Den Meßstetter Gemeinderäten wurde mit dem Haushaltsentwurf 2022 ein umfangreiches Zahlenwerk vorgelegt, das sie nun in ihren Fraktionen genau unter die Lupe nehmen werden. Foto: Müller

Der Haushaltsentwurf für das Jahr 2022 der Stadt Meßstetten sieht zwar Ausgabendisziplin vor, aber enthält auch zukunftsweisende Projekte. Einige von ihnen werfen bereits ihre Schatten voraus: Angestoßenes wird fortgeführt, Neues gewagt. Aber das kostet auch etwas.

Meßstetten - "Der Haushaltsentwurf wurde in einer bewegten Zeit erarbeitet. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, in einer Zeitwende mit enormen Herausforderungen", sagte Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft, als er den Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2022 im Gemeinderat eingebracht hat. 266 Seiten zählt das detaillierte Zahlenwerk, das Stadtkämmerer Daniel Bayer am Freitagabend dem Gemeinderat vorstellte. Der Entwurf des Haushaltsplans gibt die finanzielle Marschrichtung der Stadt Meßstetten für das kommende Jahr vor und enthält unter Berücksichtigung des beschlossenen Sockelbetrags von zwölf Millionen Euro einige zukunftsweisende Planungen.

Backbone-Netz wird fertig

Ein paar Meilensteinprojekte, die bereits im laufenden Jahr begonnen wurden, werden 2022 fortgeführt oder zum Abschluss gebracht. So wird im kommenden Jahr das Backbone-Netz für die Gesamtstadt Meßstetten fertig gestellt – in den vergangenen Wochen war das Thema aufgrund der umfangreichen Tiefbauarbeiten optisch präsent im Stadtgebiet. Insgesamt investiert die Stadt Meßstetten rund 5,3 Millionen Euro in das Backbone-Netz, bei einer Förderung von 2,2 Millionen Euro. Aufbauend auf dem Backbone-Netz erfolgt später der innerörtliche Ausbau; im kommenden Jahr werden alle Schulen an das Breitbandnetz angeschlossen.

Immer konkreter wird auch der Bau des Ärztehauses mit Pflegeeinrichtung in der Hossinger Straße. Bei der BeneVit-Gruppe als Investor wird sich die Stadt Meßstetten mit einer Kindertagesstätte und die Sozialstation inklusive einer Tagespflege einmieten.

1,87 Millionen Euro für Sportzentrum

Mit der Umgestaltung und Erweiterung des Sportplatzes auf dem Geißbühl packt die Stadt Meßstetten 2022 einen jahrelang gehegten Wunsch an: Für insgesamt 1,87 Millionen Euro entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Zollern-Alb-Kaserne das neue Sportzentrum der Stadt mit Kunstrasenplatz und Anlagen für verschiedene Wurf- und Leichtathletikdisziplinen. Geplant ist auch die gesamte Fläche des bisherigen Sportplatzes Eichhalde planerisch zu entwickeln – bestenfalls soll dort laut Bürgermeister Schroft Wohnraum entstehen.

Im Bereich der Tiefpunktarbeiten greift die Stadt auch kräftig in die Tasche und investiert insgesamt 6,5 Millionen Euro inklusive Grunderwerb für künftige Baugebiete. Geplant sind unter anderem Tief- und Straßenarbeiten in der Hohnerstraße in Tieringen (340 000 Euro), Buchstraße in Unterdigisheim (190 000 Euro), Jägerstraße in Hartheim (150 000 Euro) sowie ein weiteres Teilstück der Friedrich-List-Straße im Bueloch im Hauptort (1,5 Millionen Euro). Allgemein wird sich im Bueloch einiges tun: Geplant ist die Neugestaltung des Kleinspielfeldes und die Außenbereiche der Kita und der Außenstelle der Burgschule. Zudem sind 420 000 Euro eingeplant für die Herstellung der Außenanlagen für die neue Kita in Tieringen sowie 225 000 Euro für die Schulhofneugestaltung in Heinstetten. 115 000 Euro sind für die Erneuerung des Vorbereitungsraums Biologie im Gymnasium geplant. 1,25 Millionen Euro verteilt auf zwei Jahre sind für die Erneuerung der 2,8 Kilometer langen Abwasserdruckleitung von Heinstetten nach Hartheim veranschlagt.

160 neue Bauplätze

Neben der Schließung von innerörtlichen Baulücken will die Kommune in den kommenden Jahren mehr als 160 neue Bauplätze schaffen. Dazu ist im kommenden Jahr der Endausbau des Baugebiets Sickersberg/Kreuzbühl (530 000 Euro) und die Erschließung des Gebiets Loh (1,03 Millionen Euro) geplant. Weitere Baugebiete in Oberdigisheim und Hossingen werden anvisiert.

Auch die Hossinger dürfen sich freuen: Der Ort bekommt 2022 endlich einen Dorfplatz. Dafür sind 350 000 Euro im Haushaltsentwurf festgehalten. 715 000 Euro sind für die Entfernung der maroden Stützmauer in der Appental- und Buchstraße eingeplant verbunden mit der Erneuerung der Wasserleitung, des Abwasserkanals und des Fahrbahnbelags.

850 000 Euro fließt in die Feuerwehren

Die Feuerwehren in Meßstetten und Hartheim dürfen sich über neue Fahrzeuge freuen. Dafür sind im Haushaltsplan 180 000 Euro respektive 240 000 Euro veranschlagt. Die Feuerwehrhäuser werden zudem mit einer externen Notstromversorgung für 135 000 Euro ausgestattet. Aufsummiert ergeben sich im Bereich des Feuerwehrwesens Investitionen in Höhe von rund 850 000 Euro.

Das Thema Konversion und der interkommunale Industrie- und Gewerbepark wird im kommenden Jahr ebenfalls einen großen Stellenwert einnehmen genauso wie die sinnvolle Nutzung eines der prägendsten Bauwerke der Stadt – der Wasserturm.

Defizit von 2,132 Millionen Euro

Das alles will bezahlt sein. Kämmerer Daniel Bayer stellte fest, dass der Ergebnishaushalt 2022 einen Fehlbetrag von 1,322 Millionen Euro aufweist. Erträgen von 32 160 000 Euro stehen Aufwendungen für Personal, Sach- und Dienstleistungen, Abschreibungen, Zinsen und Transferaufwendungen von 33 482 000 Euro gegenüber.

Für Investitionen sind im Haushalt knapp 8,6 Millionen Euro veranschlagt, den größten Anteil nehmen hier Baumaßnahmen mit 7,24 Millionen Euro ein. Der Gesamtfinanzhaushalt schließt mit einem Defizit von 2,132 Millionen Euro ab – und das muss ausgeglichen werden. Schulden muss die Stadt allerdings immer noch keine aufnehmen. Kämmerer Bayer erklärt, dass das Jahr 2020 deutlich besser abgeschlossen hat als angenommen und auch für 2021 sieht die Finanzlage so aus, dass am Ende noch etwas übrig bleiben wird. Daher werden die Fehlbeträge mit Überschüssen aus den vorhergegangenen beiden Jahren ausgeglichen.

Die Gemeinderäte werden das dicke Buch voller Tabellen nun in ihren jeweiligen Fraktionen auf Herz und Nieren prüfen und in der nächsten Sitzung am Freitag, 19. November, gegebenenfalls ihre Einwände vortragen.