Hohe Nachfrage und Bewerbungen von Fachkräften, aber zu wenig Platz für eine Erweiterung: Der ambulante Dienst des Brenz-Heims stößt im Alten Spital an räumliche Grenzen. Foto: Lupfer

Die Diakonische Gemeinschaft Johannes Brenz hat ihre Bilanz für 2024 vorgestellt. Während der Verein ein deutliches Plus verzeichnet, kämpft die Altenpflege weiterhin mit Verlusten.

In der Hauptversammlung der Diakonischen Gemeinschaft Johannes Brenz stellte Geschäftsführer Markus Harter am Dienstag im Brenz-Heim die Bilanz 2024 für den Trägerverein des BrenzHeims und die Altenpflege gGmbH vor. Wirtschaftlich bleiben in der Altenpflege erneut ein Minus und große Herausforderungen. In der Detailbetrachtung aber gibt es auch positive Entwicklungen. Die guten Nachrichten gab’s für die Mitglieder zuerst: den Geschäftsbericht der Diakonischen Gemeinschaft, Eigentümerin des Brenz-Heim-Gebäudes. „Bei den betrieblichen Erträgen hat sich ordentlich was getan“, sagte Harter. 632 895 Euro flossen durch diese 2024 in die Kasse (2023: 472 105 Euro). Grund ist die höhere Miete, die der Verein von der gGmbH erhält, sowie die Mieteinnahmen aus den Wohnungen im Anbau. Im Gegenzug haben sich die Abschreibungen mehr als verdoppelt (2024: 327 021 Euro, 2023: 150 401 Euro). Unterm Strich blieb dem Verein für 2024 ein Jahresüberschuss von 118 439 Euro (2023: 114 362 Euro). Die Bilanzsumme des Vereins stieg von rund 7,87 Millionen Euro im Jahr 2023 auf stolze 9,66 Millionen Euro im Jahr 2024.

 

Überschuss bewegt sich im sechsstelligen Bereich

„Wo wir in den nächsten Jahren Veränderungen sehen werden, ist das Thema Instandhaltungen“, kündigte Harter an. „Da haben wir beim Neubau schon viel reingepackt, aber das ist nicht das Ende der Fahnenstange.“ 2025 sei bereits in einen neuen Küchenblock investiert worden, in den nächsten Jahren stünden Investitionen in die Heizung und ins Dach an. Das Gebäude sei gut in Schuss. „Aber wir wollen auch, dass es so bleibt.“

Beim Blick auf die Zahlen der Johannes Brenz Altenpflege gGmbH fiel Harters Urteil schlechter aus: „Es ist schwierig, sowas Negatives noch positiv zu verkaufen.“ Gleichwohl: Unterm Bilanzstrich gab es zum zweiten Mal in Folge einen Jahresverlust. Immerhin fiel das Minus mit 109 370 Euro aber nur fast halb so hoch aus wie 2023 (202 264 Euro). 2022 und 2023 habe man durch den Anbau die Heimplätze reduzieren müssen, 2024 habe man versucht, die Belegung wieder zu verbessern. „Das ist nicht ganz gelungen.“ Zudem werde die Personalsituation „immer prekärer und schwieriger.

Einsatz von Leiharbeitskräften ist teuer

Das trifft aber nicht nur Wolfach, das trifft ganz viele Einrichtungen.“ Unter anderem in der Urlaubszeit sei man auf Leiharbeitskräfte angewiesen gewesen, was 2024 rund 160 000 Euro gekostet habe. Das Problem sei „in allen Einrichtungen gleich“, bestätigte Verwaltungsratsvorsitzende Raphaela Jehle: „Man kriegt kaum irgendwelche Fachkräfte. Der Markt ist leergefegt.“

Ohne Zuzug wären die Probleme noch größer

Die Einrichtungen müssten für die Pflege zwangsläufig Kräfte aus dem Ausland akquirieren. Das wiederum bedeute durch die sprachlichen Hürden anfangs eine Mehrbelastung für die Teams und erfordere stärkere Unterstützung im privaten Bereich. Doch: „Wir werden anders nicht mehr durchkommen.“ „Wir sind auf den Zuzug angewiesen“, sagte Harter. Das Ziel von jährlich vier Auszubildenden habe das Brenz-Heim zwar wieder erreicht. „Aber: Das sind drei Damen aus Nepal und ein junger Mann aus Madagaskar.“ Im Vorjahr seien es „vier junge Damen aus Kamerun“ gewesen. „Das sind schon Herausforderungen, mit denen wir umgehen müssen.“ Im ambulanten Dienst knackte die Brenz-Altenpflege 2024 erstmals die Millionen-Marke beim Umsatz. „Wir wachsen weiter und das sehr gesund“, sagte Harter (Hintergrund). In der Tagespflege im Alten Spital herrschte fast Vollbelegung. Im betreuten Wohnen waren 2024 alle Wohnungen belegt, die Wartezeit auf einen Platz betrage drei bis vier Jahre.

Platzproblem für die Fahrzeug-Flotte

Die Belegung im JohannesBrenz-Heim lag 2024 unter dem gewohnten Schnitt bei 95 bis 96 Prozent. „Das macht richtig was aus“, sagte Geschäftsführer Markus Harter. 2025 liege man bis Ende Oktober im Schnitt über 99 Prozent. Wachstum sei aber über die 60 Plätze hinaus nicht möglich. Anders sieht es in der ambulanten Pflege aus: Dort sei das Wachstum gekoppelt an die Zahl der Mitarbeiter und Touren, die man belegen könne. Elf Fahrzeuge umfasst die Brenz-Flotte aktuell. Doch es fehle am Platz für Büros und Sozialräume im Alten Spital: „Uns platzt der ambulante Dienst aus allen Nähten.“ Umsatz und Team habe man seit dem Einzug ins Spital 2016 verdreifacht.