Zahlreiche Rettungskräfte haben am Freitagvormittag nach einer jungen Frau gesucht, die einer Zeugin zufolge in die überschwemmte Dreisam in Freiburg gefallen ist.(Symbolfoto) Foto: Archiv

Junge Frau soll in Dreisam gestürzt sein. Kind in Pforzheim vermisst. Leiche treibt in Kinzig.

Schmelzender Schnee und Regen haben in Teilen von Baden-Württemberg für Hochwasser gesorgt. In Freiburg und Pforzheim meldeten Zeugen im Wasser treibende Personen. Im Ortenaukreis ist ein Mann in der Kinzig ertrunken.

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Freiburg/Kehl/Pforzheim - Eine in der Kinzig treibende Leiche ist in Kehl-Auenheim (Ortenaukreis) geborgen worden. Der männliche Leichnam wurde den Beamten am Freitagmittag gemeldet und daraufhin von Einsatzkräften aus dem Fluss geborgen, wie die Polizei mitteilte. Die Ermittlungen zur Todesursache und zur Identität des Mannes dauern an.

Junge Frau in Dreisam gefallen?

Zahlreiche Rettungskräfte haben am Freitagvormittag nach einer jungen Frau gesucht, die der Beobachtung einer Passantin zufolge in die überschwemmte Dreisam in Freiburg gefallen ist. Die Zeugin gab an, die junge Frau habe gegen 9.15 Uhr sich an einer Ufermauer im Fluss festgehalten. Beim Eintreffen der Rettungskräfte war die Frau nicht mehr zu sehen. 

Mehrere Feuerwehren, die Polizei, Rettungstaucher und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) waren an der Suche nach der Frau beteiligt. Auch mit einem Hubschrauber wurde die Gegend abgesucht. 

Am Nachmittag meldete sich eine weitere Zeugin bei der Polizei. Diese gab an, dass sie am Morgen noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte einen Mann beobachtet habe, wie dieser eine junge Frau mit weißer Mütze und weißem Schal aus dem Wasser gezogen haben soll. Die Freiburger Polizei sucht aktuell nach dem Mann als wichtigen Zeugen.

Kind treibt in Enz in Pforzheim

Ein Großaufgebot von Einsatzkräften hat derweil die Enz in Pforzheim nach einem Kind abgesucht. Am Morgen wurde der zuständigen Feuerwehr gemeldet, dass ein Kind in dem Fluss treibe. Zwar waren bereits wenige Minuten später Einsatzkräfte zur Stelle, dennoch wurde wegen der Fließgeschwindigkeit des Flusses nicht ausgeschlossen, dass das Kind über die Stadtgrenze hinausgetrieben wurde, wie die Feuerwehr mitteilte.

Demnach wurden zusätzlich ein Hubschrauber der Polizei, eine weitere Feuerwehr und Strömungsretter sowie Taucher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) eingesetzt. Nach eineinhalb Stunden wurde die Suche erfolglos abgebrochen.

Erdrutsche und Überschwemmungen

"Wir haben im Moment eine anhaltende Hochwassersituation in Baden-Württemberg", sagte Rüdiger Friese, Hydrologe der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) Baden-Württemberg. Der Schwerpunkt des Hochwassers liege im Süden Baden-Württembergs. Vor allem betroffen seien der Neckar, die Donau, der Bodensee und der Oberrhein. 

In den letzten 24 Stunden ist vor allem im Schwarzwald viel Regen gefallen, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte. In den höheren Lagen bis zu 60 Liter pro Quadratmeter.

Auf einer Landstraße bei Schopfheim (Kreis Lörrach) kam es in der Nacht zu Freitag zu einem größeren Erdrutsch. Kurz darauf kam es zu einer Überschwemmung bei Maulburg (Kreis Lörrach). Die Straßen wurden gesperrt.

Auch im Bereich Konstanz gab es seit Donnerstagabend einige Hochwasser-Einsätze. Unter anderem wurden am Freitagmorgen mehrere Straßen im Kreis Konstanz und im Schwarzwald-Baar-Kreis wegen Überschwemmung gesperrt. Einige Keller füllten sich mit Wasser. Dramatisch sei die Lage jedoch nicht, so die Sprecherin.

Bis Samstag erwartet der Experte der Hochwasservorhersagezentrale vereinzelt noch einen Anstieg von Pegelständen. Bis Sonntag soll es weiter regnen. Im Schwarzwald und im Allgäu erwarten die Meteorologen des DWD in den nächsten 48 Stunden 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter, hinzukommen 20 bis 30 Liter durch geschmolzenen Schnee.

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