Zahlreiche Einsatzkräfte rückten zu einem Brand in Sommenhardt an. Foto: Klormann

In Sommenhardt war am Dienstagnachmittag teils kein Durchkommen mehr. Mehr als ein Dutzend Einsatzfahrzeuge gruppierten sich um ein derzeit leerstehendes Mehrfamilienhaus in der Calwer Straße, an dem ein Schwelbrand ausgebrochen war.

So viel Blaulicht hat Sommenhardt wohl selten gesehen. Gegen 14.10 Uhr riefen Handwerker die Feuerwehr zu einem Mehrfamilienhaus in der Calwer Straße an der Abzweigung Richtung Zavelstein. Und die kam mit zahlreichen Kräften.

Grund war ein Schwelbrand an dem leerstehenden, dreigeschossigen Gebäude, das derzeit saniert wird.

Starker Rauch aber keine Flammen

Schweißarbeiten an der Fassade auf der Rückseite des Hauses hatten das Feuer ausgelöst, berichtete Werner Kalmbach, Einsatzleiter und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Teinach-Zavelstein, im Gespräch vor Ort.

Der Schwelbrand habe sich im zweiten und dritten Obergeschoss ausgebreitet; als die Feuerwehr eintraf, gab es eine starke Rauchentwicklung, allerdings keine offenen Flammen.

Wie Kalmbach ausführt, brannte offenbar die Dämmwolle in den Wänden des Fachwerkbaus.

Besonders aufwendig sei dabei gewesen, den Brandherd zu finden – denn zu Beginn sei noch nicht klar gewesen, in welcher Wand dieser zu finden sei. Die Feuerwehr suchte dazu mit einer Wärmebildkamera nach brennenden Stellen, nachdem die Einsatzkräfte die Wand mit einer Säge geöffnet hatten.

Einer mit Diamanten besetzten Spezialsäge übrigens, wie Stefanie Stocker, Pressesprecherin des Kreisfeuerwehrverbands, am Rande erklärte, die auch durch Metalle wie Nägel oder dergleichen dringt. Die komme zum Einsatz, um keine Zeit zu verlieren, wenn niemand wisse, was in der Wand stecke.

Wenig Wasser, um Schäden gering zu halten

Das eigentliche Löschen, so Kalmbach, sei mit möglichst wenig Wasser erfolgt, um die Schäden im Gebäude so gering wie möglich zu halten.

Um mögliche verbliebene Glutnester zu finden, rückte schließlich noch ein geländetauglicher Hubsteiger an. Mit diesem stemmte die Feuerwehr die Fassade an der Rückseite noch weiter auf.

Während des Brandes befanden sich keine Personen mehr im Gebäude, berichtete der Einsatzleiter. Verletzte habe es auch keine gegeben.

Die Feuerwehr Calw war mit fünf Fahrzeugen und etwa 20 Kräften vor Ort, die Feuerwehr Bad Teinach-Zavelstein mit sechs Fahrzeugen und 50 Feuerwehrleuten, außerdem Tido Lüdtke, stellvertretender Kreisbrandmeister, zählte Kalmbach auf. Hinzu kamen vier Rettungswagen, zwei Fahrzeuge der Polizei und Kräfte des DRK-Ortsvereins Calw.

Letzterer kümmerte sich vor allem um die Verpflegung der Einsatzkräfte, die das in voller Montur in der Sommerhitze auch gerne annahmen.

Die Polizei geht nach derzeitigem Stand der Ermittlungen nach eigenen Angaben von einem Sachschaden in Höhe von rund 100 000 Euro aus.