Rund 30 Fahrzeuge und etwa 90 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind am Freitagabend zu einem Brand in der Bahnhofstraße in Calw ausgerückt. Foto: Klormann

Mit einem Großaufgebot ist die Feuerwehr am Freitagabend zu einem Brand an der Calwer Bahnhofstraße ausgerückt. Zwei Wohnungen waren direkt betroffen. Zwei Menschen wurden verletzt.

Kurz vor Mitternacht meldete die Warn-App Biwapp am Freitagabend einen Brand in der Calwer Bahnhofstraße. Es komme zu Geruchsbelästigung und Beeinträchtigungen durch Einsatzmaßnahmen, die Straße sei voll gesperrt.

 

Die Calwer Feuerwehr war zu diesem Zeitpunkt bereits eine gute Stunde im Einsatz.

Feuer in Altbau in zweiter Reihe „und dadurch schwierigst zu erreichen“

Um 22.36 Uhr ging der erste Alarm bei den Brandbekämpfern ein. Die Meldung: unklarer Brand, möglicherweise Menschenrettung erforderlich. Feuer in einem Altbau in zweiter Reihe „und dadurch schwierigst zu erreichen“, berichtete Calws Stadtbrandmeister Marcus Frank am Abend im Gespräch vor Ort.

Konkret handelte es sich um ein von der Straße zurückgesetztes Gebäude schräg gegenüber des ENCW-Wasserkraftwerks.

Drei Fahrzeuge rückten zunächst an. Die Situation sei jedoch so unübersichtlich gewesen, dass bereits um 22.59 Uhr Alarmstufe vier ausgerufen wurde, erzählt der Calwer Feuerwehrkommandant – die höchste Stufe, für die es noch vorab festgeschriebene Vorgaben gibt, was etwa die Zahl der benötigten Feuerwehrleute betrifft.

Dichter Rauch quoll aus dem Gebäude. Und dort, wo er am dichtesten war, musste die Feuerwehr ins Haus. Der Brandherd befand sich indes in der Nebenwohnung; die Person, die darin wohnte, erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung. Auch ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt. Beide konnten jedoch ambulant behandelt werden.

Das betroffene Gebäude liegt zurückversetzt von der Bahnhofstraße – für die Einsatzkräfte nicht einfach zu erreichen. Foto: Klormann

Zwei weitere Personen seien zudem in der Wohnung gemeldet, durch die sich die Feuerwehr zuerst gekämpft hatte. Trotz mehrfacher Durchsuchungen fanden die Einsatzkräfte jedoch niemanden in den Räumen, berichtete Frank. Offenbar waren die Bewohner zum Zeitpunkt des Brandes nicht zu Hause gewesen.

Während des Einsatzes blieb die Bahnhofstraße voll gesperrt; zudem hatte der gesamte Straßenzug keinen Strom. Aus Sicherheitsgründen war dieser vom Stromversorger abgestellt worden. Einerseits, um die Einsatzkräfte vor Gefahr zu schützen – etwa durch freiliegende Kabel –, andererseits, um keine weiteren Brandquellen entstehen zu lassen.

Angrenzendes Gebäude evakuiert

Da einzelne Häuser vom Versorger nicht vom Netz getrennt werden können (dies ist nur in oder an den Gebäuden selbst möglich), musste der ganze Straßenzug abgeschaltet werden.

Auch ein angrenzendes Gebäude sei auf Entscheidung der Polizei evakuiert worden, sagte der Stadtbrandmeister.

Brandursache und Schadenshöhe blieben in der Nacht zunächst unklar.

Gegen 1 Uhr war der Einsatz zu einem großen Teil bewältigt; viele Kräfte rückten wieder ab. Einige blieben noch vor Ort, räumten etwa die Wohnung aus, um Glutnester auszuschließen.

Die Psychosoziale Notfallversorgung betreute die Person, die in der Brandwohnung gelebt hatte. Calws Oberbürgermeister Florian Kling machte sich ebenfalls ein Bild der Lage und kümmerte sich um die Unterbringung der betroffenen Person.

Fast 30 Einsatzfahrzeuge vor Ort

Die Feuerwehr war mit 63 Kräften und 14 Fahrzeugen der Abteilungen Calw, Hirsau, Altburg und Stammheim vor Ort, darüber hinaus die Drohne der Feuerwehren im Gemeindeverwaltungsverband Althengstett und André Weiss, Kreisbrandmeister vom Dienst, berichtete Markus Fritsch, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Calw und Kreisfeuerwehrpressesprecher.

Zudem unterstützte der Rettungsdienst mit zehn Fahrzeugen und 19 Kräften den Einsatz, darunter der Calwer Ortsverein des DRK, der unter anderem für die Verpflegung der Helfer sorgte. Nicht zuletzt war auch die Polizei mit fünf Kräften und drei Fahrzeugen vor Ort.