Nicht mehr zu retten ist die Gesa-Produktionshalle; jetzt geht es darum, ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarschaft bzu vehindern.  Foto: Kistner

In Obernheim ist am Dienstagmittag eine Lager- und Gewerbehalle er Firma Gesa, Herstellerin vom Küchen, Saunen und Möbeln, vollständig abgebrannt. Die Schadenshöhe ist sechs- oder siebenstellig, die Brandursache noch nicht bekannt.

Obernheim - Der Feueralarm war um 10.43 Uhr bei der Leitstelle in Balingen eingegangen; als die Feuerwehr vor Ort eintraf, brannte die große Halle von Gesa, die teils als Stofflager, teils als Schreinerei genutzt wurde, lichterloh; Teile des Dachs waren bereits eingestürzt. Zu löschen war hier nichts mehr; die Aufgabe der Feuerwehr bestand von Anfang an darin, das Übergreifen der Flammen auf die drei Verwaltungsgebäude, eine angrenzende Halle, in der Oldtimer untergebracht waren, ein Spänesilo mit zahlreichen Mobilfunkantennen auf dem Dach und die drei Wohnhäuser auf der Südostseite der brennenden Halle zu verhindern.

Update: Feuerwehr auch am Mittwoch noch im Einsatz

Dafür baute sie auf deren Langseiten Riegelstellungen, an denen gleich drei Drehleitern, nämlich die Meßstetter, die Gosheimer und die Ebinger, beteiligt waren. Ein Gasbehälter wurde mit Wasser gekühlt, damit er nicht explodierte; weitere Glasflaschen waren bereits aus dem Inneren der Halle gerettet worden – indes ließen sich von dort Detonationen vernehmen, die anzeigten, das es nicht gelungen war, alle Flaschen in Sicherheit zu bringen.

Besonders heikel war der Schutz der drei Wohnhäuser, die älteren Datums und daher besonders feuergefährdet waren. Eines von ihnen grenzte direkt an die Halle; dennoch gelang es der Feuerwehr, es vor den Flammen zu bewahren. Eine Evakuierung der Häuser in der Hauptstraße, die der Firma gegenüber lagen, erwies sich als nicht notwendig; die Feuerwehr beließ es beim Aufruf an die Bewohner, alle Türen und Fenster fest zu schließen. Insgesamt wertet die Feuerwehr ihren Einsatz als Erfolg – was zu retten war, ist offensichtlich gerettet worden.

Wassermangel wird zum Problem

Ein Problem stellte zu Anfang der Wassermangel dar. Das Wasser im Ort reichte für die Riegelstellungen aus, aber nicht für massive Löschangriffe; die Lage entspannte sich, nachdem der Schlauchwagen aus Ebingen eingetroffen und die Ebinger Wehrmänner eine zwei Kilometer lange Leitung vom Oberdigisheimer Stausee zum Brandort gelegt hatten.

Alles in allem waren rund 120 Wehrmänner mit 15 Fahrzeugen aus Obernheim, Meßstetten, Gosheim, Balingen und Albstadt im Einsatz, dazu Atemschutzträger aus Nusplingen und Deilingen. Auch ein Polizeihelikopter und das Deutsche Rote Kreuz waren vor Ort, letzteres musste aber nur eine Person, einen 70-jährigen Mann, wegen einer leichten Rauchgasvergiftung ambulant behandeln. Mitarbeiter der Firma und Feuerwehrleute kamen nicht zu Schaden.

Die Brandursache steht derzeit noch nicht fest, obwohl die Kriminalpolizei bereits vor Ort war. Die Löscharbeiten dauerten noch den ganzen Dienstag an; unter dem eingestürzten Hallendach wurden noch Glutnester vermutet, weshalb in der Nacht zum Mittwoch Brandwachen vor Ort blieben. Bis die Sachverständigen, die der Brandursache auf den Grund gehen sollen, die Ruine betreten können, werden wahrscheinlich noch Tage vergehen.

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