Inzwischen wohl fast Routine für die Feuerwehr: Einsatzkräfte untersuchen mit Atemschutzmasken die vermutliche Austrittsstelle. Foto: Szyltowski

Inzwischen wohl fast Routine für die Feuerwehr: Der letzte Einsatz aufgrund eines Verdachts auf Gasaustritt ist noch keine zwei Wochen her. Und schon herrscht wieder Gas-Alarm – diesmal im Calwer Kaufland. Hier die Details.

Stechender Geruch, Schwindel, Kopfschmerzen, plötzliche Schmerzen im Kehlkopf, Atembeschwerden – all das bemerkten die gebürtige Holzbronnerin Claudia Zimmermann und ihre Tochter am Donnerstagmittag, als sie das Treppenhaus im Kaufland betraten. Sofort meldeten sie einen möglichen Gasaustritt bei der Kundeninformation im Geschäft.

 

Wenige Minuten später trafen Polizei, Krankenwagen und die Calwer Feuerwehr ein. Das Treppenhaus, die Fahrstühle und Teile des Außenbereichs wurden abgesperrt. Von der Sperrung betroffen war jedoch nicht das Parkhaus selbst. Kunden wurden von Einsatzkräften und Kaufland-Mitarbeitern gebeten dieses von der Ostseite des Gebäudes zu betreten.

Claudia Zimmermann und ihre Tochter haben den beißenden Geruch im Treppenhaus als erste bemerkt und es sofort gemeldet. Foto: Szyltowski

Warum wurde nicht evakuiert?

Was war passiert? Und warum wurde bei einem Verdacht auf Gasaustritt nicht weiträumig evakuiert? Eine Anfrage unserer Redaktion bei der Polizei brachte Licht ins Dunkel. Sabine Maag, Sprecherin des Polizeipräsidiums Pforzheim habe von der Feuerwehr erste Informationen übermittelt bekommen. Diese habe eine Stoffbestimmung durchgeführt. „Laut Feuerwehr kann ein Gasaustritt ausgeschlossen werden. Möglicherweise handelt es sich um Pfefferspray“, das versprüht worden sei. Außerdem seien Betroffene, die die Substanz eingeatmet hatten von Sanitätern vor Ort betreut worden.

Mehrere Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren vor Ort. Foto: Szyltowski

Der Calwer Stadtbrandmeister Marcus Frank, der den Einsatz leitete, bestätigt die Aussage der Polizei. Dass es eine reizende Substanz in der Luft gab, habe auch die Feuerwehr festgestellt. „Mit unserer Technik konnten wir aber nichts nachweisen. Eine Austrittsstelle von Gas haben wir nicht gefunden.“ Die logische Schlussfolgerung sei, so der erfahrene Stadtbrandmeister, das es sich vermutlich um Pfefferspray gehandelt habe.

Verletzte sind bisher nicht bekannt

Die Feuerwehr war mit fünf Fahrzeugen und 22 Menschen, der Rettungsdienst mit vier Fahrzeugen und acht Kräften im Einsatz. Sieben Personen wurden von den Sanitätern ambulant in Augenschein genommen. „Verletzte gab es nicht“, so Frank abschließend. Gegen 15.30 Uhr war der Einsatz beendet, nach dem die betroffenen Bereiche in Treppenhaus und Aufzug umfangreich gelüftet wurden.

Der Hintergrund des Vorfalls bleibt unklar. Fest steht, dass aktuell seitens der Polizei nicht wegen versuchter Körperverletzung ermittelt wird. Jedoch könne sich das jederzeit ändern, sobald sich im Nachgang noch verletze Personen bei der Polizei melden würden, die etwa Opfer eines Pfefferspray-Angriffs waren, so die Sprecherin Maag auf Nachfrage.