitionsprojekt in Grosselfingen. Hall betritt wenige Minuten verspätet aber gut gelaunt den Schulhof, grüßt Rektorin Kristina Staiger – und stellt Fragen.

Wie der Ablauf der Sanierung war, ob der Altbau komplett entkernt wurde, und ob alte Bausubstanz erhalten bleibt. Grosselfingen habe Glück, das Bestandsgebäude weiter nutzen zu können, Abriss und Neubau wären ja auch merklich teurer geworden, meint er.

Beim Rundgang durch die Schule: Radiomusik tönt im Eingangsbereich, Bauarbeiter schleppen Leitern. Die Tür zu einem der Klassenzimmer steht offen. Hall betritt mit Staiger den Raum. Er habe eine Frage zur Lüftung: "Ist sie im ganzen Haus verbunden?" Ja, ist sie. Er habe sich in die Corona-Thematik eingelesen und meint: "Normale Filter halten die Viren nicht ab." Während Corona könne man die Fenster aufmachen, antwortet die Rektorin – unabhängig davon: Während der Planung war das Coronavirus noch nicht bekannt.

Es bricht aus Hall heraus: Er redet von der Lüftung bei Tönnies, dass Corona erst der Anfang sei, dass er sehr interessiert an diesem Thema sei – und er hätte weitergeredet, hätte Staiger ihn nicht unterbrochen. In der Mensa betont Hall, er wolle die Grundschule tatkräftig unterstützen: "Da haben Sie mein Wort", bekräftigt er, um im nächsten Atemzug einzuschränken: "Ich habe im Gemeinderat nur eine Stimme."

Es geht die Treppe hinauf. Angesprochen auf seine Ehe, meint Hall: "Meine Ehe ist wie fast alle kaputtgegangen." Staiger nüchtern: "Meine nicht". Hall entgegnet: "Da gehören Sie zur Minderheit." Weiter beim Rundgang: Wenn er sich die Schule so anschaue, würde er seine Tochter schon in die Hainburgschule schicken.

Nächste Station: die Turnhalle. Hall blickt sich kurz um und teilt mit: "Ich glaube, die Halle ist zu alt." Er präferiere einen Neubau. "Viel Mühe" habe er sich gegeben, sich in die Thematik reinzuarbeiten und deshalb präsentiert er auch schon eine erste Idee: Die alte Halle würde er abreißen, ein "schöner großer Platz" könnte dort entstehen. Den Neubau kann er sich nebenan vorstellen. Auf sieben bis acht Millionen Euro schätzt er die Baumaßnahme, meint aber auch: "Wahrscheinlich werden acht Millionen Euro nicht reichen." Wenige Minuten zuvor sagte er auch: "Geld ist eine endliche Ressource."

Um 10 Uhr ist er im Senioren- und Pflegeheim angekündigt. Hall sagt auf dem Weg zu den Senioren: "Es wird heißer, ich lauf’ mal langsamer." Warum er dann Krawatte und Anzug trägt? Hall: "Ich habe es einfach gerne kühl", sagt er an diesem Tag, der sommerliche Termperaturen verspricht.

Im Senioren- und Pflegeheim begrüßen ihn Elmar Langenstein, Julia Wolf und Irina Hofmann. Hall sagt ihnen: "Ich bin kein Spaßkandidat. Ich will gewinnen." Vor den versammelten Senioren hebt er zu einer Rede an: "Ich bin derjenige, der für den Aufbruch in Grosselfingen steht", schmettert er in die Runde und redet weiter: "Es kann nicht sein, dass man wegen jeder Kleinigkeit nach Bisingen fahren muss." Als Bürgermeister wolle er sich für Bürgerbegehren einsetzen, damit die Grosselfinger mehr mitbestimmen können. Hall: "Ich möchte mich für euch alle einsetzen."

Hall fragt, wer eine Visitenkarte will, einige Bewohner melden sich, "Zuhören und Tun" sei Halls Stärke (sagt er über sich selbst). Als Bürgermeister wolle er sich, falls er gewählt wird, für die Gemeinschaft einsetzen, er wolle nicht für eine Firma da sein, sondern für Menschen.

Seine letzte Station an diesem Tag: der Kindergarten. Jetzt berichtet er drei Erzieherinnen, was er alles vor hat. Dass er zwei Millionen Euro in den Kindergarten-Anbau investieren wolle, dass er wisse, wie man Geschäftsführern auf Augenhöhe begegnet, dass er das Industriegebiet erweitern wolle. Hall hat sich warm geredet. Und er redet. Seine Zuhörer tauschen Blicke aus, eine Erzieherin schaut auf die Uhr. Eigentlich muss sie schon los. Mehrfach fragt sie den Kandidaten, wann der Neubau fertig sein wird und erhält keine Antwort. Jedenfalls wolle Hall seine "ganze Kraft für die Zwerge einsetzen". Was für die Knirpse in Grosselfingen schon alles getan wird, erfährt er bei einer Besichtigung der Räume, die für die neue Kindergarten-Gruppe eingerichtet worden sind.

Marti n Hall ist 43 Jahre alt und wohnt derzeit in einem Teilort von Besigheim, das im Landkreis Ludwigsburg liegt. Er hat eine Tochter und lebt getrennt von seiner Frau. Er hat eine Ausbildung zum Industriemechaniker abgeschlossen und arbeitet derzeit nach eigenen Angaben als Vertriebsleiter einer mittelständischen Firma.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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