Unter dem Motto „Neue Wurzeln – für die Schutter und für unser Netzwerk“ fand eine Uferpflanzaktion statt.
Der Klimawandel erwärmt nicht nur die Luft, sondern auch zunehmend die Gewässer. „Je wärmer das Wasser, desto weniger Sauerstoff bleibt den Fischen, die diesen Sauerstoff zum Überleben brauchen“, sagte Verena Völz vom Regierungspräsidium Freiburg. Gemeinsam mit dem Gewässerbündnis Baden-Württemberg der Landesverbände Nabu, BUND und dem Landesfischereiverband Baden-Württemberg wurde zur großen Uferpflanzaktion entlang der Schutter hinter der Offohalle eingeladen. Neben 20 Bürgern packten auch der Bürgermeister der Gemeinde Friesenheim, Erik Weide, und der Ortsvorsteher von Schuttern, Jürgen Silberer, mit an.
Bepflanzt wurde vom Kindergarten St. Marien bis zur historischen Sandsteinbrücke entlang des Ufers. In der Pflanzung wurde auch auf den speziellen Wunsch der Ortsverwaltung eingegangen – es sollten Bäume gepflanzt werden. Eigentlich waren in der Dichte Weiden vorgesehen.
Die ehrenamtliche Pflanzer waren mit Spaten sowie festem Schuhwerk ausgestattet. Wer keinen Spaten dabei hatte, für den hatte der Ortsvorsteher einen übrig. Am Handwerkszeug sollte es nicht mangeln. In der Regel machten sich die Naturliebhaber zu zweit ans Werk.
Erste Winterlinde pflanzten Silberer und Mieth
Die erste Pflanzung einer Winterlinde oblag Ortsvorsteher Silberer und dessen Stellvertreter Roland Mieth. Beim Binden der Winterlinde an einen Stützpfahl assistierte Mia Zehnle aus der achten Realschulklasse. Sie war die einzige Schülerin, die sich in die Pflanzaktion eingebracht hatte. Bevor Joseph Hugelmann seine Schwarzpappel in die Erde setzte, hat er zuerst eine Betonplatte aus dem Grund geholt und eine Eisenstange aus der Erde gezogen. Die Wurzeln sollen sich schließlich frei entfalten dürfen. Entlang der Strecke lagen auch immer wieder Weidenstecklinge, die eigentlich von der Stärke und Größe eher einem Pfahl glichen. Aus dem Gehölz soll es für die kommenden Jahr ganz schön treiben. Wer sich an der Uferpflanzaktion beteiligt hatte, weiß, welcher Baum für die kommenden Jahre, auf seinen Einsatz hin Wurzeln schlagen wird.
Vor der Praxis wurden die Freiwilligen von Jochen Bresch, Landschaftsplaner und im Auftrag des Regierungspräsidiums Freiburg, in die korrekte Pflanzung eingewiesen. Es galt die Regel: Nicht zu tief pflanzen, damit die Wurzeln ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Jeder Baum erhielt im Anschluss zwei gut gefüllte Gießkannen mit Wasser. Drumherum wurden eine kleine Mulde gemacht, damit beim Gießen in der Trockenheit, dass Wasser nicht weggeschwemmt wird.
Algenwachstum wird mit der Beschattung gemindert
Es wurden keine kleinen Stecklingen, sondern schon recht stattliche Bäume gepflanzt, die bereits im kommenden Jahr gut austreiben dürften. Bresch zeigte auch einen beherzten Rückschnitt, der sich einem Schnitt an der Wurzel anpasst.
Vom Gewässerbündnis stelle Tamara Seidel die Aktion und die Bedeutung von Ufergehölzen vor. Auf natürliche Weise sicherten die Weiden oder Erlen die Ufer mit ihren Wurzeln. Ihre Wurzeln, Äste und Tothölzer strukturierten das Gewässer, lenkten Strömungen und böten Lebensraum und Verstecke für unterschiedliche Tierarten. Durch die Beschattung wird das Wasser kühler gehalten, was nicht nur das Algenwachstum mindert, sondern auch den Sauerstoffgehalt im Gewässer stabilisiere. Wichtigen Fischarten wie Barbe, Barsch, Döbel, Aal, Gründling, Rotauge oder Ukleie sicherten sie das Überleben. Außerdem filterten die Wurzeln Nährstoffe und Schadstoffe aus dem Oberflächenabschluss und wirkten so wie natürliche Puffer zwischen Land und Wasser. Letztlich geht es um eine lebendige Landschaft.
Baumarten
Gemeinsam pflanzten die Teilnehmer rund 90 junge Bäume an einem rund 550 Meter langen Abschnitt der Schutter hinter der Offohalle. In die Erde kamen insgesamt 60 Weidenstecklinge, fünf Eschen, fünf Schwarzpappeln, zwölf Stieleichen, sechs Vogelkirschen, zwei Silberpappeln und zwei Winterlinden.