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Grosselfingen Mit Gesprächen die Angst nehmen

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Bewohnerin Sabine Mayer (Mitte) freut sich, an ihrem Geburtstag wieder Besuch empfangen zu können. Mit auf dem Bild: Pflegedienstleiterin Irina Hofmann und Heimleiterin Julia Wolf. Labradorhündin Polly hält Kontakt zu den Bewohnern, da von ihr keine Ansteckungsgefahr ausgeht – Geschäftsführer Elmar Langenstein versucht, den Bewohnern die Angst zu nehmen. Die Leitung des Senioren- und Pflegeheims Grosselfingen hat einen Besuchsbereich eingerichtet, bei dem der Abstand zwischen Angehörigen und Bewohnern gewährleistet wird.Fotos: Witte Foto: Schwarzwälder Bote

Viele Angehörige sind erleichtert: Endlich dürfen in Seniorenheimen wieder Besuche stattfinden. Um die Gefahr einer Ansteckung möglichst gering zu halten, erarbeiten die Häuser derzeit Konzepte mit Hygienemaßnahmen. Im Senioren- und Pflegeheim Grosselfingen wurde eine extra Zone für Besucher eingerichtet.

Grosselfingen. Für Sabine Mayer kommt die Lockerung des Besuchsverbots genau richtig. Wenn die Bewohnerin des Senioren-und Pflegeheims in Grosselfingen am Montag ihren Geburtstag feiert, darf sie wieder persönlichen Besuch empfangen. "Komisch" habe sie die Zeit des Besuchsverbots gefunden und freue sich nun, ihre Mann wieder aus der Nähe zu sehen. Die Bewohnerin nutzte in der Zeit des Besuchsverbots oft Skype, um Kontakt zu ihren Angehörigen zu halten – sich persönlich zu sehen, ist aber eben doch etwas anderes.

"Die Besucher werden durch einen Hintereingang in die Besucherzone hereingelassen, wo sie sich, getrennt durch eine Trennscheibe, mit den Bewohnern an einen Tisch setzen und unterhalten können", erklärt Julia Wolf, Leiterin der Einrichtung. Bereits jetzt rufen viele Angehörige an, um ihren Besuch anzumelden und die Heimleitung vergibt dann sozusagen Besuchstermine. "Die Angehörigen sollten 24 Stunden vorher anrufen und ihren Besuch anmelden", so Wolf. Es werde notiert, wer zu welcher Zeit wen besucht – zwei Besucher pro Tag sind erlaubt. "Es sollten stets dieselben Leute kommen", ergänzt Irina Hofmann, die Pflegedienstleiterin des Hauses. Denn je weniger unterschiedliche Personen das Heim besuchen, desto geringer die Gefahr einer Ansteckung. Und bei den Besuchen sei dann immer auch jemand aus dem Team anwesend, um darauf zu achten, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden – für einige Bewohner, die vergesslich sind, keine leichte Situation.

"Wir erklären den Bewohnern so viel wie möglich – und wenn jemand dement ist, erklären wir die Situation mit Corona auch mehrmals am Tag", sagt Hofmann. Es sei wichtig, die Bewohner möglichst ausführlich über die aktuelle Situation zu informieren, um ihnen mögliche Ängste zu nehmen. Die offene Art, mit der Pandemie umzugehen, scheint Bewohnern und Personal gut zu tun: "In letzter Zeit lachen wir wieder deutlich mehr", sagt Hofmann: "Wir nehmen die Realität wahr und tun, was zu tun ist, um alle vor einer Ansteckung zu schützen". Die Bewohner freuten sich sehr auf die Besucher, so Hofmann. Klar, auch in den vergangenen Wochen wurde Kontakt gehalten, oft kamen die Besucher etwa an eine Glastür vors Haus, die einen Spalt breit geöffnet wurde. "Im selben Raum zu sein und nur eine Schutzscheibe zwischen sich zu haben ist aber halt schon ein ganz anderes Gefühl, als durch eine Tür zu sprechen", sagt die Pflegedienstleiterin. Man freue sich, dass das Wetter bald besser werden soll, denn dann könnte man sich auch draußen treffen – natürlich mit entsprechendem Abstand.

Hündin Polly darf die Einrichtung besuchen und muss nicht mal Abstand halten

S a bine Mayer hat während der letzten Wochen oft mit ihrer Familie geskypt – doch der Einsatz digitaler Medien kommt nicht für alle Bewohner in Betracht. "Wenn die Bewohner dement sind, ist ihnen teilweise alles, was in den letzten 40 Jahren an digitalen Möglichkeiten hinzukam neu, und sie nehmen ihre Angehörigen nicht unbedingt über einen Bildschirm wahr", sagt Hofmann. Doch sie würden auch dann nicht aufgeben – denn auch, wenn es an einem Termin mal nicht so gut geklappt hätte, vereinbarten sie wieder einen neuen. Es sei eben bei vielen Bewohnern tages- und stundenabhängig, wie präsent sie sind.

Wenigstens Hündin Polly darf die Einrichtung besuchen und muss keinen Abstand halten. "Eine Übertragung vom Menschen auf das Tier ist anscheinend möglich, aber andersherum nicht", sagt Geschäftsführer Elmar Langenstein an der Tür. Es sei wichtig, weiterhin über die Situation zu sprechen, um allen Beteiligten die Ängste vor Corona etwas zu nehmen – vielleicht kann Polly dabei ein klein wenig helfen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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