Wie geht es mit den Villinger Brandruinen weiter? Bei Eigentümern und Behörden wird derzeit nach Lösungen gesucht. Foto: Marc Eich

Wie geht es mit den Brandruinen in der Villinger Innenstadt weiter? Behörden und Eigentümer suchen nach Lösungen. Klar ist: Zwei denkmalgeschützte Gebäude müssen abgerissen werden.

Zwei Monate nach dem Großbrand in der Villinger Innenstadt wird vor und hinter den Kulissen an tragfähigen Lösungen für die Gerberstraße und Goldgrubengasse gearbeitet. Während Handwerker derzeit mit Maßnahmen am ehemaligen Teema-Gebäude beschäftigt sind, laufen unter anderem bei der Stadtverwaltung auch hinsichtlich möglicher Abrisse die Fäden zusammen.

 

Insgesamt fünf Häuser sind bei dem verheerenden Feuer – ausgelöst durch einen defekten Kühlschrank auf einem Balkon – beschädigt oder teilweise komplett zerstört worden. Für die Verantwortlichen der Stadt ist klar: An Ort und Stelle sollen die Gebäude zeitnah gesichert oder beseitigt werden.

Das erklärte auch Citymanager Thomas Herr in einem Brief an die Eigentümer der betroffenen Objekte, der unserer Redaktion vorliegt. Demnach sei eine „geordnete Weiterentwicklung dieses sensiblen Innenstadtbereichs“ für die Stadt von besonderer Bedeutung. Nicht nur mit Blick auf das „städtebauliche Gesamtbild“, sondern auch auf die öffentliche Sicherheit.

Madlen Falke, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, betont auf Anfrage unserer Redaktion, dass die Stadt um schnelle Lösungen bemüht ist. Allerdings müsse im Gesamtkontext auch der Denkmalschutz beachtet werden. Denn nicht nur die historische Innenstadt ist als Gesamtanlage unter Denkmalschutz gestellt worden, auch vom Brand betroffene Häuser stehen teilweise unter diesem besonderen Schutz.

Landesamt für Denkmalpflege ist involviert

In diesem Zusammenhang ist nun das Landesamt für Denkmalpflege in den Vorgang involviert. Die Stadt habe frühzeitig mit der Behörde Kontakt aufgenommen, um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. „Schon vor Wochen wurde auf Initiative der Stadt das Landesamt für Denkmalschutz eingebunden, damit es zu keinen Verzögerungen kommt und allen Betroffenen frühzeitig die notwendigen Informationen gegeben werden können“, erklärt die Pressesprecherin.

Klar ist laut Stadt: Durch den Brand wurden zwei denkmalgeschützte Häuser zum Teil vollständig zerstört, „an einem gibt es in Bezug auf den Denkmalschutz einen nach Einschätzung des Landesdenkmalamtes erhaltenswerten Gebäudeteil“, so Falke. Hier seien das Landesdenkmalamt und der Eigentümer hinsichtlich des weiteren Vorgehens bereits in Kontakt – welche Lösung hier angestrebt wird, stehe derzeit aber noch nicht fest.

Ein Antrag auf Abriss ist eingegangen

Und wie sieht es bei den völlig zerstörten Gebäuden aus? Aufgrund des Datenschutzes und den laufenden Verfahren kann die Stadt auf Nachfrage nur so viel mitteilen, dass bisher ein Antrag auf Abriss in Vorbereitung ist. Falke: „Bezüglich der weiteren Gebäude steht aber die Baurechtsbehörde mit allen betroffenen Eigentümern in engem Kontakt und bietet konkrete Unterstützung bei der Antragstellung und allen Rückfragen zum Thema Denkmalschutz und Abriss sowie Baurecht an.“

Unabhängig von den verwaltungstechnischen Abläufen, die momentan in Gang sind, sehen Anwohner und betroffene Eigentümer die derzeitige Situation rund um die abgesperrten Brandruinen teilweise kritisch. An unsere Redaktion werden Informationen herangetragen, wonach Bauzäune verstellt oder entfernt werden, sowie Lieferfahrzeuge und Fußgänger in den unmittelbaren Gefahrenbereich gelangen.

KOD kontrolliert nun verstärkt

Die Stadtverwaltung betont: Es besteht weiterhin ein Betretungsverbot – nur in Ausnahmefällen, beispielsweise um Arbeiten zu ermöglichen, dürfen die Bereiche betreten werden. „Es muss damit gerechnet werden, dass sich Gebäudeteile lösen und zur Gefahr werden können“, so die Pressesprecherin. Nach Hinweise kontrolliere der Kommunale Ordnungsdienst deshalb verstärkt im betroffenen Bereich und ahndet dann auch entsprechende Verstöße.