Es war ein denkwürdiges Spiel in Aspach: Bei der 3. Teilnahme der SGS am DFB-Pokal hält man gegen Leverkusen lange mit, unterliegt aber 0:4. Nicht nur das Wetter bot Gesprächsstoff.
Die Station Bayern München II haben Pascal Reinhardt (als Spieler) und Erik ten Hag (als Trainer) beide in ihrer Vita stehen. Am Freitagabend standen sie sich im DFB-Pokal an der Seitenlinie gegenüber – und hatten den Spielverlauf unterschiedlich gesehen.
„Ich widerspreche ungern einem Bundesligatrainer, vor dem ich viel Respekt habe. Aber aus meiner Sicht war das Ergebnis zu hoch, bis zum strittigen Platzverweis war es ein Spiel fast auf Augenhöhe. Das ist am Ende dann schon extrem bitter“, analysierte Reinhardt, der auch schon beim VfL Nagold und FC Holzhausen aktiv war.
Chancen für den „Dorfklub“
Sein Gegenüber hatte zuvor „von einem verdienten Ergebnis gesprochen“, mit dem man gut leben könne. Eine interessante Aussage, wenn man den Spielverlauf betrachtet. Leverkusen hatte zwar gerade in der Anfangsphase ganz viel den Ball, kam bis zur vierzigminütigen Gewitterpause aber nur einmal gefährlich vor das Tor. Anschließend ging man zwar durch ein herrliches Kopfballtor von Patrik Schick in Führung, der Regionalligist dränge aber auf den Ausgleich. Schick rettete gegen Volkan Celiktas Versuch auf der Linie (39.), Keeper Mark Flekken parierte aus kurzer Distanz stark gegen Michael Kleinschrodt (53.).
„An so einem Tag muss für eine Sensation alles zusammen kommen, man braucht auch das Quäntchen Glück“, erklärte Reinhardt. Wie immer war er am Spielfeldrand sehr aktiv, reizte seine Coachingzone voll aus und sah wegen Meckerns in der 40. Minute gelb. Es war nicht die einzige Aktion, in der die Hausherren mit Schiedsrichter Michael Bacher unzufrieden waren.
Zweierlei Maß?
Der angesprochene Platzverweis von Kapitän Celikas (65. Minute) war definitiv eine harte Entscheidung, speziell die erste gelbe Karte wegen Meckerns, war extrem kleinlich. Während Bayer-Spielführer Robert Andrich trotz ganz viel Redebedarf über die 90 Minuten unbestraft blieb, sah Celiktas die Verwarnung und foulte anschließend noch den ganz stark aufspielenden Ibrahim Maza. „Er zeigt von der Gestik her erst, dass er keine Karte gibt. Dann kommt der Kapitän her und er zückt sie doch“, haderte Reinhardt.
Mit seiner Mannschaft, die im Verlauf der Partie immer mutiger wurde und den Vizemeister auch mit hohem Pressing nervte, war er trotz dreier Gegentreffer in der Schlussviertelstunde zufrieden: „Unfassbares Kompliment, in ein paar Tagen können wir sicher stolz sein.“ Mit 8850 Zuschauern war das Stadion ausverkauft. Das ist sonst eigentlich nur bei Konzerten von Andrea Berg der Fall.
Ibrahim Maza überzeugt
Bei Bayer überzeugten immerhin die Neuzugänge, unter anderem der angesprochene Maza, der trotz seiner 19-Jahre schon erstaunliches Spielverständnis zeigte. Nach der Partie gab er sich bescheiden und sagte: „Ich denke, ich hab es ganz okay gemacht und versucht mich zwischen den Linien zu bewegen. Das Team findet mich aber auch in diesen Lücken.“