Tim Hoch hat seine Ausbildung bei den Beruflichen Schulen Wolfach und der Firma Armbruster in Steinach fast mit Höchstnote abgeschlossen. Nun wird er in Berlin geehrt.
An den Beruflichen Schulen Wolfach ist die Freude über erfolgreiche Abschlüsse jedes Jahr groß. Doch diesmal ist sie außergewöhnlich: Mit Tim Hoch kommt der bundesweit beste Zerspanungsmechaniker aus den Reihen der Schule. Der 19-jährige Haslacher, Auszubildender bei der Firma Armbruster in Steinach, glänzte bei seiner Abschlussprüfung mit nahezu voller Punktzahl.
Insgesamt haben in diesem Jahr 3382 junge Menschen im Bezirk der IHK Südlicher Oberrhein ihre Ausbildung abgeschlossen. 36 von ihnen wurden bei der feierlichen Förderpreisverleihung der IHK-Stiftung im Kultur- und Bürgerhaus Denzlingen besonders gewürdigt.
Persönlichkeiten aus der Wirtschaft stifteten Preise im Gesamtwert von 91 500 Euro – „das Preisgeld soll den Absolventen beim Durchstarten im Beruf helfen“, schreibt die IHK dazu in einer Mitteilung.
Sein Ausbilder bescheinigt Tim Hoch eine ruhige und fleißige Arbeitshaltung
Unter den 36 Ausgezeichneten war auch der bundesbeste Zerspanungsmechaniker, Tim Hoch vom Ausbildungsbetrieb Armbruster in Steinach. Er bekam den mit 2500 Euro dotierten Förderpreis der RMA Pipeline Equipment. Der jährlich verliehene Preis wird gestiftet von der RMA Pipeline Equipment mit Sitz in Rheinau (einem Systemanbieter von Produkten für die Medien Gas, Öl, Wasser und Fernwärme) und geht an die besten Absolventen in den technischen Berufen der Metallindustrie aus Ausbildungsbetrieben des Ortenaukreises.
Wie wird man denn der Beste seines Fachs? Zunächst ist die Antwort ganz einfach: Tim Hoch erreichte fast die volle Punktzahl – 98 von 100. So viel wie kein anderer in seinem Ausbildungsjahrgang. Und wie schafft man das? „Mir liegt die Arbeit einfach“, erklärt er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Der Beruf macht mir Spaß.“ Die zwei fehlenden Punkte verlor er im theoretischen Teil. „Die Praxis war noch etwas besser“, sagt Hoch.
Seit vier Monaten hat Hoch seine Ausbildung abgeschlossen. Dass ihn die Firma Armbruster übernommen und fest angestellt hat, ist nur konsequent. Auf ihrer Website gratuliert das Unternehmen herzlich – auch die Kollegen hätten sich sehr mit ihm gefreut, berichtet Hoch.
Neid unter Kollegen? „Gab es nie“. Ein Streber sei er nicht, betont auch sein Ausbilder Alexander Haas, der ihn zur Preisverleihung in Denzlingen begleitete. Hochs Erfolg sei das Ergebnis aus schneller Auffassungsgabe, ruhigem Wesen und konzentrierter, fleißiger Arbeit.
Die ganze Familie reist mit dem Preisträger zur Verleihung nach Berlin
Die Auszeichnung in Denzlingen wird nun sogar noch übertroffen: Am Dienstag, 9. Dezember, wird Hoch in Berlin von der IHK für seine Spitzenleistung auf Bundesebene geehrt. Zusammen mit seinem Ausbilder Simon Kornmayer reist Hoch zur Ehrung der bundesbesten Ausbildungsabsolventen.
Doch vor der Pflichtveranstaltung am Dienstag gibt es die Kür am Wochenende: So reist Hoch bereits am heutigen Nikolaustag mit Eltern und Schwester an, zwei Tage Hauptstadtflair und Sightseeing inklusive. Den Aufenthalt hat das Unternehmen Armbruster gesponsert.
Bei der Feierstunde werden alle Bundesbesten der IHK-Berufe gewürdigt. Hoch rechnet mit einer langen Zeremonie: „Etwa 200 bis 300 Ehrungen wird es geben“, schätzt er. Die Vorfreude überwiegt dennoch – auf die Auszeichnung und das besondere Erlebnis.
Nicht nur Noten sind wichtig
Bei der Auswahl der IHK-Förderpreisträger spielen nicht nur Spitzenleistungen in der Ausbildung, sondern auch persönliche Umstände und gesellschaftliches Engagement eine wichtige Rolle. Viele Ausgezeichnete engagieren sich ehrenamtlich – etwa bei der Feuerwehr, im Gemeinderat oder in sozialen Projekten. Auch individuelle Herausforderungen wie ein schwieriger Bildungsweg, familiäre Verantwortung oder Migrationshintergrund werden gewürdigt. Die Jury schaut genau hin: Wer Verantwortung übernimmt, Durchhaltevermögen zeigt und sich aktiv in die Gesellschaft einbringt, hat gute Chancen auf eine Auszeichnung.