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Grosselfingen Gesund, lecker und nicht zu exotisch

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Valeria Föll (von links) bereitet mit ihren drei Köchinnen Zineta Fazlovic, Sabrina Engermann, Zufija Hadzic "Valerials Kinderessen" zu. Foto: Schneider Foto: Schwarzwälder Bote

Die eigenen Kinder bekochen, sich um den Haushalt kümmern und nebenbei noch hoch schwanger mit dem nächsten Kind sein – die meisten Mütter hätten damit wohl doch schon genug zu tun. Nicht so Valeria Föll. Sie liefert seit Januar rund 300 Mahlzeiten pro Tag aus.

Grosselfingen. Mittlerweile beliefert Föll auch alle Balinger Kindergärten. Angefangen hat die gelernte Ernährungs- und Hygienetechnikern in einer kleinen Küche in Geislingen, in der sie "Valerias Babybrei" entwickelte – ein gesunder Babybrei, tiefgefroren im kompostierbaren Bio-Becher. "Gesünder geht’s eigentlich kaum", sagt Föll lachend.

Für diese Innovation hat sie sämtliche Preise gewonnen, wie beispielsweise den Elevator Pitch in Balingen. Mütter, die weder Zeit hatten, ausgiebig zu kochen, noch auf Babynahrung im Glas zurückgreifen wollten, waren ihre Stammkundinnen. Und dennoch hat sie das erfolgsversprechende Geschäft mit dem gesunden Brei aufgegeben. "Es kamen immer mehr Anfragen, ob ich nicht gesundes Essen für Kindergärten und Grundschulen liefern könnte und damit habe ich dann auch angefangen", erzählt Föll. Die Produktion von Babybrei und die Auslieferung von Kinderessen an Kindergärten und Grundschulen – gleichzeitig kaum machbar.

"Ich musste mich irgendwann entscheiden und dass ich mich gegen den Babybrei entschieden habe, hatte sowohl wirtschaftliche als auch hygienische Gründe", erklärt die BeKi-Fachfrau.

Das Erstaunliche: Geworben hat Föll für ihren Lieferservice "Valerias Kinderessen" nie. "Das kam alles so durch Mund zu Mund Propaganda", teilt Föll mit. Mit Balingen und Geislingen kamen die ersten Kindergärten, die sie belieferte, mit der Grosselfinger Grundschule die erste Schule. Rasant häufte sich die Zahl der Interessenten. "Neun Kindergärten habe ich noch alleine beliefert, aber mehr ging einfach nicht", stellte Föll nach kurzer Zeit fest. Auch die Küche in Geislingen wurde langsam zu klein.

Der Blumenkohl wird nicht mit den Erbsen und Karotten gemischt

Die Lösung: Durch eine Kooperation mit dem Gasthaus Ochsen in Grosselfingen kann Föll jeden Morgen von 7.30 Uhr bis 11 Uhr mit ihrem Team aus mittlerweile vier Köchinnen arbeiten. Danach erledigen die zwei von Föll angestellten Fahrerinnen den Rest. Und auch dabei wird ihr geholfen: Das Auto-Team aus Balingen stellt ihr zwei Wagen zur Auslieferung bereit. "Es ist einfach schön, dass die Menschen sagen: wenn es um Kinder geht, unterstützen sie das gerne", zeigt sich Föll dankbar.

Aber natürlich gilt es laut Föll auch einiges bei der Zubereitung der kindgerechten Speisen zu beachten: "Ich richte mich nach den DGE-Richtlinien. Deshalb gibt es auch nur einmal die Woche Fleisch, genauso wie Fisch, Nachtisch und Süßspeisen. Vegetarisch gibt es zweimal die Woche", erklärt Föll die Zusammenstellung ihres Speiseplans. Ein wichtiger Bestandteil seien natürlich Obst und Gemüse.

Was ihr dabei besonders am Herzen liegt: "Wir liefern alles einzeln. Beim Gemüse beispielsweise wird nicht der Blumenkohl mit den Karotten und den Erbsen gemischt, sondern alles in getrennten Fächern geliefert. Sonst würden Kinder, die keine Erbsen mögen, alles stehen lassen und das wäre schade." Dieses Konzept wird auch bei Nudeln, Soßen und allen anderen Speisen angewendet – damit die Kinder die Wahl haben. Außerdem liefert Föll kein Schweinefleisch, damit mehr Kinder mitessen können.

Am Besten kommen bei den Knirpsen laut Föll die Suppen, wie Kartoffel- oder Flädle-Suppe an – abgesehen von Spaghetti Bolognese natürlich, dieses Gericht sei und bleibe bei den Kindern die absolute Nummer Eins.

Obwohl Föll auch immer mal wieder versucht, einen Hauch der internationalen Küche mit einzubringen, ist ihr bewusst, dass das nur in Maßen durchzusetzen ist. "Man muss die Kinder dort abholen, wo sie sind, mit dem Essen, das sie kennen. Deshalb darf es auch nicht zu exotisch sein", erklärt sie.

Eine Herausforderung sei bei der Zubereitung jeden Tag aufs Neue das Gemüse am Leben zu erhalten, die Vitamine also nicht zu verkochen und dennoch die Richtlinien einzuhalten, die besagen, dass das Essen 65 Grad haben muss, wenn es in den Institutionen ankommt.

Fölls Töchter sind die Test-Esserinnen

Und dann sollte es natürlich auch noch gesund sein und schmecken. Damit das garantiert ist, hat Föll zwei ganz besondere Test-Esserinnen: "Meine beiden Töchter müssen natürlich immer probieren. Aber das machen sie gerne", sagt Föll lachend. Und wenn bald das nächste Baby kommt, kommt auch dieses in den Genuss einer Mutter, die bestens weiß, was ihr Kind braucht – und ihm das auch gibt.

Ihre Redaktion vor Ort Hechingen

Klaus Stopper

Fax: 07471 9874-21

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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