Im kommenden Jahr wird die „römisch-katholische Kirchengemeinde Kinzigtal“ errichtet – und ihr Verwaltungssitz entsteht in Haslach. Damit endet ein Auswahlprozess mit Wendungen, bei dem auch Kosten und Synergien eine Rolle spielten
Bei der Kirche im Kinzigtal steht eine große Umstrukturierung an: Am 1. Januar 2026 wird die „römisch-katholische Kirchengemeinde Kinzigtal“ errichtet. Die Planungen laufen schon seit 2023, denn es gilt, vieles neu zu strukturieren. So wird beispielsweise die Verwaltung in Teilen zentralisiert. Nun ist eine weitere große Entscheidung getroffen, wozu am Donnerstag zum Pressegespräch eingeladen wurde.
Für den Verwaltungssitz der Pfarrei braucht es einen Ort – und dieser wird in Haslach sein. Bis man zu dieser Lösung gelangte, gab es aber einige Hindernisse. Michael Lienhard, Pfarrer und lokaler Projektkoordinator, sowie der Vorsitzende des beschließenden Gremiums Ansgar Horsthemke und dessen Stellvertreterin Angelika Spitzmüller, erklärten, wie es dazu kam.
Mit dem Klostergebäude in Zell schien ein Ort gefunden
„Am 13. Mai 2023 hatten wir eine Vollversammlung unserer Gremien. Das Votum damals erbrachte eine Mehrheit für das Klostergebäude in Zell für den Sitz der Verwaltung der neuen Pfarrei“, erklärte Lienhard. Damals sei man noch davon ausgegangen, dass etwa 14 Räume nötig wären, um alle Verwaltungsmitglieder für das Kinzigtal unterzubringen. „Von Seiten der Erzdiözese Freiburg hieß es nämlich, dass einige Aufgaben, die bislang in der Verrechnungsstelle in Lahr übernommen werden, dann bei uns angesiedelt sein sollen“, beschrieb Lienhard den Hintergrund.
Das Klostergebäude hätte sich ideal geeignet, da es zwar momentan noch Flüchtlinge beherberge, diese Unterkunft aber nur temporär geplant sei und es damit bald wieder freie Räume gebe. So sendete man die Entscheidung also aus dem Kinzigtal nach Freiburg, wo sie bestätigt wurde. „Wir haben hier immer alle Entscheidungen aus den Gremien auch wieder an die Basis, also in die einzelnen Orte gegeben, bevor etwas final beschlossen wurde. Es ist uns sehr wichtig, dass alle informiert sind und mitziehen und keine Entscheidungen von oben herab getroffen werden“, betonte Spitzmüller.
Mit der Bestätigung aus Freiburg stand dann auch der offizielle Name fest. Wegen dem Sitz in Zell wird auch die neue Pfarrei den Namen des dortigen Heiligen St. Symphorian tragen. Doch der Sitz sollte nicht in Zell bleiben: „Am 26. Juni 2024 erhielten wir dann nochmals einen Brief aus Freiburg in dem es dann hieß, dass die jetzigen Verrechnungsstellen doch überwiegend erhalten bleiben sollen und im Kinzigtal nur noch drei Arbeitsplätze benötigt werden“, schilderte Horsthemke. Damit war das Klostergebäude in Zell viel zu groß und eine neue Lösung musste her.
Nun wird es in Haslach einen neuen Anbau geben
„Wir haben uns über verschiedene Vorschläge und Ideen beraten. Sehr lange war im Gespräch, die Räume im Fürstenberger Hof zu mieten, die die Sparkasse 2026 verlassen wird. Aber nachdem wir die endgültigen Kosten erfahren haben, war klar, dass sich das nicht lohnt“, so Lienhard. Deshalb sei das Gebäude in der Goethestraße, das momentan das Pfarramt beherbergt, in den Fokus gerückt. „Es war klar, dass hier etwas getan werden muss bevor langfristig neue Büros einziehen können. Und mit den Rechnungen zu den anderen Optionen sowie der Information, dass es von der Erzdiözese keinen Zuschuss zur Miete gibt, haben wir uns dann mit allen zusammen für eine Lösung dort entschieden“, berichtete Horsthemke.
Das Pfarramt soll nun also abgerissen und ein Anbau an das Gemeindehaus St. Stephan direkt nebenan gebaut werden. Dort gebe es viele Synergien, die von Vorteil für den Neubau seien, so Lienhard. Man könne beispielsweise den Aufzug, die sanitären Anlagen und das Heizsystem für die neuen Räume mitnutzen und müsste nicht alles komplett neu bauen. Der Anbau soll Büroräume für den Pfarreiökonomen Adrian Wolff, seine Stellvertretung und seine Assistenz beinhalten, sowie für die lokalen Haslacher Ämter, die aber nicht direkt etwas mit der zentralen Verwaltung zu tun haben.
„Die ersten Pläne gibt es schon, wir haben wieder bei dem Architekten angefragt, der auch das Gemeindehaus entworfen hat“, berichtete Lienhard. Bis zur Vorstellung der Pläne müssten allerdings noch einige Schritte erledigt werden.
Name und Sitz
Dass die neue Pfarrei nun offiziell „Pfarrei St. Symphorian Zell am Hamersbach“ heiße, der Sitz aber nun doch in Haslach sei, wäre nicht ideal aber auch nicht ungewöhnlich. In Achern und Oberkirch gebe es den gleichen Fall, erklärte Lienhard. Den Namen können man jetzt nicht mehr ändern.